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Krumbach

09.12.2019

Ins Wunder der Weihnacht eingetaucht

Im Altarraum setzte ein Klarinetten- und Saxofonensemble effektvolle Kontraste.
Bild: Claudia Bader

Die Krumbacher Berufsfachschule für Musik setzt in der Adventszeit einen besonderen Akzent.

Musik ist gefragt, wenn es um Stille geht, um Besinnung, um ein Zur-Ruhe-Kommen. Musik erzeugt und verstärkt Stimmungen und Gefühle und übernimmt eine wichtige Aufgabe im Advent. Wer könnte das besser als die Berufsfachschule für Musik (BFSM) mit ihren verschiedenen Instrumental- und Vocalensembles? Das gemeinsam mit dem Rotary-Club Krumbach mit Unterstützung der Raiffeisenbank Schwaben Mitte veranstaltete Weihnachtskonzert bescherte den zahlreichen Besuchern in der Stadtpfarrkirche Maria Hilf ein bewegendes Klangerlebnis.

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Magische, unendlich friedvolle Eingangstöne

Um näher an das Weihnachtsfest heran zu rücken, habe man die traditionelle Veranstaltung heuer vom bisher ersten auf das zweite Adventswochenende verlegt, informierte BFSM-Leiter Thomas Frank. „Alle Beteiligten stellen sich in den Dienst der guten Sache“, sagte die Präsidentin des Rotary-Clubs, Ildiko Sugar-Bunk. Der Spendenerlös fließe jeweils zur Hälfte dem offenen Tafelkreis Krumbach und der Kartei der Not, dem Hilfswerk unserer Zeitung, zu.

Wie die glänzenden Perlen einer Kette reihten sich zum Auftakt die Beiträge der unterschiedlichsten Kammermusik-Gruppen aneinander. Nachdem ein Tiefblechensemble mit einer „festlichen Eröffnungsmusik“ und dem „Ave Maria“ von Franz Biebl den klangvollen Auftakt gesetzt hatte, fing ein symphonisches Blasorchester mit den lieblichen, verträumtem Klängen von „The Seal Lullaby“ von Eric Whitacre den sanft schaukelnden Rhythmus einer Mutter ein, die ihr Kind in den Schlaf wiegt. Ein Klarinetten- und ein Saxophonquartett sowie Blechbläserensemble und Holzbläserquintett – ebenfalls brillant agierend – steuerten weitere Klangfarben bei.

Ins Wunder der Weihnacht eingetaucht

Dann verlagerten sich die Töne und Klänge vom Altarraum auf die Empore. Nachdem Harfe und Querflöte den zarten Auftakt gesetzt hatten, ließen Orgel und Streicher die magischen, unendlich friedvollen Eingangstöne des „Weihnachtsoratoriums“ (Oratorio de Noel) des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns erschallen. Das am 25. Dezember 1858 in der Église de la Madeleine in Paris uraufgeführte, stimmungsvolle Werk mit seinen wundervollen warmen Kantilenen fand zu Lebzeiten des Komponisten wenig Beachtung. In der Krumbacher Stadtpfarrkirche ließ es die Besucher in das Wunder von Weihnachten eintauchen.

Ergreifende vorweihnachtliche Konzertstunde

Denn Saint-Saëns verzichtet auf Jauchzen und Frohlocken. Statt mit Pauken und Trompeten beginnt er das Weihnachtsfest in nachdenklich-inniger Freude. Nach dem dezenten Einstieg lässt er die fünf Vokalsolisten unterschiedlicher Stimmlagen zunächst gegenseitig die Weihnachtsgeschichte erzählen. Der Chor wird folgerichtig erst mit dem Auftritt der himmlischen Heerscharen hinzugezogen und beeindruckt auch später nur durch punktuelle, dafür aber umso wirkungsvollere Auftritte. Ergreifend wirkte das zarte Duett „Benedictus“ mit seiner rührenden Melodie, dem der Chor im Fortissimo eine Klage über den Unfrieden der Völker entgegen setzte. In der groß angelegten, sich ständig steigernden Schluss-Sequenz bringt Komponist Saint-Saëns schließlich die gemeinschaftsstiftende Kraft der Religion zum Ausdruck: Bei jedem Satz tritt ein weiterer Sänger hinzu, bis sich dem Fünfklang das herrliche Finale „Tollite hostias“ mit vollem Chor und Streichorchester sowie Orgel anschließt. Noch ehe die letzten Töne des kurzen, begeisternden Schluss-Chors verklungen waren, bedankte sich das begeisterte Publikum mit anhaltendem Applaus für die ergreifende vorweihnachtliche Konzertstunde.

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