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30.07.2010

Integration ist kein ständiges Straßenfest

Landkreis Özil ist kein Name aus dem Bayerischen Wald und Cacau ist kein Heißgetränk: Die Fußball-Nationalmannschaft hat vorgemacht, was dem CSU-Landtagsabgeordneten Martin Neumeyer am Herzen liegt: "Integration ist das Thema der Zukunft", stellte er jüngst seine Gedanken und Erfahrungen im Kreistag in Ursberg vor.

Integration müsse vor Ort stattfinden, sagte der Politiker aus dem Landkreis Kehlheim. Durch den demografischen Wandel - künftig mehr ältere als jüngere Menschen - benötige Bayern qualifizierten Zuzug, sagte Neumeyer. Aber wie sollen sich die Neuankömmlinge in die Gesellschaft einfügen? Oder muss die Gesellschaft auf die Zuwanderer zugehen? Wichtig sei es, das Thema tabufrei zu diskutieren.

Das gelte auch für die Parteien. Netzwerke mit Ansprechpartnern seien wichtig. Der Bereich Sport und Musik berge die größten Chancen, um Kontakte herzustellen. Neumeyer stellte klar: Integration ist kein ständiges Straßenfest. Auch das Wissen um fremde Kulturkreise spiele eine Rolle.

Aber wie motiviert man die Gäste? Das wollte Landrat Hubert Hafner wissen. Seine Idee: Die Führerscheinprüfung zum Beispiel nur auf Deutsch zulassen - ein Anreiz, um die Sprache zu lernen. Davon hielt Neumeyer weniger. Schließlich bedeutet das Auto eine gewisse Befreiung und damit auch wieder Integration. Hans Klement ( CSU) betonte die Bedeutung der Sprache. "Sie ist das A und O." Mine Waltenberger-Olbrich ( SPD) berichtete von ihren Erfahrungen.

Integration ist kein ständiges Straßenfest

"Als Illusion erwiesen"

Früher dachte die Konrektorin der Hauptschule Thannhausen, dass Integration nur eine Frage der Zeit ist. "Das hat sich aber als Illusion erwiesen."

Vielmehr rückt für sie die Frage nach der Heimat in den Mittelpunkt. "Das ist der Schlüssel", sagte sie. Für Gerd Olbrich (SPD) ist es eine Aufgabe der politischen Mandatsträger, ein Klima der Aufnahmebereitschaft, von Respekt und Toleranz zu bieten - aber auch einzufordern.

"Man muss die Menschen abholen, wo sie sind", sagte Neumeyer. "Wir müssen uns öffnen und nicht nur fordern." Wichtig sei, sich auf Augenhöhe zu treffen. (mcz)

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