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Versammlung

19.05.2015

Jäger sorgen sich um Feldhasen

Bestand „beängstigend“ niedrig. Erich Frey bleibt Vorsitzender des Jagdvereins

Bei der Jahresversammlung des Jagdvereins Krumbach in Thannhausen gab Fritz Lotter einen Bericht über die Hegeschau des Jagdjahres 2014/15. Zur Strecke kamen in diesem Zeitraum 377 Böcke sowie 822 Geisen und Kitze. Der Großteil der erlegten Böcke liegt altersmäßig in der Jugendklasse, was den Hegerichtlinien entspricht. Ältere und reife Böcke sind dagegen selten. Frau Claudia Mayer von der Unteren Jagdbehörde lobte den jagdlichen Einsatz der Jäger und teilte mit, dass die Abschussquote mit insgesamt 62 bei der dreijährigen Abschussplanung beim Rehwild zufriedenstellend ist.

Die Fuchsstrecke mit 712 erlegten Füchsen ist gegenüber dem letzten Jagdjahr so gut wie gleichbleibend. Lotter ermahnte die Vereinsmitglieder erneut zu einer scharfen Raubwildbejagung, da jene Wildarten maßgeblich für ein Überleben von Niederwildarten, wie etwa Feldhasen, mit verantwortlich sind. Deren Rückgang sei „beängstigend“. Der Bestand der Feldhasen ist Lotter zufolge so gering wie lange nicht mehr. Federwild, wie Fasan und Rebhuhn ist im Bereich aller Reviere des ehemaligen Landkreises Krumbach bereits ausgestorben. Lediglich Wasserwild wie Enten und Gänse sind in ihrem Bestand stabil. Gänse nehmen sogar revierübergreifend zu.

Die Schwarzwildsituation, so der neue Leiter der Schwarzwildausgleichskasse, Werner Kordel, blieb konstant. Insgesamt kamen in den vier Hegegemeinschaften 320 Wildschweine zur Strecke. Davon entfielen 303 auf die Reviere der Schwarzwildausgleichskasse. Die meisten Schweine wurden in der Hegegemeinschaft Mindel-Zusam mit 161 Stück erlegt. Die Wildschäden im Gebiet der Ausgleichskasse haben sich bei rund 6000 Euro eingependelt. An ein Nachlassen des Jagdeinsatzes auf Schwarzwild sei aber nicht zu denken.

In seinem Jahresbericht dankte Vorsitzender Erich Frey den Mitgliedern. Die beiden Bläsergruppen Mindel-Zusam und die Krumbacher Bläser unter der Leitung von Günther Geis und Alois Kaiser spielen auf hohem Niveau und fungieren als kulturelle Bereicherung im Jägerverein. Christian Scheel, Leiter der Tontaubenschießanlage in Kemnat, hat mit seinen Helfern Martin Langhans und Philipp Kuen die Erwartungen des Vorstandes erfüllt. Der Schießstand werde vorbildlich geführt. Ein regelmäßiges Schießtraining auf bewegliche Ziele sei unerlässlich. Der tierschutzgerechte Schuss aufs Wild müsse bei den Jägern oberstes Gebot sein, betonte Frey. Horst Maurer, Leiter der Jagdhundeabteilung konnte die für die Jagd erforderlichen Hunde erfolgreich durch die Brauchbarkeitsprüfung führen. Erstmals in der Vereinsgeschichte sei einem Jagdhund mit seinem Führer Max König aus Jettingen die volle Punktzahl bei der Brauchbarkeitsprüfung gelungen.

Als „nicht gerade partnerschaftlich“ bezeichnete Frey das Vorgehen des Bayerischen Bauernverbandes, der die Freigabe von Nachtzielgeräten auf Schwarzwild im Landtag erwirkt hat. Ein Großteil der Jäger, so Frey, möchte diese Jagdmethode nicht praktizieren, da es der sogenannten Waidgerechtigkeit widerspricht. Man müsse nicht mit allen Mitteln Wild bekämpfen, sagte Frey. Ein größerer Abschusserfolg sei mit dieser „Jagdart“ nicht garantiert.

Turnusgemäß standen bei der Versammlung auch Neuwahlen des Vorstands an. Eigentlich wollte Erich Frey nach insgesamt 25 Jahren an der Spitze die Verantwortung abgeben. Da sich aber kein Kandidat fand, erklärte sich Frey bereit, nochmals den Vorsitz zu übernehmen. Als Stellvertreter wurden Christian Scheel und Matthias Martini gewählt. Neuer Schriftführer wurde Frank Gottschalch, Kassierer Helmuth Singer. (zg)

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