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Thannhausen

06.03.2017

Jetzt beginnt die Sacharbeit

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Wie mehr Menschen in die Thannhauser Innenstadt gelockt werden können, darüber soll sich der Beirat „Innenstadtentwicklung“ Gedanken machen.
Bild: Heinrich Lindenmayr

Der Beirat „Innenstadtentwicklung“ hat die Arbeit aufgenommen. Noch vor der Sommerpause sollen dem Stadtrat erste konkrete Handlungsempfehlungen vorgelegt werden.

Die Stadt hat Potenzial, das weiß Josef Brandner, Wirtschaftsreferent Thannhausens, und das hat auch die Befragung der Passanten und Bürger durch Studenten der Universität Augsburg ergeben. In den vergangenen Jahren ist bereits viel geschehen, um die Entwicklung der Innenstadt voranzutreiben. Die Bahnhofstraße präsentiert sich in neuem Glanz und auch die Stadtmitte mit dem neuen Rathaus hat viel zur Verbesserung des Charmes beigetragen.

Größter Coup war wohl die Ansiedlung des Rewe-Marktes neben dem Rathaus. Damit wurden nicht nur eine große Anzahl an Parkplätzen geschaffen, sondern auch ein veritabler Menschenmagnet mitten in der Kernstadt. Allein, die Kunden nutzen zwar die Einkaufsmöglichkeit des Supermarkts, doch nur selten zieht es sie von dort noch weiter in die Innenstadt, etwa in Richtung Bahnhofstraße.

Wie das geändert werden kann und wie die Innenstadt rund um die Bahnhofstraße noch attraktiver für zahlende Kundschaft gemacht werden kann, dazu soll sich der Beirat „Innenstadtentwicklung“ Gedanken machen. Um die Akteure im Stadtzentrum mit an den Tisch zu bringen sollte der Beirat aus je fünf Vertretern der Stadt und den für die Entwicklung der Innenstadt maßgeblichen Branchen bestehen.

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Für die Stadt sind in dem Gremium Wirtschaftsreferent Josef Brandner als Vorsitzender, Alois Held für die CSU-Fraktion, Gerd Olbrich für die SPD-Fraktion, Albert Kytka für die Freien Wähler und Bürgermeister Georg Schwarz vertreten. Weitere Mitglieder sind Renate Schrodi (Einzelhandel), Margarete Rodler-Joas (Anlieger), Peter Vohle (Gastronomie), Helmut Wiedemann (Wirtschaftskreis) und Anton Rauner (Immobilien).

Die zehn Mitglieder haben sich bereits zu einer ersten konstituierenden Sitzung zusammengefunden. Dabei ging es noch weniger um Sachthemen, als vielmehr um gegenseitiges Beschnuppern und darum, das „Selbstbewusstsein des Beirats zu diskutieren“, wie Wirtschaftsreferent Brandner es formuliert. Im Kern stand dabei die Frage: „Wo wollen wir hin.“ Interessiert habe ihn vor allem, mit welcher Vorstellung die Beteiligten in die Gespräche des Beirats zogen. Die Universität Augsburg habe im Rahmen des gemeinsamen Projekts mit der Stadt und der IHK „fantastisches Material geliefert“, freut sich Brandner, der die ganze Angelegenheit mit großem Elan aber auch konzentrierter Sachlichkeit angehen will. Zunächst gehe es darum, die „Dinge auf den Punkt zu bringen“ und bei allen Beteiligten den gleichen Kenntnisstand herzustellen. Ziemlich schnell soll es dann jedoch ans Eingemachte gehen. Es gehe darum, „einen ganzheitlichen Ansatz“ zu entwickeln, fordert Brandner. Nicht allein der Einzelhandel steht im Fokus. Gut ist, was Menschen ins Thannhauser Zentrum lockt. Dabei müssten alle Akteure an der Lösungsfindung beteiligt werden. Jeder in der Runde sei sich der schwierigen Situation bewusst, sagt Brandner. Trotzdem müsse man aufpassen, dass die Diskussion nicht ins Negative abdrifte. Ihm gehe es vielmehr darum, positiv in die Zukunft zu blicken. „Wir haben in Thannhausens alle Grundfaktoren für eine attraktive Stadt“, sagt Brandner. Es gibt Ärzte, Schulen, Kindergärten und Vereine. Die Weichen, die bereits gestellt wurden, müssten den Zug jetzt in die richtige Richtung weiter führen. Wie das gehen kann, hat die Universität in Vorschlägen für 21 Einzelmaßnahmen niedergelegt, die es nun auf Wirksamkeit und Umsetzbarkeit abzuklopfen gilt.

Eine Rolle spielt dabei natürlich auch das Geld. Dessen ist sich auch Bürgermeister Georg Schwarz bewusst. Deshalb sei es auch sinnvoll, dass Vertreter des Stadtrats, der am Ende die Beschlüsse des Gremiums absegnet, mit in der Runde sitzen, sagt er. Ihm ist aber auch wichtig, dass die Politik nicht allein entscheidet, wohin die Reise geht. Er hält auch nichts davon, dass die Stadt allein den Geldbeutel aufmacht, wenn es darum geht, Maßnahmen zu finanzieren. „Was nichts kostet, ist auch nichts wert“, sagt Schwarz. Es gehe ihm nicht darum, den Einzelhandel zusätzlich zu belasten. Die Beträge sollen niemanden in Existenzängste stürzen, aber dennoch ein gewisses Gefühl der gemeinsamen Verantwortung für das Gelingen wecken. Es freut ihn, dass die Kandidaten, die der Stadtrat aus der Wirtschaft als Beiratsmitglieder vorgeschlagen hat, sofort zugesagt haben. Was die Maßnahmen betrifft, will Schwarz möglichst unvoreingenommen an die ganze Angelegenheit herangehen. Auch Brandner möchte die Diskussion möglichst schnell auf Fragen lenken, die die Innenstadtentwicklung tatsächlich voranbringen. Vermeiden will er, dass man sich in Oberflächlichkeiten, wie etwa bei der Debatte um ein neues Logo „festbeißt“. Die inzwischen erledigte Diskussion hält Brandner für verunglückt. „Was war, ist vorbei, wir schauen voraus. Jetzt sind wir in der Sacharbeit.“ Noch bevor sich der Stadtrat in die Sommerpause verabschiedet, will Brandner schon die ersten Empfehlungen für konkrete Maßnahmen an den Rat weiterreichen.

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