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Neuburg

28.09.2019

Josef Mörz formte eine Dorfschmiede zum Unternehmen

Der Unternehmer Josef Mörz aus Neuburg baute eine Dorfschmiede zu einem weltweit agierenden Unternehmen im Schall- und Spritzschutzbereich aus.
Bild: Dieter Jehle

Der Neuburger Unternehmer Josef Mörz wird 80. Als Förderer der beruflichen Bildung wurde er vom Bundespräsidenten ausgezeichnet.

Der Neuburger Unternehmer Josef Mörz feiert am Tag der Deutschen Einheit seinen 80. Geburtstag. Eine kleine Dorfschmiede in Edelstetten baute er zu einem weltweit agierenden Unternehmen im Schall- und Spritzschutzbereich aus. Die Mörz Metallbearbeitungs GmbH mit Sitz in Neuburg beschäftigt heute rund 50 Mitarbeiter.

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In Edelstetten verbrachte er seine Kindheit

Aus dem aktiven Unternehmerdasein hat sich der 80-Jährige jedoch längst verabschiedet. Das Unternehmen wird von seiner Tochter Christine Mörz erfolgreich geführt. „Ab und zu ist mein Rat noch gefragt“, schmunzelt Josef Mörz. Einmischen in Firmenbelange will er sich nicht mehr. Trotzdem ist zu spüren, dass er das „Unternehmer-Gen“ auch mit 80 Jahren noch in sich trägt. Mit Stolz kann er auf eine eindrucksvolle Karriere blicken. Aus kleinsten Anfängen hat er viel, wohl das Optimale, erreicht. „Es war aber schon ein Wahnsinnsaufwand“, gibt er zu und weist auf die stete Unterstützung seiner Ehefrau Renate hin.

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Alles fing in Edelstetten an. Josef Mörz verbrachte dort seine Kinder- und Jugendjahre. Er erlernte im elterlichen Betrieb die Schmiedetechnik und in Ulm den Landmaschinenmechaniker. Mitte der 60er Jahre bildete er sich in zwei Meisterlehrgängen zum Schmiede- und Landmaschinenmeister sowie zum Drehermeister weiter. Nun ging es „Schlag auf Schlag“. Die Lohndreherei wurde immer mehr zum Schwerpunkt seines kleinen Handwerksbetriebes. 1972 gab er deshalb den Schmiede- und Landmaschinenbereich auf. Die Produktionsräume in Edelstetten waren mittlerweile nicht mehr geeignet, er musste dringend expandieren. 1984 errichtete er in Neuburg die erste Fertigungshalle für Blech- und Stahlbau.

Kontinuierlich erweiterte er den Firmensitz in Neuburg

Bereits sechs Jahre zuvor folgte auch der private Umzug nach Neuburg. Die Ideen gingen dem ehrgeizigen Handwerksmeister nicht aus. 1986 stieg er in die Schallschutztechnik ein. Die Entscheidung war prägend für das Unternehmen und entwickelte sich immer mehr zum Zentrum des Metallbearbeitungsbetriebes. Deshalb verabschiedete er sich 1995 von der Lohndreherei und verkaufte diesen Firmenzweig. Kontinuierlich erweiterte er in den Folgejahren den Betriebssitz in Neuburg um weitere Fertigungshallen. Einhausungssysteme zum Schall- und Spritzschutz von Mörz sorgen mittlerweile in vielen Produktionshallen weltweit agierender Unternehmen für mehr Arbeitssicherheit.

Über all dieses geschäftliche Wirken hat Josef Mörz nie den Blick für seine Mitarbeiter und seine Heimat verloren. 1995 erhielt er vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eine Auszeichnung als verdienter Förderer der beruflichen Bildung. Vor allem jungen Menschen mit sozialen Schwierigkeiten gab er immer wieder eine Chance. Für die Vereine hat er stets ein offenes Ohr. Abstand vom Geschäftsleben fand der zweifache Vater nicht nur in der Familie, sondern auch im örtlichen Vereinsleben. Im Kirchenchor, dem er 60 Jahre angehörte, bei der Neuburger Mittwochsgymnastik, beim Bergsteigen oder beim Motorradfahren. Da fand er Abwechslung. Das ein oder andere Hobby muss er mittlerweile aus Gesundheitsgründen zurückstecken. Im Kreise seiner Familie freut er sich jetzt auf einen geruhsamen Lebensabend.

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