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Deisenhausen

16.08.2020

Kita-Neubau: Schwerer Brocken für neuen Bürgermeister Langbauer

Bürgermeister Bernd Langbauer aus Deisenhausen zieht nach gut 100 Tagen im Amt eine erste Bilanz.
Bild: Emil Neuhäusler

Plus Bürgermeister Bernd Langbauer aus Deisenhausen zieht nach gut 100 Tagen im Amt Bilanz. Vor allem das Kita-Problem beschäftigt ihn.

Nach sechs Jahren kommunaler Erfahrung als Gemeinderat trat Bernd Langbauer am 1. Mai das Amt des Ersten Bürgermeisters von Deisenhausen an. Sehr zufrieden ist der nunmehr 47-Jährige mit allen Amtshandlungen und Vorgängen innerhalb der Gemeindegrenzen. Was ihn unerwartet viel Zeit und Arbeitsaufwand kostet, ist das, was von außerhalb auf ihn zukommt. Da steht an erster Stelle das Ringen um den Bau eines neuen Kindergartens mit Kinderkrippe, verriet Bürgermeister Bernd Langbauer gegenüber den Mittelschwäbischen Nachrichten im Interview, nachdem sich die Gemeinde Wiesenbach überraschend vom gemeinsamen interkommunalen Kindergarten verabschiedet hat.

Wie haben Sie den Arbeitsaufwand bisher empfunden?

Bernd Langbauer: Der Arbeitsaufwand ist größer, als ich ihn bei meinem Amtsantritt erwartet habe. Das Bürgermeisteramt ist eine aufwendige Vollzeitarbeitsstelle. Doch für mich ist das gut machbar, und ich denke, dass es einfacher wird, wenn die Arbeitsabläufe eingespielt sind. In der Früh bin ich meist für meine eigene Firma, tätig im Innenausbau, unterwegs. Zwischen neun und zehn Uhr kehre ich dann ins Büro zurück und widme mich ganz der Bürgermeistertätigkeit. Das funktioniert bislang sehr gut, wenn ich auch noch Kleinigkeiten am täglichen Arbeitsablauf optimieren muss.

Erfahren Sie das Bürgermeisteramt so, wie Sie es sich vor dem 1. Mai vorgestellt haben?

Bernd Langbauer: Im Großen und Ganzen ja, überrascht hat mich allerdings der Zeitaufwand für Termine und Sitzungen außerhalb des Gemeindegefüges. Immer wieder gibt es Treffen mit der Stadt Krumbach oder mit Nachbargemeinden zur Behandlung und Bewältigung von gemeindeübergreifenden Problemen. Diese sind aber wichtig, denn gemeinsam ist man einfach stärker, wenn es zum Beispiel um Ziele geht, die gegenüber höheren Behörden zu vertreten sind. Ein „schwerer und unverständlicher Brocken“ war für mich natürlich das Aussteigen Wiesenbachs aus der gemeinsamen Kindergartenplanung, obwohl bereits definitive Gemeinderatsbeschlüsse von Wiesenbachs Seite vorlagen. Viel Arbeit, die bisher in die Planung investiert wurde, ist mit einem Strich zunichtegemacht worden.

Würden Sie noch einmal zur Wahl antreten? Was gefällt Ihnen am Bürgermeisteramt?

Bernd Langbauer: Ja, ich habe bisher keine so schlechten Erfahrungen gemacht, die mich davon abhalten würden. Toll finde ich die Fülle und das große Spektrum an Aufgaben, die alle sehr interessant sind. So bin ich zuständig für Straßensanierung, Friedhof, Standesamt und und und…

Was hilft Ihnen als „jungem“ Bürgermeister besonders?

Bernd Langbauer: Mich begeistert vor allem das große Verständnis der Bürgerinnen und Bürger. Anständig, höflich und fair kommen sie mit ihren Anliegen zu mir. Für diese bin ich immer noch der Bernd, wenn ich auch manchmal den Eindruck habe, dass das Miteinander etwas förmlicher geworden ist.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat?

Bernd Langbauer: Die funktioniert sehr gut. Der Gemeinderat ist sehr motiviert, es werden meiner Meinung nach sechs sehr gute Jahre werden.

Welche Projekte haben sie bereits angepackt? Welche folgen?

Bernd Langbauer: Wir sind gerade dabei, mit der Umsetzung der Gigabit-Richtlinie ein schnelles Internet zu schaffen. Das sieht momentan sehr gut aus. Beschlossen wurden bereits Lkw- Stellplätze am Schildbach. Mit dem Gemeinderat bin ich gerade dabei auszuloten, welche Projekte aus dem bereits vorliegenden Gemeindeentwicklungskonzept zur Umsetzung gebracht werden sollen und auch in welcher Reihenfolge.

Hatten Sie in den ersten 100 Tagen schon ein besonders einprägsames Erlebnis?

Bernd Langbauer: Ja, bereits an meinem zweiten Arbeitstag am 2. Mai. Da ging am Samstagabend um 20.10 Uhr der Notruf bei mir ein, der von mir jetzt aus dem Schwäbischen übersetzt so lautete: „Bernd, bei mir staut sich der Kanal bis zur Toilette zurück!“

Finden Sie noch Zeit zum Abschalten? Können sie nachts gut schlafen oder sind auch da ihre Gedanken bei gemeindlichen Problemen?

Bernd Langbauer: Auch wenn die Gemeinde allgegenwärtig scheint, kann ich Gott sei Dank immer noch abschalten und gut schlafen. Einen größeren Urlaub habe ich erst für nächstes Jahr geplant. Jetzt geht es mir vor allem darum, mich gut in das Amt einzuarbeiten.

Was wünschen Sie sich für die nächsten fünfdreiviertel Jahre?

Bernd Langbauer: Ein harmonisches, produktives Miteinander!

Interview: Emil Neuhäusler

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