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03.06.2009

Kleinere Schnitte in Unfallchirurgie und Orthopädie

Krumbach (zg) - Weichteilschonende Operationstechniken über kleinste Operationszugänge: Darum ging es bei der Tagung in der Klinik Krumbach. Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Siegfried Wagner aus der Klinik Krumbach war die Veranstaltung mit mehreren hochkarätigen Referenten besetzt und wie schon in den vergangenen Jahren mit knapp 80 Teilnehmern sehr gut besucht.

Den unfallchirurgischen Vortragsblock eröffnete Prof. Dr. Dr. Edgar Mayr aus Augsburg. Er zeigte die heutigen Möglichkeiten der minimalinvasiven Wirbelbruchstabilisierung auf. Wo noch vor wenigen Jahren große Schnitte mit erheblicher Schädigung der wichtigen Rückenmuskulatur notwendig waren, ist es heutzutage dank technisch ausgeklügelter Implantate möglich, auch komplexe Verletzungen der Wirbelsäule über kleinste weichteilschonende Zugänge zu versorgen.

Knochenheilung steht heute im Vordergrund

Im nächsten Vortrag beschäftigte sich Oberarzt Dr. Michael Essler aus Krumbach mit den modernen Möglichkeiten der Knochenbruchversorgung an der unteren Extremität. Früher wurden Knochenbrüche meist über große Strecken freigelegt, möglichst genau rekonstruiert und anschließend mit aufgepressten Platten stabil fixiert. Häufig war dadurch die Knochendurchblutung gestört. Heute wird die Biologie der Knochenheilung in den Vordergrund gestellt und daher mit speziellen Implantaten und Instrumenten möglichst Weichteil- und knochenhautschonend operiert.

Kleinere Schnitte in Unfallchirurgie und Orthopädie

Chefarzt Dr. Diether Michel aus der Klinik Günzburg stellte in einem Übersichtsvortrag die Möglichkeiten der minimalinvasiven Knochenbruchversorgung an der oberen Extremität dar. Beginnend an der Schulter über Ober- und Unterarm bis hinunter zu den Fingern zeigte er, wie heute Knochenbrüche am Arm patientenschonend versorgt werden können. Er erläuterte, dass die klassischen Operationsverfahren auch heute noch häufig ihre Berechtigung haben und sich aus Neuerungen nicht immer nur Vorteile ergeben. Die Knochenbruchversorgung im Kindesalter sei allerdings eine Domäne minimalinvasiver Verfahren.

Minimalinvasive Zugänge bereits etabliert

Im orthopädischen Teil der Veranstaltung stellte Dr. Wagner die kleinen Zugänge zur Implantation einer Hüft-Prothese vor. In Deutschland werden etwa 200 000 Hüftprothesen im Jahr implantiert. Hier haben sich minimalinvasive Zugänge zum Teil schon etabliert. Der Operationsablauf wurde demonstriert und die Vor- und Nachteile der klassischen und der neueren Zugänge zum Hüftgelenk beschrieben. Dr. Wagner stellte fest, dass die "schonenden" Zugänge zur Hüfte vor allem bei muskelkräftigen Patienten problematisch sind und durch den kleinen Hautschnitt die Übersichtlichkeit des Operationsgebietes leiden kann.

Chefarzt Dr. Christian Griesmann aus Augsburg forderte in seinem Vortrag zur Knieendoprothetik, dass kleinere Schnitte die korrekte Positionierung und Fixierung der Prothesenkomponenten sowie die Stabilität des Bandapparates nicht negativ beeinflussen dürfen. Er berichtete über Erfahrungen mit minimalinvasiv implantierten, "halben" Knieprothesen für jüngere Patienten. Im abschließenden Vortrag stellte Chefarzt Dr. Baumgärtner aus der Rehabilitations-Fachklinik Ichenhausen seine Erfahrungen mit minimalinvasiv operierten Patienten vor. Diese seien positiv.

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