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Münsterhausen

04.07.2017

Komponist aus dem Landkreis würdig dargeboten

Das Musica-Antiqua-Ensemble Günzburg gab dem „Musikalischen Frühling“ in der Frauenkirche von Münsterhausen einen würdigen Abschluss. Ganz rechts im Bild der musikalische Leiter Bernhard Löffler. 

Womit das Musica-Antiqua-Ensemble in der Frauenkirche Münsterhausen einen prima Schlussstein für den Musikalischen Frühling setzte.

Es fügte sich alles zu einem wundervollen Ganzen am Ende einer prächtigen Konzertreihe, die zu Recht den Namen „Musikalischer Frühling im schwäbischen Barockwinkel“ trägt. Ort des Geschehens war die Frauenkirche in Münsterhausen. Sie ist ein würdiger Ort für das Finale des „Musikalischen Frühlings“. Und was wäre dem Anlass angemessener, als einen der großen Komponisten aus dem Landkreis aufzuführen. Karl Kempter, 1819 in Limbach geboren, kennt man vor allem durch seine „berühmte“ Pastoralmesse.

Aber es gibt in seinem über 200 Kompositionen umfassenden Werk noch so viel zu entdecken und wieder ins rechte Licht zu rücken. Die F-Dur- Messe, welche das Musica-Antiqua-Ensemble Günzburg aufführte, eignet sich vorzüglich, Kempters Größe zu demonstrieren. Karl Kempter hat die Messe vermutlich für Situationen komponiert, in denen nur stark begrenzte Mittel zur Verfügung stehen, lediglich ein paar Instrumentalisten und Sänger. So entsteht ein schlichtes Werk, aber welch eine Innigkeit, Lieblichkeit und Ruhe bringt es zum Ausdruck! Es verzichtet auf all die Dramatik, die der liturgische Text durchaus enthält. Es beschränkt sich auf den Gestus des einfachen „Erzählens“ und verweist umso entschiedener auf die Wunder Gottes.

Im „Benedictus“ beispielsweise wechseln sich die schlichte Feststellung und die begeisterte Kommentierung ab. Es scheint, als verweise jemand mehrfach auf den Erlöser und als würde jedes Mal wie mit Engelszungen erklärt, dass er von Gott geschickt worden sei. Bernhard Löfflers Interpretation hielt sorgsam die Schwebe zwischen der schlichten Schönheit dieser Musik und all dem Geheimnis, auf das sie verweist.

Komponist aus dem Landkreis würdig dargeboten

Klangschön und ausgewogen agierte das Musica-Antiqua-Ensemble. Ins harmonische Gesamtbild fügten sich perfekt die Solisten Ingrid Fraunholz (Sopran), Carolin Ruf (Alt) und Rüdiger Böhl (Bariton).

Die Frauenkirche zählt zweifellos zu den herausragenden Baudenkmälern des schwäbischen Barockwinkels, mindestens aus dreierlei Gründen: Die achteckige Gnadenkapelle, dem Altöttinger Vorbild nachempfunden, ist schon etwas ganz Besonderes. Valerian Brenner, sozusagen der Mitbegründer der barocken Baukunst in unserer Region, erbaute sie 1699. Das 1708 an die Kapelle angebaute Langhaus dominiert herrlicher Stuck, geschaffen von Hans Jörg Brix, bekannt als genialer Stuckator vor allem durch die Decke des Kaisersaals von Wettenhausen.

Zum würdigen Ort und zur gefühlvollen Darbietung der Musik Kempters fand Pfarrer Mirco Cavar die richtigen Worte. Er berief sich auf den emeritierten Papst Benedikt XVI. mit der Behauptung, der Ursprung der Musik seien die Liebe, die Trauer und die Begegnung mit Gott. Die abendländische Musik sei an der Liturgie gewachsen, öffne den Blick auf das göttliche Geheimnis. Diesen Impuls sollten die Christen nutzen, um sich für ihren Glauben zu engagieren.

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