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Krumbach

26.03.2019

Konstantin Eheim - ein Dirigent, zwei Kapellen

Gänsehautmomente und außergewöhnliches gesangliches Können vermittelte Alexandra Jörg in einigen Vorträgen im Konzertprogramm des Gemeinschaftskonzertes.
Bild: Werner Glogger

Im Stadtsaal Krumbach ließen der Musikverein Deisenhausen und die Musikvereinigung Ellzee/Ichenhausen beim Gemeinschaftskonzert ihr blasmusikalisches Repertoire erklingen. Fürs Publikum war es ein genussvoller Abend

Die Konzerte der heimischen Blaskapellen sind allesamt Garanten exzellenter Blasmusik und erfreuen sich ständig großer Beliebtheit, was in den Besucherzahlen deutlich zum Ausdruck kommt. Wenn dann gleich zwei Kapellen in einem Gemeinschaftskonzert musizieren, ist das Musikerlebnis noch größer. So war es auch am Wochenende, wo der Musikverein Deisenhausen zusammen mit einer Spielvereinigung des Musikvereins Ellzee und der Stadtkapelle Ichenhausen im Krumbacher Stadtsaal einen Musikgenuss im Doppelpack darbot.

So ein Konzert in dieser Formation gab es nicht zum ersten Mal, denn die Musikvereine haben einen gemeinsamen Nenner und das ist ihr Dirigent Konstantin Eheim. Er leitet beide Orchester musikalisch und lässt sie immer wieder zur Hochform auflaufen.

Nach den Begrüßungsworten durch den 1. Vorsitzenden Michael Probst vom MV Deisenhausen gaben die 40 Ellzeer Musikanten mit dem „Falkenauer Marsch“ aus der Feder von Blasmusikkönig Ernst Mosch eine Kostprobe aus dem bunt gemischten Programm. Nicht minder ausgefeilt, auf Dynamik und Artikulation achtend, präsentierte sich eine der bekanntesten Polkas vom böhmischen Militärmusiker Karl Vacek „Fuchsgraben“. Mit dem Konzertwerk „Last Call“ (Letzter Aufruf) von Otto M. Schwarz betrat das Orchester eine ganz andere Stilrichtung. Eingestuft als „sehr schwer“ in der Höchststufe mit einem funkigen Rhythmus hinterlegt und einigen Soloparts, müssen alle Musiker in diesem für Blasmusik ungewöhnlichen Werk ihr Können beweisen. Dem energischen Vorgängerstück folgten durch die stimmgewaltige Sängerin Alexandra Jörg durch die Musical-Pop-Ballade „Gold von den Sternen“ eine mitreißende Fassung aus dem Musical „Mozart“ und der Rockballade „The Show must go on“, einer der letzten Hits von „Queen“ – zwei Glanzpunkte des Konzertabends. Ein beschwingtes Tanzlied im raschen 2/4-Takt stellt die Polka „Herbstglück“ dar, der man sich als Zuhörer glücklich auch im Frühjahr hingibt, meinte die versierte Moderatorin Ulrike Kempfle und kündigte als Abschiedsstück den „Egerländer Musikanten-Marsch“ an.

Den Bühnenumbau benutzte stellvertretender Vorsitzender Stefan Bissinger vom Musikverein Ellzee, um sich bei den Deisenhauser Kameraden für das gemeinsame Konzert zu bedanken.

Ein fulminanter Einstieg der Deisenhauser Musiker

Die Tenorhörner fürchten ihn, Blasmusikfreunde lieben ihn: Den Marsch „Jubelklänge“ von Ernst Uebel. Er erfordert auch im hohen Blech von den Bläsern infolge der hohen Notation einen guten Ansatz. Den 35 Deisenhauser Musikanten, die mit diesem Marsch den zweiten Konzertteil begannen, gelang damit ein fulminanter Einstieg. Nicht umsonst bezeichnete die charmante Moderatorin Sophia Bürzle „jeden Takt als klingende Kostbarkeit“, was sich durchaus auf alle Konzertstücke übertragen lässt. Mitgenommen in die schöne Welt der Berge bei Kaiserwetter, durften die Zuhörer in der „Bergzeit-Polka“ eine melodisch und schwungvolle böhmische Polka genießen. Rudi Fischer schuf mit einer einfachen ländlerartigen Melodie und harmonischen und rhythmischen Figuren im Holz den „Petra-Walzer“, der im Finale mit einer Überraschung endete. Als Polka der Superlative gelte der „Musikantenstolz“ von Jaroslav Skabrada, so die Moderatorin und meinte, dass die Deisenhauser Musikanten „stolz“ auf ihren mit hohem Anspruch gewürzten Vortrag sein dürfen.

Im schwedischen Musikfilm-Drama „Wie im Himmel“ verkörperte die Ballade „Gabriellas Song“ die Titelmelodie und wurde in der Musikwelt bekannt. Wie schon im ersten Programmteil gehört, vermittelte Alexandra Jörg auch hier Gänsehautmomente mit ihrer gesanglichen Darbietung. Buchstäblich ins Schwärmen kamen nicht nur die Zuhörer, sondern vor allem anwesende Musiker bei dem rhythmisch und technisch äußerst anspruchsvollen Solovortrag „Farmer’s Tuba“. Auf eindrucksvolle Weise zeigte hier Florian Prokscha seine Spielfreude und sein talentiertes Können auf dem größten Blasmusikinstrument, der Tuba. Zum Programmende erinnerte Dirigent Eheim mit seinen Musikern mit der Polka „Eine stille Stunde“ nochmals an Ernst Mosch und durfte sich erst mit zwei Zugaben, „Finkensteiner Polka“ und dem Marsch „Sissi“ verabschieden.

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