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Kreisliga West

23.11.2019

Kreisliga West: So stehen die Clubs vor der Pause da

Hat der VfR Jettingen um Coach Sven Müller das Zeug, in den Kampf um den Relegationsplatz einzugreifen?

Ein klarer Favorit, ein spannendes Verfolgerfeld, Zufriedenheit hier, Enttäuschung dort: So ist die Lage bei den elf Kreisligisten aus dem Landkreis Günzburg.

Mit dem 20. Spieltag schließt sie Kreisliga West, so das Wetter es zulässt, das Spieljahr 2019 an diesem Wochenende ab. In 2020 stehen dann nur noch zehn Spieltage ab März auf dem Programm. Zeit, bei einem Blick auf die Tabelle die Hochs und Tiefs der Liga zu analysieren.

Der Favorit: TSV Ziemetshausen

Hörte man sich vor Saisonstart unter den Mannschaften um, so wurden verschiedene Namen als Favoriten für die diesjährige Kreisliagsaison genannt. Ein Verein war jedoch so gut wie immer dabei: der TSV Ziemetshausen. Und so präsentierte sich dann der ehemalige Bezirksligist auch in den ersten 19 Spielrunden. Mit einem kurzfristigen Trainerwechsel nur wenige Tage vor Rundenbeginn, als Karlheinz Schabel hinwarf, kamen die TSVler scheinbar mühelos zurecht. Und mit Neucoach Christian Jaut haben sie auch einen Volltreffer gelandet.

Jaut schaffte es binnen kurzer Zeit, dem Team seine Philosophie von modernem Fußball beizubringen. Auch das zwischenzeitlich recht stattliche Lazarett warf die Mannschaft und den Trainer nicht aus der Bahn und so manch „altgedienter“ Haudegen, wie etwa Kapitän Stefan Endres, Mittelfeldmotor Thomas Pietsch oder auch Sturmtank Norbert Maier, erleben ihren zweiten Frühling. Ergänzt wird das Konstrukt durch junge, hungrige Nachwuchskicker wie Julian Weber, Colin Fendt oder Marco Schneider. Fazit: Auch wenn’s Trainer Jaut (noch) nicht hören möchte – der Weg des TSV kann eigentlich nur in der Bezirksliga enden.

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Er erlebt mit dem TSV Ziemetshausen derzeit seinen zweiten Frühling: Stürmer Norbert Maier.

Das Verfolgerfeld: SpVgg Wiesenbach, VfR Jettingen

So richitg von Verfolgern kann man bei bis zu zehn Punkten Rückstand auf Platz eins eigentlich nicht sprechen. Aber um Platz zwei, also den Relegationsplatz, dürften sich allem Anschein nach im Frühjahr drei Mannschaften streiten. Das sind, neben dem zweitplatzierten FC Gundelfingen II, die SpVgg Wiesenbach und der VfR Jettingen. Mit ihnen stehen zwei alte Bekannte aus früheren Bezirksligazeiten auf den Plätzen drei und vier. Beide hatten sich zwischenzeitlich gar in der Kreisklasse wiedergefunden, haben einen Generationswechsel hinter sich und schielen dank offensivem und attraktivem Fußball wieder auf höchste schwäbische Regionen.

Auch bei der SpVgg hat man einen mehr als überraschenden Trainerwechsel mitten unter der Saison zu verkraften gehabt, mit dem Ur-Wiesenbacher Thomas Gornig und seinem Co-Trainer Christoph Schiller aber mehr als adäquaten Ersatz gefunden. Und beim Ligarivalen Jettingen steht mit Ex-Bundesligaprofi Sven Müller sowieso ein ausgewiesener Fußballfachmann mit gutem Draht zu jungen Spielern zur Verfügung. Und wenn das Verletzungspech beide Teams nicht übermäßig strapaziert, werden beide um den Relegationsplatz ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

Das Mittelfeld: Offingen, Günzburg, Mindelzell, Ellzee

Mit dem TSV Offingen, Aufsteiger Türk GB Günzburg, dem SV Mindelzell und der SpVgg Ellzee folgen dann vier Mannschaften auf den Plätzen fünf bis acht, von denen zumindest drei mit dem bisher erreichten voll und ganz zufrieden sein können. Günzburg, Zell und Ellzee scheinen weit weg von der Abstiegsregion und dürften das auch bleiben. Damit wäre der Wunsch nach einer entspannten und soliden Saison erfüllt.

Erkan Demirci kann mit dem Abschneiden seines Clubs Türk GB Günzburg zufrieden sein.

Lediglich am Offinger Mindelbogen hat man sich aber, angesichts zahlreicher Neuzugänge, ein wenig mehr ausgerechnet. Doch gerade die beiden Niederlagen gegen Gundelfingen II und Wiesenbach taten weh. Zudem hat man auch das ein oder andere Remis zu viel in der Statistik stehen. Zwar hat das Verletzungspech auch in Offingen zeitweise zugeschlagen. Doch noch ist nichts verloren, wenn es auch nach der Winterpause einer starken Serie bedürfte, um nochmal ganz oben ranzuschnuppern.

Die Enttäuschten: Thannhausen, Ichenhausen, Reisensburg

Drei Vereine aus dem Landkreis Günzburg belegen die Plätze 11 bis 13 (Relegationsplatz). Am ehesten noch zufreiden sein dürfte man bei Aufsteiger Grün-Weiß Ichenhausen. Vier Punkte vor dem Relegationsplatz und ein Spiel weniger als die darauf platzierte SG Reisensburg-Leinheim – für einen Neuling eigentlich doch ganz respektabel. Ähnliches gilt für eben jene SG, denn dass es schwer werden würde, darüber war man sich an der Donau vor Saisonbeginn voll und ganz bewusst. Den Abgang von Daniel Bolcek, das längere Fehlen von Tobias Vogler sowie eine Verletzung von Patrick Hartmann konnte der Verein nicht so einfach wegstecken. Vogler und Hartmann sind aber mittlerweile wieder an Bord und so dürfte man sich zumindest vom Relegationsplatz wieder lösen. Gelegenheit dazu gibt es aber erst nach der Winterpause. Die SG hat das Duell mit Grün-Weiß wegen widriger Platzverhältnisse abgesagt.

So sehen Überraschungssieger aus: Kreisliga-Kellerkind TSG Thannhausen gewann beim Spitzenreiter TSV Ziemetshausen – „verdient“, wie Gastgeber-Coach Christian Jaut einräumte.
Bild: Ernst Mayer

Am enttäuschtesten dürfte man am südlichen Ende des Landkreises Günzburg, beim Ex-Bayernligisten TSG Thannhausen sein. Eine gute Rolle wollte man in der Kreisliga spielen, hat mit Rainer Amann einen ausgewiesenen Trainerexperten an die Mindel geholt, das Umfeld neu geordnet. Kurz: Alles sollte irgendwie besser werden. Geklappt hat das bis jetzt noch nicht so richtig. Zwar zeigt die Mannschaft durchaus Potenzial und liefert auch immer wieder beachtliche Leistungen ab, wie etwa beim Sieg über Spitzenreiter Ziemesthausen. Doch folgen danach oft unerklärliche Aussetzter, wie zuletzt in Ellzee, als man klar die bessere Mannschaft war und trotzdem am Ende wieder mit leeren Händen dastand. Trainer Amann dürfte damit in der Winterpause hauptsächlich als Psychologe gefragt sein – dann dürfte es auch mit der TSG wieder aufwärts gehen.

Die fast schon Abgestiegenen: Großkötz, Neumünster

Zwei Mannschaften scheinen den Anschluss an den Rest der Liga bereits verloren zu haben. Da wäre einmal der SSV Neumünster aus dem Nachbarlandkreis Augsburg, der mit nur zwei Pünktchen stark an den erfolglosesten Verein der Bundesligageschichte, Tasmania 1900 Berlin, erinnert und bei dem wohl selbst ein mittleres Wunder nichts mehr helfen dürfte. Zumindest ein kleines Wunder, oder vielleicht etwas mehr, dürfte auch der VfL Großkötz benötigen, möchte man auch in der Saison 2020/2021 in der Kreisliga kicken. Fünf Punkte Rückstand bei einem Spiel mehr auf den Relegationsplatz, eine ellenlange Verletztenliste und manchmal auch Pech, lassen die Hoffnungen auf den Klassenerhalt für Kötz minimal erscheinen. Aber jetzt stehen erst mal vier Monate Pause an, die Kötzer haben das Spiel gegen Ellzee am Sonntag abgesagt. Zeit zum Wunden lecken, regenerieren und neuen Mut fassen. Denn ganz hat Trainer Gerd Wiedemann die Sache Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben.

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