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Krumbach

15.12.2020

Krippenschauen im Heimatmuseum geht in Krumbach auch virtuell

Tag für Tag holt Museumsleiterin Anita Roth eine Krippe aus dem Depot, baut sie auf und bereitet die Internetpräsentation vor. Ab dem 26. Dezember wird ein virtuelles Krippenschauen auf der Homepage des Mittelschwäbischen Heimatmuseums möglich sein.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Plus Wie Leiterin Anita Roth das Heimatmuseum in Krumbach auch im zweiten Lockdown lebendig halten möchte und was sie aus Corona gelernt hat.

Krumbach Wie wird das Weihnachtsfest 2020 werden? Was wird mit den Weihnachtsbräuchen in Zeiten der Corona-Pandemie? Muss deswegen auf das Krippenschauen heuer ganz verzichtet werden? Das sind Fragen, die derzeit viele Menschen umtreiben. Ein Konzept, wie das Krippenschauen 2020 trotz Corona stattfinden könnte, hatte Museumsleiterin Anita Roth bereits erarbeitet (wir berichteten). Doch die im Herbst steigenden Infektionszahlen und die sich immer weiter verschärfenden Gegenmaßnahmen machten alle noch vor ein paar Wochen überzeugenden Konzepte hinfällig. Das traditionelle Krippenschauen im Heimatmuseum kann nicht stattfinden.

Anita Roth versteht die Enttäuschung der Krippenfreunde und den Wunsch, das Krippenschauen 2020 doch noch irgendwie zu retten, ließ sie nicht los. Sie wird ab dem 26. Dezember Tag für Tag bis Maria Lichtmess eine Krippe, die bei einem früheren Krippenschauen ausgestellt war, auf der Homepage des Museums vorstellen.

Nach und nach werden Interessierte dort also eine Fülle von Krippen, versehen jeweils mit Erläuterungen, betrachten können. Die für diesjährige Weihnachtszeit geplante Ausstellung unter dem Motto „Krippen in ihrer Vielfalt - gestern und heute“ wird im nächsten Jahr stattfinden.

Virtuelle Krippen sind Idee aus einem anderen Angebot

Das virtuelle Krippenschauen ist eine Idee, die einem anderen Angebot des Museums folgt. Um die Wartezeit bis zur Wiedereröffnung des Museums zu verkürzen, wird derzeit jeden Tag ein Objekt aus den Sammlungsbeständen auf der Homepage vorgestellt. Die Auswahl folgt der Inventarnummer, sodass auch Objekte, die eher ein Schattendasein fristen, ihre Chance bekommen. Im Übrigen ist Anita Roth stolz auf ihre Bestände und möchte auch die Objekte des Depots gewürdigt wissen. Weil sie wertvoll sind, gehört zum Konzept des Mittelschwäbischen Heimatmuseums, unter dem Motto „Streiflichter“ in regelmäßigen Abständen Objekte aus dem Depot in einer Sonderausstellung zu präsentieren. Mit einer neuen Folge der „Streiflichter“ möchte Anita Roth die Saison 2021 eröffnen.

Sie habe gelernt, mit den Unwägbarkeiten der derzeitigen Situation zu leben und das Beste daraus zu machen, erklärt Anita Roth im Gespräch. Eine Möglichkeit sei es eben, den Interessenten auch virtuell Zugang zum Museum zu verschaffen. Des Weiteren habe sie gelernt, in der Krise möglichst flexibel zu sein. Würde morgen das Ende des Lockdowns verkündet, könne sie übermorgen öffnen, Anlauf- und Vorbereitungszeiten brauche sie nicht mehr. Wichtig sei es zudem in solchen Zeiten, sich zumindest phasenweise ganz autonom zu machen. Der Nazarenersaal werde wieder einmal ganz seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt, nämlich die wunderbaren Bestände dieser an der Kunst der Frührenaissance und biblischen Motiven orientierten Kunstrichtung zu zeigen.

Heimatmuseum in Krumbach will trotz Corona ein Forum für Kunst sein

Bei den „Streiflichtern“, der ersten Ausstellung im neuen Jahr, sei sie auch unabhängig. Denn natürlich sei es oft schwierig mit Partnern, wenn Termine wegen Corona platzten und Abmachungen nicht mehr eingehalten werden könnten, weil die Partner anderweitige Verpflichtungen hätten und nicht flexibel reagieren könnten. Und wenn eine Aktion des Museums ohne Partner nicht zu machen sei, dann müsse man die Aktion eben jahreszeitlich so platzieren, dass das Risiko minimiert würde.

Beispielsweise habe man die traditionelle Jahresausstellung des KULT samt Verleihung des Mittelschwäbischen Kunstpreises, ein garantierter Höhepunkt in jeder Saison, für 2021 in den Juli geplant, da sei man doch auf der sicheren Seite.

Kunst und Kultur sind von der Corona-Krise besonders hart getroffen worden. Für Anita Roth ist es eine Genugtuung, zu retten, was irgendwie zu retten ist. Sie denkt dabei gleichermaßen an die Kunstinteressierten wie auch an die Kunstschaffenden, für die ein Forum wie das Heimatmuseum ein wichtiger Partner ist.

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