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Krumbach

31.07.2019

Krumbacher Ärztetagung: Die Maserndiskussion ist wichtig und notwendig

Halten Impfungen bei Kindern und Senioren auch künftig für erforderlich: Dr. Hans-Peter Hadry (links) sowie Kinder- und Jugendarzt Dr. Marcus Härtle.
Bild: Hans Bosch

Hausärzte der Region Krumbach diskutierten bei einer Fachtagung über das Thema Impfen.

Ein Plädoyer für die Notwendigkeit verschiedener Impfungen, notfalls auch durch gesetzliche Regelungen, hielt Kinderarzt Dr. Marcus Härtle vor seinen Ärzte-Kollegen aus dem Raum Krumbach im Rahmen einer Fortbildungstagung des Hausärztlichen Qualitätszirkels im Gasthof Munding. Von besonderer Bedeutung sind für den Kinder- und Jugendarzt diese Präventivmaßnahmen bei Kindern und Jugendlichen sowie bei Senioren ab 60 Jahren. Großen Wert legt Härtle auf die Feststellung: „Die vielfach befürchteten Folgen einer Impfung stehen in keinem Verhältnis zum dadurch erreichbaren Erfolg.“ Zirkel-Vorsitzender Hans-Peter Hadry freute sich über das rege Interesse, verwies auf weitere ähnliche Vorträge im Herbst und stellte gleich zu Beginn an die Anwesenden die Frage: „Wer von euch ist nicht ausreichend geimpft?“ Mit Genugtuung stellten er und der Referent fest: Es gab nur positive Antworten. Auch darin sah Härtle ein Zeichen, dass die bisherigen Impfkampagnen als „große Erfolgsgeschichte der Medizin“ bezeichnet werden können, denen zur Vorbeugung vielfacher Erkrankungen weiter große Bedeutung zukomme.

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Krumbacher Kinderarzt rät zur Masernimpfung

Im weiteren Verlauf seines mit Dias untermalten Vortrags ging Härtle auf die einzelnen Impfungen ein, bezeichnete Masern als „gefährliche Erkrankung“, die im europäischen Bereich noch immer nicht ausgerottet sei, vielmehr trotz medizinischer und staatlicher Anordnungen auch in Bayern wieder zunehme. Für „wichtig und notwendig“ hält er deshalb die öffentliche Maserndiskussion und sprach sich für die Standardimpfung für Kleinkinder und eine Nachholimpfung bis zum 18. Lebensjahr aus. Eine einmalige Impfung gegen die Masern sei selbst für Erwachsene noch angebracht, wenn der Schutz fehle.

Eine ähnliche Situation sieht der Facharzt bei der Impfung gegen Pneumokokken, einem Erreger der Lungen- und Gehirnhautentzündung, besonders für Kinder bis zu fünf Jahren und für Senioren, bei Letzteren wegen des nachlassenden Immunsystems. Erschwerend komme bei diesen Erkrankungen die zunehmende Antibiotikaresistenz hinzu. Keuchhusten sei sehr ansteckend, zeige sich oft bei Erwachsenen und könne für Säuglinge lebensgefährlich werden. Gegen ihn empfahl er die Impfung zusammen mit der Tetanus-Schutzimpfung, was den Einstich nur alle zehn Jahre notwendig mache. Dagegen empfahl er jedem älteren Menschen dringend die jährliche Impfung im Herbst gegen die echte Grippe, die Influenza.

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Weitere Präventiv-Maßnahmen in Form von Impfungen empfahl Härtle bei Hepatitis A und B (Lebererkrankungen), Windpocken und Gürtelrose. Positiv für Härtle: „Deutschland ist seit 1992 frei von Kinderlähmung, dank der damaligen Impfkampagne.“ Dennoch müsse der Schutz weiter aufrechterhalten werden, da Kinderlähmung weltweit noch immer vorkomme.

Und wie soll sich der Arzt gegenüber Impfgegnern verhalten? Härtle: „Wichtig ist eine korrekte Information und Aufklärung. Nebenwirkungen sind äußerst selten.“ Bei Verweigerung der empfohlenen Impfungen lege er jedem Kollegen die schriftliche Dokumentation nahe.

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