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29.11.2010

Krumbacher Kerzenfabriken vereinen Tradition und moderne Technik

Krumbacher Kerzenfabriken vereinen Tradition und moderne Technik
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Krumbacher Kerzenfabriken vereinen Tradition und moderne Technik

Es ist ein unvergleichlicher Stimmungsmacher: Kerzenlicht. Dass die Produktion der wächsernen Lichtspender in Schwaben ausgeprägt ist, dürfte mit der Kundschaft zu tun haben: Die Kirchen sind gewissermaßen natürliche Abnehmer der Kerzen, nicht nur zur Weihnachtszeit.

Traditionelles Handwerk und moderne Technik - das verbinden die beiden Krumbacher Kerzenfabriken "Morsa" und "Steinhart" auf beeindruckende Weise. Seit über 360 beziehungsweise 85 Jahren werden in der Kammelstadt Kerzen produziert: Symbol-, Altarkerzen bis hin zu Kerzen für den Wohn- und Gartenbereich. Mit neuen Konzepten und neuen Maschinen haben beide Unternehmen in den vergangenen Jahren wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Eines ist jedoch gleich geblieben: Die Art und Weise, wie die Kerzen hergestellt werden, entspricht alter Handwerkstradition.

Die Kerzen werden durch Press-, Tauch-, Zieh- und Gießverfahren gefertigt. Vollautomatische Anlagen produzieren farbig übertauchte oder durchgefärbte Endprodukte. Der handwerkliche Reiz wird nach wie vor durch die Veredelung geprägt. Dies geschieht teils automatisch, teils in Handarbeit.

Handgemachtes Kunstwerk

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Neben dem Know-how für die Kerzenherstellung sind bei den Mitarbeitern der Krumbacher Unternehmen "Morsa" und "Steinhart" noch andere Fähigkeiten gefragt: ein Gefühl für Proportionen, Farbempfinden und natürlich Ideen bei der Verzierung - damit die Kerze letztendlich zum Kunstwerk wird. Zuvor aber wird der Dochtstrang, die Seele der Kerze, maschinell stundenlang durch flüssiges Wachs gezogen. Schicht um Schicht wächst der Stumpen. Die Kerzenwurst schließlich wird portioniert und kommt dann - aufgehängt am Docht - zum Austauchen. Ein Hartwachs-Mantel umgibt den Kerzenkörper, damit er nach innen abbrennt und seine Form nicht verliert.

Während sich alles auf die stille besinnliche Zeit freut, stecken die Mitarbeiter beider Unternehmen schon wieder mitten in der Produktion für das nächste Jahr. Das Thema Weihnachten 2010 gehört bei den Krumbacher Kerzenherstellern schon längst wieder der Vergangenheit an. Im Frühjahr verkaufen sich wieder vor allem gefüllte Gläser, Töpfchen, Windlichte und Laternen gut. Naturgemäß sind jedoch Frühjahr und Sommer die schwächere Zeit fürs Kerzengeschäft. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor auf den dunklen Monaten, in denen rund 70 Prozent des Jahresumsatzes verbucht werden.

Wettbewerbsmäßig haben die beiden Krumbacher Unternehmen kaum Berührungspunkte, weil "Morsa" und "Steinhart" ein komplett anderes Sortiment herstellen und somit eine andere Kundenstruktur haben. Zufall ist es jedoch nicht, dass es in einer Kleinstadt wie Krumbach gleich zwei große Betriebe aus der Wachsbranche gibt. Denn früher gab es ein gemeinsames Unternehmen. 1924 trennten sich die Partner.

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