1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Krumbacher Sportzentrum: Warum die Positionen verhärtet bleiben

Krumbach

10.12.2019

Krumbacher Sportzentrum: Warum die Positionen verhärtet bleiben

Abendliche Lichtspiele im Bereich des Krumbacher Hallenbads.
4 Bilder
Abendliche Lichtspiele im Bereich des Krumbacher Hallenbads.
Bild: Peter Bauer

Plus Hans-Dieter Srownal und die CSU sehen bei Sanierung großes Einsparpotenzial. Bürgermeister Fischer sieht dafür keine Belege. Warum er weiter intensiv für einen Neubau plädiert.

Die „nächste Runde“ in Sachen Schul- und Sportzentrum? Sie ist für Montag, 27. Januar im Krumbacher Stadtrat geplant. Dann wird ein Vertreter des zuständigen Planungsbüros Krug Grossmann Architekten (München) noch einmal grundsätzlich zum Thema referieren. Bürgermeister Fischer rechnet aber damit, dass es vor der Kommunalwahl im März keine entscheidende Weichenstellung mehr im Rat geben wird. Bekanntlich tritt bei der Bürgermeisterwahl der 2. Bürgermeister und CSU-Fraktionsvorsitzende Gerhard Weiß gegen Amtsinhaber Fischer an.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weitere Informationen zur aktuellen Lage im Krumbacher Stadtrat und zur Debatte um das Sportzentrum finden Sie in folgenden Artikeln:

Fischer wehrt sich gegen Kritik an seinem Politikstil

Krumbacher Sportzentrum: Warum die Positionen verhärtet bleiben

Beim Thema Sportzentrum geht’s erneut zur Sache

Gerhard Weiß möchte Krumbacher Bürgermeister werden

Sportzentrum: Warum die Lage verfahren ist

Sportzentrum Krumbach: Entscheiden jetzt die Bürger?

Fischer hat sich jetzt noch einmal nachdrücklich für einen Neubau des Sportzentrums (Sporthalle, Mensa, Hallenbad) ausgesprochen. Die jüngst vorgelegte Argumentation von Hans-Dieter Srownal (langjähriger Finanzvorstand des Dominikus-Ringeisen-Werks und früherer Krumbacher CSU-Stadtrat) hält er nicht für stichhaltig. Srownal hatte sich in enger Abstimmung mit der Krumbacher CSU und Jochen Jakob (Jakob Architekten) intensiv mit dem dem Thema befasst. Jüngst hatte er dem Bürgermeister seine Stellungnahme vorgelegt. Dort heißt es wörtlich: „Nach aller Erfahrung und wie mir auch mein zugezogener Bausachverständiger Herr Jochen Jakob versichert, ist bei einer Generalsanierung, bei der Fundamente und Außenmauern Bestand haben, mit deutlich geringeren Kosten als bei einem Neubau zu rechnen.“ Fischer weist diese Einschätzung zurück, es gebe dafür keine Belege. Eine exakte Berechnung der Sanierungskosten würde rund 1,5 Millionen Euro kosten, es müsste dann im Gebäudebestand jedes Detail geprüft werden. Fischer verweist darauf, dass man doch bereits in den Jahren 2015/16 lange über die Neudimensionierung des Sportzentrums debattiert habe. Ein wesentlicher Grund für einen Neubau einer Mehrzweckhalle sei seinerzeit auch gewesen, dabei Platz für die Menschen zu schaffen, die bislang noch die TSV-Turnhalle oder die Berufsschulturnhalle nutzen würden.

Die Planung für einen Neubau des Sportzentrums ging zuletzt bekanntlich von rund 32 Millionen Euro aus. Srownal schreibt in seiner Einschätzung, dass dieser „gegebenenfalls im Zeitraum 2022/23 zur Durchführung gelangen würde.“ So müssten wahrscheinliche Steigerungen der Baupreise einkalkuliert werden. Es müsse mit einer Endkostensumme von etwa 37,5 Millionen Euro oder gar bis zu 40 Millionen Euro gerechnet werden. Srownal weiter: „Wird also der Ersatzneubau nach derzeitiger Beschlusslage realisiert, stehen weitere Tilgungsmittel zur Kreditfinanzierung zusätzlicher großer Investitionen (Mittelschule, Kinder- und Jugendbereich, Stadtsaal u. v. a.) im Vermögenshaushalt nicht mehr zur Verfügung.“ Zudem müsse berücksichtigt werden, dass Einnahmen der Stadt wie die Gewerbesteuer auch konjunkturabhängig seien. Bezüglich der Alternative Generalsanierung gebe es zwar Zahlen zur Schwimmhalle, nicht jedoch zum sonstigen Bereich, insbesondere zur Sporthalle. In Rücksprache mit Jochen Jakob geht Srownal davon aus, dass bei einer Generalsanierung des Sportzentrums gegenüber einem Neubau in Sachen Einsparung „zumindest ein hoher einstelliger Millionenbetrag denkbar ist.“

Fischer spricht sich für einen Zweckverband aus

Fischer fehlen dafür die Belege. In seiner schriftlichen Antwort an Srownal betont Fischer: „Diese Annahme können wir, auch nach mehreren Tagen des Überlegens, nicht nachvollziehen.“ Für die genannten Sanierungskosten von rund 20 Millionen Euro gebe es keine „nachvollziehbare Herleitung“. Bezüglich der zu erwartenden Preissteigerungen bei einer guten Konjunktur verweist Fischer darauf, dass es in Zeiten einer starken Konjunktur auch höhere Steuereinnahmen gebe. Wichtige andere Projekte seien in den Investitionsplanungen der Stadt bereits berücksichtigt wie etwa 2,5 Millionen Euro für eine „weitere Kindertagesstätte“. Die Idee, das Schul- und Sportzentrum über einen Zweckverband ähnlich wie beim Leipheimer Gartenhallenbad zu finanzieren, gewinne für ihn erheblich an Bedeutung.

Fischer erklärt nochmals mit Nachdruck, dass eine Sanierung aus seiner Sicht mit deutlich höheren Risiken als ein Neubau verbunden sei. Denn es habe sich auch herausgestellt, dass der tatsächliche Bau des Schul-und Sportzentrums in etlichen Bereichen nicht mit den ursprünglichen Plänen übereinstimme. Diese Problematik würde eine Sanierung wohl erheblich verteuern. Berücksichtigt werden müsse, dass bei einem Neubau die Unterhaltskosten geringer seien. Erneut kritisierte er das laufende Bürgerbegehren gegen den Neubau des Sportzentrums, initiiert von Dr. Marcus Härtle (UFWG) und Achim Fißl (SPD). Die Initiatoren hätten nicht dargelegt, für welche Alternative sie denn konkret seien.

430000 Euro für laufende Reparaturkosten

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass allein schon in diesem Jahr etwa 430000 Euro für laufende Reparaturen im Schul- und Sportzentrum (zuletzt wieder im Hallenbad) ausgegeben worden seien. „Und das sind nur Provisorien!“ Verschiedene Firmen würden sich inzwischen weigern, Reparaturen zu übernehmen, auch weil mit Blick auf den Zustand der Anlagen keine Gewährleistung mehr möglich sei. Diesen schwierigen Weg bei den Reparaturen würden auch Landkreis und Umlandgemeinden nicht mehr mitgehen wollen. Die Zahl von 430000 Euro für provisorische Reparaturen müsse man zudem den Möglichkeiten gegenüberstellen, die es heute bei einem Neubau bezüglich der Belastungen für Krumbach im Kreditbereich gebe. Denkbar sei eine bis zu 30-jährige Laufzeit bei einer festen Bindung an einen niedrigen Zinssatz, bei dem die jährliche Belastung konstant bei rund 600000 Euro liege. Einem solchen ja gut investierten Betrag müsse man dann jährliche Kosten für provisorische Reparaturen von 430000 Euro gegenüberstellen. Da sei klar, wo das Geld besser angelegt sei.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren