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Krumbach

21.01.2020

Krumbacher Sportzentrum: Wegweisende Sitzung im Stadtrat?

Die Betonwände in die Jahre gekommen, ausgetretenes Wasser am Boden. Schwimmmeister Markus Sauer unterwegs durch die untersten Bereiche des Schul- und Sportzentrums.
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Die Betonwände in die Jahre gekommen, ausgetretenes Wasser am Boden. Schwimmmeister Markus Sauer unterwegs durch die untersten Bereiche des Schul- und Sportzentrums.
Bild: Peter Bauer

Am Montag 27. Januar ist das Großprojekt wieder Thema im Stadtrat. Welche Weichenstellung es geben könnte und wie wahrscheinlich ein Bürgerentscheid ist.

Wie geht es weiter mit dem Krumbacher Sportzentrum? Die Dauerdebatte geht jetzt in eine neue Runde. Am Montag, 27. Januar, 18.30 Uhr wird im Stadtrat ein Vertreter des zuständigen Planungsbüros Krug Grossmann Architekten ( München) noch einmal ausführlich zu dieser viel diskutierten Thematik referieren. Bürgermeister Fischer rechnete zuletzt jedoch damit, dass es vor der Kommunalwahl im März keine entscheidende Weichenstellung mehr im Rat geben wird (wir berichteten). Aber Krumbacher Ratsdiskussionen über das Sportzentrum haben ja bekanntlich immer wieder eine Eigendynamik entwickelt. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Achim Fißl und Stadtrat Dr. Marcus Härtle (UFWG) haben im Oktober ein Bürgerbegehren auf den Weg gebracht. Sie sprechen sich gegen einen Abriss des Sportzentrums aus. Wie Fißl jetzt auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, seien mittlerweile rund 800 Unterschriften gesammelt worden. Nötig seien rund 890 Unterschriften. Dann könnte es in einem weiteren Schritt zu einem Bürgerentscheid kommen.

Die Betonwände in die Jahre gekommen, ausgetretenes Wasser am Boden. Schwimmmeister Markus Sauer unterwegs durch die untersten Bereiche des Schul- und Sportzentrums.
Bild: Peter Bauer

Wann würde dieser stattfinden? Bürgermeister Hubert Fischer hat wiederholt betont, dass ein Bürgerentscheid zu einem kommunalen Thema nicht zeitgleich am Tag der Kommunalwahl (Sonntag, 15. März) über die Bühne gehen könne. Fißl macht das weitere Vorgehen jetzt vom Verlauf der Stadtratssitzung am 27. Januar abhängig. Würde sich dort eine Ratsmehrheit gegen den Abriss und einen Neubau des Sportzentrums entscheiden, dann wäre ein Bürgerentscheid nicht nötig. Denn dann wäre der Stadtrat ja auf einer Linie mit dem Anliegen der Initiatoren des Bürgerbegehrens. So richten sich die Augen von Befürwortern und Gegnern einer Neubaulösung für das Sportzentrum intensiv auf die kommende Stadtratssitzung. Sanierung und dabei Konzentration auf das schulisch Notwendige: Das müsse das Ziel sein, sagte Fißl.

Vor einigen Monaten wurde die Entscheidung, einen Förderantrag für das Neubauprojekt Sportzentrum bei der Regierung von Schwaben einzureichen, mit einer Ratsmehrheit von 15:10 Stimmen beschlossen. Also durchaus knapp.

Krumbacher Sportzentrum: Wegweisende Sitzung im Stadtrat?

Bürgerbegehren auf den Weg gebracht

Warum haben Fißl und Härtle das Bürgerbegehren auf den Weg gebracht und welche Alternativen sehen sie zu einem Neubau? Sie haben immer wieder hervorgehoben, dass verschiedene Varianten konkret geprüft werden sollten. Eine Generalsanierung, eine schrittweise Sanierung oder gar auch die Zusammenarbeit mit einem privaten Investor (Public Private Partnership, Öffentlich-Private Partnerschaft). Bei einer solchen Lösung könnte ein privater Investor die Anlage bauen, die Stadt würde sie mieten. Die Frage für einen Bürgerentscheid könnte so lauten: „Sind Sie dafür, dass das Sportzentrum (bestehend aus Hallenbad, Dreifachsporthalle und Mensa) statt durch Abriss und Neubau im Wege der Sanierung dauerhaft erhalten bleibt?“

So könnte ein neu gebautes Krumbacher Hallenbad aussehen. Doch noch ist ungeklärt, ob das Bad saniert oder neu gebaut wird.
Bild: Stadt Krumbach

Bürgermeister Fischer hingegen hat oft hervorgehoben, dass eine Sanierung aus seiner Sicht mit deutlich höheren Risiken als ein Neubau verbunden sei. Denn es habe sich unter anderem herausgestellt, dass der tatsächliche Bau des Schul-und Sportzentrums in etlichen Bereichen nicht mit den ursprünglichen Plänen übereinstimme. Diese Problematik würde eine Sanierung wohl erheblich verteuern. Berücksichtigt werden müsse, dass bei einem Neubau die Unterhaltskosten geringer seien. Wiederholt kritisierte er das laufende Bürgerbegehren gegen den Neubau des Sportzentrums. Die Initiatoren hätten nicht dargelegt, für welche Alternative sie denn konkret seien. Härtle und Fißl weisen darauf hin, dass laut Planer für das Neubauprojekt mit Gesamtkosten von rund 32 Millionen zu rechnen sei. Doch da seien die zu erwartenden Baukostensteigerungen der nächsten Jahre nicht berücksichtigt. Realistisch sei vielmehr eine Zahl von 36 Millionen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Kosten sogar an die 40 Millionen Euro heranreichen würden. Bereits jetzt sei klar, dass allein an der Stadt Krumbach zehn Millionen nicht förderfähige Kosten hängen blieben.

Härtle und Fißl befürchten, dass Krumbach nach einem Sportzentrumsneubau kein Geld mehr für wichtige Pflichtaufgaben wie Kita-Plätze oder die Weiterentwicklung der Mittelschule haben könnte.

Für Diskussionen sorgte vor Kurzem eine von Hans-Dieter Srownal (auf Wunsch des Bürgermeisters, dann auch von der CSU) vorgenommene Einschätzung. Der langjährige Finanzvorstand des Dominikus-Ringeisen-Werks und frühere Krumbacher CSU-Stadtrat hatte sich in Zusammenwirken mit der Krumbacher CSU und Jochen Jakob (Jakob Architekten) intensiv mit dem Thema befasst.

Welche Einsparungen sind möglich?

In Rücksprache mit Jochen Jakob geht Srownal davon aus, dass bei einer Generalsanierung des Sportzentrums gegenüber einem Neubau in Sachen Einsparung „zumindest ein hoher einstelliger Millionenbetrag denkbar ist.“ Fischer sagt dazu, es gebe dafür keine Belege. Eine exakte Berechnung der Sanierungskosten würde zudem rund 1,5 Millionen Euro kosten, es müsste dann im Gebäudebestand jedes Detail geprüft werden. Fischer hat darauf hingewiesen, dass man bereits 2015/16 lange über die Neudimensionierung des Sportzentrums debattiert habe. Ein wesentlicher Grund für einen Neubau einer Mehrzweckhalle sei auch gewesen, dabei Platz für die Menschen zu schaffen, die bislang noch die TSV-Turnhalle oder die Berufsschulturnhalle nutzen würden.

Der Bürgermeister wies wiederholt darauf hin, dass allein 2019 etwa 430 000 Euro für laufende Reparaturen im Schul- und Sportzentrum (zuletzt wieder im Hallenbad) ausgegeben worden seien. Zahlreiche Firmen würden sich weigern, Reparaturen zu übernehmen, auch weil mit Blick auf den Zustand der Anlagen keine Gewährleistung mehr möglich sei. Diesen schwierigen Weg bei den Reparaturen würden auch Landkreis und Umlandgemeinden nicht mehr mitgehen wollen. Bezüglich der zu erwartenden Preissteigerungen im Baubereich bei einer guten Konjunktur verweist Fischer darauf, dass es in Zeiten einer starken Konjunktur auch höhere Steuereinnahmen gebe. Und wichtige andere größere Vorhaben seien in den Investitionsplanungen der Stadt bereits berücksichtigt wie etwa 2,5 Millionen Euro für eine „weitere Kindertagesstätte“.

Weitere ausführliche Informationen zur Debatte um das Krumbacher Sportzentrum finden Sie hier:

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