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Kultur
04.02.2015

Von Kanada nach Krumbach

Gut getarnt im Schnee: eines der versteckten Kunstwerke.
Foto: Marc Hettich

Beim FreeArtFriday gab es Kunst kostenlos, versteckt von Künstlern in der Öffentlichkeit

Der Winter hat gerade heute wieder mal reichlich Schnee auf die Straßen geworfen. Die Kälte legt sich auf’s Gesicht, und ich frage mich, ob ich nicht besser gleich nach Hause gehen soll. Die Neugier ist aber stärker: Heute findet der erste FreeArtFriday in Krumbach statt. Auf dem Weg in den Stadtpark linse ich neugierig über meinen eng um die Nase geschlungenen Schal. Ich schaue genauer hin als sonst – auch auf die weniger offensichtlichen Flecken Krumbachs. Beim FreeArtFriday verstecken Künstler kleine Kunstwerke in der Öffentlichkeit. Irgendwo in der Stadt. Die Krumbacher Variante spielt sich im Stadtpark und auf dem kopfsteingepflasterten Gebiet der Innenstadt ab. Wer ein Kunstwerk findet, darf es behalten. Genauer hinzuschauen und die eigene Stadt besser kennenzulernen – das ist eines der Ziele der Veranstaltung. Andere selbstlos glücklich machen, freigiebig sein und den Alltag durchbrechen. Raus gehen, Menschen treffen, sich begegnen. Das sind hochgesteckte Ziele. Klappt so was in einer Kleinstadt? Der Zeitpunkt scheint – trotz winterlicher Kälte – sehr gut gewählt. Die Solidarität im Abschiebedrama um Gloria und Joseph Yosores, die Bemühungen, den Flüchtlingen aus Afrika und Syrien beizustehen und die Bewegung im Krumbacher Kulturleben haben die Menschen zusammenrücken lassen. Und tatsächlich finden Kunstwerke den Weg in die Straßen: Wabato Mad und Dominik Widmann vom Bildwerfer-Projekt sind nicht nur Initiatoren des FreeArtFridays in Krumbach, sondern auch fleißige Teilnehmer. Sie verstecken Skulpturen, Bilder und Mix-CDs – eine bunte Melange liebevoll gestalteter Kleinodien. Aber auch die Druckerei online-druck.biz und viele Menschen jeden Alters verteilen Notizbücher, Gedichte und kleine Gemälde.

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