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Bildung

24.07.2018

Lesen, schreiben, rechnen auf dem Tablet

Diskussion über das Thema digitales Klassenzimmer: Unser Bild zeigt (von links) den CSU-Landtagsabgeordneten Alfred Sauter, Regierungsvizepräsident Josef Gediga, Finanzstaatssekretär Hans Reichhart, Bezirksrätin Stephanie Denzler, Medienpädagogischer Berater Jürgen Schlieszeit, Schulamtsdirektor Thomas Schulze, stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab, Vermessungsamtsdirektor Peter Lauber und Claudia Klein, Sachgebietsleiterin Wirtschaftsförderung der Regierung von Schwaben.
Bild: Rebecca Mayer

Wie in den Klassenzimmern heimischer Schulen auf digitale Medien umgestellt werden soll

Sieben Zentimeter plus drei Dezimeter tippt der Lehrer auf der Tastatur am Lehrerpult ein. In den vorderen Reihen meldet sich ein Schüler. Während die Hände des Grundschülers über den Tablet-PC fliegen, erscheint schon die Lösung vorn auf der elektronischen Wandtafel. In den kommenden Jahren sollen an bayrischen Schulen digitale Klassenzimmer zur Regel werden. Für die Umsetzung des Projekts im Landkreis setzt die CSU auf eine Zusammenarbeit der Schulen und Gemeinden und spricht sich für eine einheitliche Ausstattung der Klassenräume aus. „Wenn wir vom digitalen Klassenzimmer sprechen, geht es immer um dreierlei“, sagt Schulamtsdirektor Thomas Schulze. Die Ausstattung der Schulen, die Technik, und ein gemeinsames Zentrum im Landkreis. „Heutzutage weiß jeder Schüler, wie man ein Smartphone oder ein Tablet benutzt. Aber wissen sie auch, wie man es sinnvoll bedient? Können sie ihre Daten sicher speichern?“, betont Schulze. „Für die Schulen ist es nicht nur wichtig, den Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen, sondern den Kindern den richtigen Umgang mit den Medien zu zeigen.“

Für die Umsetzung des Plans müssten sich auf der einen Seite die Schulleiter darüber Gedanken machen, welche Geräte sie brauchen, um digitales Lernen überhaupt anbieten zu können, erklärt Schulze. „Für die Finanzierung müssen auf der anderen Seite Gespräche mit den Kommunen stattfinden“, erklärte der CSU-Landtagsabgeordnete Alfred Sauter. Ziel sei eine einheitliche Ausstattung der Klassenräume. Vorreiter in Sachen Multimedia-Klassenzimmer ist die Grundschule in Jettingen-Scheppach. „ An unserer Schule arbeiten wir mit 50 Tablets und auch die Einrichtung des Klassenzimmers hat sich verändert“, erklärt Schulleiter Andreas Spatz. Neben der großen grünen Tafel hängt in den Klassenräumen eine weiße Leinwand („Whiteboard“). Nicht weit davon entfernt steht der Nachfolger des Tageslichtprojektors: die Dokumentenkamera. Ohne den Einsatz von Folien oder Folienstiften kann das Technikgerät mit seiner integrierten Kamera sogar Schülerhefte oder Bücher an die Wand werfen. Das klassische Lehrerpult ist zum Lehrerarbeitsplatz geworden. Jeder Lehrer hat einen Computer und einen Drucker auf seinem Pult stehen. Die Computer sind an die schnelle Internetverbindung angeschlossen und über das interne Schulnetzwerk miteinander vernetzt. „Dank des schnellen Internets können problemlos Filme im Unterricht gezeigt werden. Mit dem Intranet können interessante Arbeitsblätter eines Lehrers für das gesamt Kollegium freigeschaltet werden“, erklärt der Schulleiter. Auf den Tablets seien Apps, mit denen die Kinder üben können. „Das Tablet gibt sofort eine Rückmeldung, ob die Antwort richtig oder falsch war. Dank der verschiedenen Schwierigkeitsgrade könnten die Aufgaben individuell an die Leistung des einzelnen Schülers angepasst werden. Mit den Kopfhörern des Multimediageräts könnten sich Schüler mit Sprachproblemen die Aufgaben auch vorlesen lassen. Aber nicht nur die Schüler müssen etwas lernen, auch für Lehrerinnen und Lehrer stehen umfassende Fortbildungsprogramme an. Für die Umsetzung der Multimediawelt müsse zunächst an der Infrastruktur im Landkreis gearbeitet werden. „Alle Schulen werden mit einer schnellen Internetverbindung ausgestattet werden“, erklärt Josef Gediga, Regierungsvizepräsident. Für den Kauf der Mediengerätschaften würden die Träger der Schulen ein Budget zur Verfügung gestellt bekommen. Gediga zeigt auf eine Liste mit verschiedenen Geräten. Darunter Smartphones, Tablets oder Beamer. „Wie die Schulen ihr Klassenzimmer in Zukunft ausstatten, ist ihnen überlassen.“

Georg Schwarz, Bürgermeister von Thannhausen, hakt nach: „Muss ich als Bürgermeister nun 100 Tablets für alle Schulen bestellen?“ Dazu Schulze: „Die Schulleiter geben ein Konzept ab, wie ihr digitales Klassenzimmer aussehen soll. Mit dem Ausstattungsplan werden diese Anträge dann kontrolliert und die Fördergelder zur Verfügung gestellt.“ Anton Birle, Bürgermeister aus Ziemetshausen, sieht bei der Umsetzung des Plans Probleme. „Uns fehlt das Personal“, sagt er. „Wer baut die Internetleitungen an allen Schulen? An wen kann sich die Schule wenden, wenn es ein technisches Problem mit den Geräten gibt?“ fragt er. Hans Reichhart, Finanzstaatssekretär und Vorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion besänftigt: Auch wenn die Kapazität der Baufirmen im Moment ausgelastet sei, gehe es weiter. „Nun sind die Fördermittelrichtlinien für die Umsetzung herausgekommen.“ Wichtig sei es, dass die Lehrer umsteigen in die digitale Klassenzimmerwelt. „Das heißt schnell die Anträge ausfüllen und abschicken.“ Alfred Sauter betont, dass es insbesondere im technischen Bereich die Aufgabe des Landkreises sei, zu koordinieren und federführend tätig zu werden. „Es darf nicht sein, dass die Bürgermeister nach Feierabend ein technisches Problem des Schulbeamers lösen.“

Vom Einsatz der Tablets seien die Grundschüler in Jettingen-Scheppach völlig begeistert. „Toll wäre es, wenn jedes Kind ein Tablet zur Verfügung gestellt bekomme“, sagt der Schulleiter. Ab dem neuen Schuljahr werden sogar die ersten Klassen digital unterrichtet.

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