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Krumbach

23.07.2019

Lindenmayr verabschiedet sich als Leiter der Fachakademie in Krumbach

Digitalisierung des Unterrichts: Dafür steht auch das Smartboard, auf dem Dr. Heinrich Lindenmayr die Internetseite der Joseph-Bernhart-Fachakademie für Sozialpädagogik präsentiert. 14 Jahre stand er an der Spitze der Akademie. Nun geht er in den Ruhestand.
Bild: Peter Bauer

Dr. Heinrich Lindenmayr, seit 2005 Leiter der Joseph-Bernhart-Fachakademie für Sozialpädagogik, geht in den Ruhestand. Welche Akzente er gesetzt hat und was er jetzt vorhat.

Er blickt hinaus aus seinem Bürofenster auf die nur wenige Meter entfernte Kirche St. Michael. „Ja, vielleicht ist das hier einer der schönsten Plätze im Landkreis Günzburg“, sagt er dann. In der Tat ist der Arbeitsplatz von Dr. Heinrich Lindenmayr, dem Leiter der Fachakademie für Sozialpädagogik in Krumbach, ein besonderer. Die Akademie befindet sich im Krumbacher Schloss, das um 1530 erbaut wurde, nebenan die Kirche St. Michael. Die Kammel, der Stadtgarten und die Mühlkapelle sind nicht weit weg. Wenn Dr. Heinrich Lindenmayr über die Fachakademie spricht, dann immer wieder auch über diese besondere Lage. 14 Jahre stand der 64-Jährige an der Spitze der Fachakademie, nun geht er in den Ruhestand.

Digitalisierung? Im Jahr 2005, als der gebürtige Burgauer die Schulleitung übernahm, war die Dimension dieses Wortes nicht einmal annähernd absehbar. Welchen Umfang die Digitalisierung heute im Unterricht hat, lässt der Blick auf einen mächtigen Bildschirm im Untergeschoss der Fachakademie ahnen. Es ist ein neues, vor Kurzem angeschafftes Smartboard. Manche würden es vielleicht auch als eine Art Riesen-Smartphone oder Riesen-Tablet bezeichnen. All das, was die modernen Digitalgeräte leisten, ist hier im Großformat möglich, Verbindungen mit externen Datenträgern und Geräten funktionieren problemlos. Smartboard und Kreidetafel: Sie trennen gefühlte Lichtjahre. An der Spitze der Fachakademie hat Lindenmayr den digitalen Wandel des Unterrichts maßgeblich mitgestaltet.

Seit 1990 unterrichtet er an der Fachakademie

Lindenmayr unterrichtet seit 1990 an der Fachakademie, 2005 wurde er deren Leiter. In seinem Leben deutete zunächst nichts auf diese inzwischen 29 Jahre dauernde Verbindung hin. Er studierte von 1976 bis 1981 Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an den Universitäten Würzburg und Konstanz. Danach war er viele Jahre Dozent an der Universität der Künste in Berlin, die wissenschaftliche Laufbahn schien vorgezeichnet. Doch Lindenmayr hat den Blick auf seine Heimat nie verloren und der Wechsel an die Fachakademie machte vielfältige Begegnungen mit Menschen möglich, die es in den Jahren zuvor, im Wissenschaftsbetrieb, so nicht geben konnte. In der Krumbacher Fachakademie würden, wie es Lindenmayr umschreibt, Menschen zwischen etwa 16 und 22 Jahren in einer sehr wichtigen Lebensphase begleitet.

Lindenmayr verabschiedet sich als Leiter der 
Fachakademie in Krumbach

Die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern für Kindertagesstätten ist die wesentliche Aufgabe der Krumbacher Fachakademie. Die Ausbildung dauert fünf Jahre, rund 280 Studierende werden unterrichtet. Die meisten kommen aus den Kreisen Günzburg, Neu-Ulm und Unterallgäu. Einige auch aus dem Raum Augsburg oder Kempten. Zur Akademie gehört ein rund 30 Mitarbeiter umfassender Personalstamm, darunter 23 Lehrerinnen und Lehrer. Der Landkreis war viele Jahre Träger der in den 70er-Jahren im ehemaligen Krumbacher Landratsamt im Schloss eingerichteten Fachakademie. Vor rund einem Jahr wurde die Organisationsstruktur der Akademie auf einen neuen Weg gebracht. Zuständig ist nun die Gemeinnützige Schulträger GmbH der Bürgerstiftung des Landkreises Günzburg. Ehrenamtlicher Geschäftsführer der Schulträger GmbH ist Johann Huber, ehemaliger Präsident des Amtes für Ländliche Entwicklung. Mehrheitlich werde die Schulträger GmbH von der Bürgerstiftung des Landkreises getragen, einen weiteren Anteil habe der Landkreis. Bei der Einführung der neuen Struktur ging der Landkreis davon aus, dass er rund 300000 Euro jährlich einsparen könne. Lindenmayer sagt, dass sich die neue Struktur insgesamt bewährt habe und den Spielraum der Akademie erweitert habe. Ab dem Jahr 2020/21 soll bei der Erzieherausbildung eine zusätzliche Klasse eingerichtet werden. Ebenso soll es eine Fachschule für Grundschulkindbetreuung geben, in der die Ausbildung zwei Jahre dauert. Hier werde, so Lindenmayr, auch dem Umstand Rechnung getragen, dass die Ganztagesbetreuung an den Grundschulen immer mehr zunimmt.

Helmut Stuber ist sein Nachfolger

Ganztagesbetreuung: Das wird in den nächsten Jahren wohl ein zentrales Thema für Lindenmayrs Nachfolger Helmut Stuber sein. Der aus Sontheim im Unterallgäu stammende Stuber ist seit 2003 an der Fachschule für Heilerziehungspflege in Memmingen. Seit zwei Jahren hat er dort die Leitung, ebenso für die Altenpflegeschule. Am 1. August übernimmt er seine neue Aufgabe in Krumbach. Die Feierlichkeiten zum Wechsel finden dann am 27. September im Stadtsaal statt. Lindenmayr ist seit Kurzem Vorsitzender der Bürgerstiftung des Landkreises, so wird es weiterhin eine Verbindung zur Fachakademie geben.

In den vergangenen Jahren hat Lindenmayr in der Akademie zahlreiche Kulturveranstaltungen (unter anderem Lesungen im Literaturherbst) organisiert. Im kulturellen Bereich, beispielsweise bei den Lesungen zusammen mit Eva Gantner und Herbert Kramer, möchte Lindenmayr weiterhin auf eine vielfältige Weise aktiv sein.

Heinrich Lindenmayr ist auch Mitautor des umfassenden Werkes über den Landkreis Günzburg, das 2017 in einer grundlegend überarbeiteten Neuauflage erschienen ist. Mehr dazu in folgender Geschichte:

Römer, Legoland und die „Königin des Belcanto“

Und im Herbst möchte er mit Museumsleiterin Anita Roth im Mittelschwäbischen Heimatmuseum das Projekt „100 Jahre Künstler Alfred Hennings“ organisieren. Seit den 1990er Jahren schreibt Heinrich Lindenmayer regelmäßig für unsere Zeitung unter dem Kürzel „hli“. Und wenn er über das Kommende erzählt, dann spürt man: „hli“ hat noch viel vor.

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