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Krumbach

14.02.2018

Lingl ist unterwegs zu neuen Märkten

Für Geschäftsführer Hugo Schneider spielt die boomende Holzbranche für die Neuausrichtung von Lingl eine ganz entscheidende Rolle.
Bild: Peter Wieser

Nach schwierigen Zeiten hat sich bei dem Krumbacher Unternehmen ein Wandel vollzogen.

386 Mitarbeiter beschäftigt die Hans Lingl Anlagenbau und Verfahrenstechnik GmbH und Co.KG. derzeit in Krumbach, weltweit sind es 550. Bisher bildeten die Bereiche Grobkeramik, Sanitär- und technische Keramik sowie Automatisierung, Mechanisierung und Robotik die Standbeine des Unternehmens. Man habe Neuausrichtungen hinter sich, die Lingl für die Zukunft festigen sollen, erklärt Geschäftsführer Hugo Schneider. Das Krumbacher Traditionsunternehmen sei zwar für Anlagen im Bereich Grobkeramik prädestiniert, doch der Markt sei ein hart umkämpfter und gleichzeitig auch ein zurückgehender. 2017 sei der Exportanteil auf 71 Prozent gesunken – und genau dies verdeutliche die derzeitige geopolitische Lage, die sich auch nicht so schnell ändern werde.

Bereits Anfang April wurde direkt mit der Produktion gestartet

Seit einem Jahr ist das ehemals in Vöhringen ansässige Unternehmen, die SMB Maschinenbau GmbH, eine eigenständige Tochter von Lingl. Dort wurde damals schnell gehandelt, als man Ende Januar 2017 vom Insolvenzverfahren des Vöhringer Herstellers für Maschinen und Anlagen für die Holzindustrie erfahren hatte. Innerhalb kürzester Zeit erfolgte der Umzug nach Krumbach, bereits Anfang April wurde dort direkt mit der Produktion gestartet. Hauptgeschäfte von SMB sind Herstellung von Keilzinkenanlagen und technische Mechanisierungen. „SMB eröffnet uns neue Wege zu ganz neuen Märkten“, betont Hugo Schneider. Man habe verstanden, dass sich diese geändert hätten, fährt er fort. Schneider formuliert es so: „Mit den Absatzmärkten ändern sich auch die Produkte und Segmente.“

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Für Lingl eröffnet sich mit SMB die Möglichkeit, ein ganz neues Produktportfolio anbieten zu können, vor allem auch in anderen Ländern als bisher, etwa in Skandinavien oder Nordamerika. Hinzu kommen die langjährigen Erfahrungen in der Keramikindustrie, auf die Lingl nun zurückgreifen kann – ein Vorteil gegenüber anderen Wettbewerbern, speziell wenn es um die Herstellung von Komplettanlagen geht. Auch wenn die Umsätze im vergangenen Jahr nicht ganz den Erwartungen entsprochen hätten, sei es gelungen neue Geschäftsfelder zu integrieren.

Problemstellungen werden im Haus kenntlich gemacht

Der Holzmarkt sei eine boomende Branche, das werde sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern; so sieht es Hugo Schneider. Konstruktionshölzer würden immer stabiler. Wegen verschiedener neuer Techniken könnten Statiken dargestellt werden, die früher gar nicht möglich gewesen wären. Und genau diesem Trend folge man bei Lingl. Auch in anderen Bereichen gab es interne Veränderungen: Mit Laurenz Averbeck und Hugo Schneider (Geschäftsführung) stehen seit Dezember letzten Jahres Karl Liedel (Bereichsleitung Vertrieb) und Harald Gruber (Bereichsleitung Personalwesen) als Mitglieder der Geschäftsleitung mit an der Spitze des Unternehmens und damit für eine breitere Verteilung der Verantwortlichkeiten. Gleichzeitig wird mit dem Scouting von Führungsnachwuchskräften und Programmen für Facharbeiter die nächsten Jahre vorausgedacht.

Problemstellungen würden im Haus kenntlich gemacht. Dies gebe jedem Mitarbeiter die Möglichkeit, sich für bestimmte Projekte zu engagieren und sich bei diesen mit einzubringen. Bis zum dritten Quartal des Jahres soll eine Gesellschaft für Innovation, Forschung und Entwicklung gegründet werden. Ihren Sitz könnte sie in Krumbach haben. Ziel ist es, sich am Markt Vorsprünge zu verschaffen und sich gegenüber anderen Wettbewerbern die Kompetenzen zu sichern.

In diesem Jahr wird das Krumbacher Traditionsunternehmen 80 Jahre alt. Schneider freut das Erreichte. Aber es nütze nichts, sich auf den erworbenen Lorbeeren auszuruhen. Oder mit seinen Worten: „Das Gute ist nicht gut genug.“

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