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12.07.2010

"Lomir singn dort und dort"

Zum Auftakt des Hürbener Schlossfestes gab das Ensemble "Mesinke" einen musikalischen Einblick in die lebendige, vielfältige Tradition der Jidden in Osteuropa. Foto: Claudia Bader
Bild: Claudia Bader

Krumbach "Lomir singn dort", "Mir sin alle Brieder", "Die grine Kuzine" oder "A bissl Sun a bissl Regen" - wenn man auch die Liedtexte nicht immer verstand, so war die Botschaft der Gruppe "Mesinke" unmissverständlich. Zum Auftakt des mittlerweile 20. Hürbener Schlossfestes gab das Ensemble einem kleinen, aber aufmerksamen Besucherkreis einen tief gehenden Einblick in die lebendige, vielfältige Tradition der Jidden in Osteuropa. Der Abend unter freiem Himmel fesselte und machte Spaß.

Begeisterung und Schwung

Von Anfang an verstand es "Mesinke", mit gefühlvollem Gesang und Natürlichkeit die eigene Begeisterung und Schwung auf die Zuhörer überspringen zu lassen. Deutlich spürbar sind die starke innere Motivation und Überzeugung, mit der sie die Lieder und Instrumentalstücke vortragen. Das Repertoire der in Jiddisch, einer Mischung wie sie von den Juden in Osteuropa gesprochen wurde, gesungenen Lieder umfasst alle Lebensbereiche der Juden. Besonders die rhythmischen, lebensfrohen Songs mit ihren eingängigen Melodien regten zum Mitklatschen und zum Mitsingen an, zum Beispiel "Mir san alle Brieder".

Informationen über Sinn und Hintergrund

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Mit verbindenden Texten gab Erika Spielvogel zwischen den einzelnen Liedern aufschlussreiche Informationen über Sinn und Hintergrund der einzelnen Lieder. Denn hinter vielen fröhlich anmutenden Melodien verbargen sich ernste Texte, zum Beispiel das Lied von der "grinen Kuzine". Sie möchte ihr Leben in Amerika gut bestreiten, arbeitet sich letztlich aber auf. Auch das Lied vom Älterwerden "Die Räder drehn sich", die sehnsuchtsvoll klingende Melodie "Schnirele, Perele, gildene Fon" oder das sehnsüchtig an frühere Zeiten erinnernde "Lied vom goldenen Land" beeindruckten.

Vielfalt und Perfektion

Alle Mitglieder von "Mesinke" imponierten durch eine kaum zu bremsende Spielfreude und Begeisterung, zeichneten sich durch ihre enorme Vielfalt und Perfektion aus. Mithilfe einer Vielzahl von Instrumenten, vor allem der Klarinette, die so schön zu weinen und zu lachen vermag, verstanden sie es, jedem Vortrag eigenes Leben einzuhauchen.

Mit einer bewundernswerten Überzeugungskraft verschmolzen die Musiker historische und musikalische Bezüge zu einem Bild. Die Zuhörer spürten das schwer zu beschreibende Charisma und ließen "Mesinke" nicht ohne Zugaben von der Bühne. Gern stimmten sie in die humoristische Weise "Bei mir biste schein" ein.

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