Newsticker

RKI meldet am Sonntag 14.611 neue Corona-Fälle
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Märchen und Musik verzauberten

Benefizveranstaltung

23.11.2017

Märchen und Musik verzauberten

Märchenerzählerin Wera Müller-Krenn (Bildmitte) und die „Hagenrieder Zupfnudeln“ trugen mit Märchen und Musik viel „Licht“ in einen trüben Novembernachmittag.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Wera Müller-Krenn und die „Hagenrieder Zupfnudeln“ verwoben Sprache und Klänge

„Wenn man es nicht haben kann, soll man nicht denken dran.“ Gereimte Formeln kommen häufig vor in Märchen und oft enthalten sie einen weisen Rat.

Beim Auftritt von Märchenerzählerin Wera Müller-Krenn im Krumbacher Schloss wurde die Haltung der Bescheidenheit, ausgedrückt durch obige Formel, zur Bedingung dafür, dass die Personen das Gewünschte wider jegliches Erwarten doch noch erhielten. Nicht zuletzt wegen der guten Ratschläge, einer klaren Werteordnung und der ordentlichen Portion an Lebensweisheit sind Märchen zeitlos und erfreuen sich auch in einer technischen Lebenswelt großer Beliebtheit.

Stark war der Andrang zur Veranstaltung „Ohrenschmaus und Seelenfutter“, bei der Wera Müller-Kren und die „Hagenrieder Zupfnudeln“ Märchen aus unterschiedlichen Kulturen mit Volksmusik verwoben. Man mag viele Gründe dafür ins Feld führen, warum Märchen auch heute noch gepflegt werden sollten.

Aber unabhängig davon sind Märchen erst einmal gute Geschichten. Wera Müller-Krenn verstand es, die Spannung, die Vielfalt, die Überraschungsmomente und das Wundersame der Märchen zu vermitteln.

Mit der Stimme das Atmosphärische des Märchens zu gestalten, Spannungsbögen zu entwickeln, das Sprechtempo den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen, sinnvolle Pausen zu platzieren, immer wieder gezielt Mimik und Gestik einzusetzen, all die Grundlagen eines wirkungsvollen Erzählens hat Wera Müller-Krenn verinnerlicht. Sie zog die Hörer im Saal mit Haut und Haar in den Bann der Märchen. Nicht als bloßes Beiwerk und Füller der Pausen zwischen den Märchen sollten die Musikstücke sein. Das machten die „Hagenrieder Zupfnudeln“ schon dadurch deutlich, dass sie die Sprache zeitweise mit Klängen gezielt überlagerten. Immer wieder nutzten sie die Musik, ein Geschehen im Märchen fühlbar zu machen, eine bestimmte Stimmung zu vertiefen.

Als beispielsweise nach langer die Dürre die Pflanzen wieder Wasser bekommen und das Leben sich wieder regt auf der Erde, machte ein leises quirliges Zupfen verschiedener Instrumente vorstellbar, wie das frische Grün sich bildet und herausdrängt.

An anderen Stellen eignete sich die Musik dazu, die Vorstellungen und Fantasien der Hörer anzustacheln und sich weiter entwickeln zu lassen.

Am Ende war klar, dass die Akteure doppelte Versprechen des Titels „Ohrenschmaus und Seelenfutter“ eingelöst hatten. Gerade in der dunklen Jahreszeit und bei nasskaltem Wetter wirken Märchen und Musik als Wohltat. Nutznießer der Benefizveranstaltung war der Förderverein Dominikus-Ringeisen-Werk, in dessen Spendenkörbchen 750 Euro gelegt wurden. (hli)

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren