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Kirchhaslach

08.05.2017

Maibaumklau gegen die Regeln?

Beim Abtransport des Kirchhaslacher Maibaums vom Gelände des Oldtimervereins Unterallgäu haben die Mitglieder der „Bude Babenhausen“ den Zaun beschädigt. Das sagen zumindest Mitglieder des Feuerwehrvereins.
Bild: Claudia Bader

Nach dem Baum-Diebstahl in Kirchhaslach melden sich nun die Mitglieder des Feuerwehrvereins zu Wort. Sie sagen: Auch die Jugendlichen hielten sich nicht an die Tradition

Der Maibaumklau in Kirchhaslach und der von der „Bude Babenhausen“ nahe der Gemeindegrenze zum Fuggermarkt aufgestellte „Schandmaie“ (MN berichtete) haben beim Feuerwehrverein Kirchhaslach große Entrüstung ausgelöst. Wenn ein Maibaum in einem abgesperrten Gelände gelagert sei, habe dort niemand etwas zu suchen, sagen die Vorstandsmitglieder im Gespräch mit unserer Zeitung ohne ihre Namen nennen zu wollen. Dass die Baumdiebe bei ihrer nächtlichen Aktion einen Zaun beschädigt und viele weitere Regeln missachtet hätten, entspreche ebenfalls nicht der bayerischen Maibaumtradition.

Wie berichtet, klauten die Jugendlichen der „Bude Babenhausen“ den von den Kirchhaslacher Wehrmännern geschlagenen Maibaum wenige Tage vor der Freinacht. Der Baum befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Gelände des Oldtimervereins Unterallgäu am nördlichen Ortsrand von Kirchhaslach. Dass die Verhandlungen um eine „Auslöse“ scheiterten und die Greuther stattdessen einen neuen Baum besorgten, hat das „Bude-Team“ sehr geärgert.

Denn dies widerspreche der Tradition, so die Jugendlichen. Um nach den vorgegebenen Regeln zu handeln, haben die Babenhauser den Fichtenstamm zu einem „Schandmaie“ gestaltet und auf einer Wiese zwischen Babenhausen und Kirchhaslach platziert.

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Aus Sicht des Feuerwehrvereins Kirchhaslach ist dieses Schandmal aber völlig ungerechtfertigt. „Wir haben mit den Maibaumdieben Verhandlungen geführt, konnten aber auf die völlig überzogenen Forderungen von 150 Litern Bier und Spanferkel mit Beilagen nicht eingehen“, sagt der Kommandant. „Das ist der Baum bei Weitem nicht wert.“ Da die Fuggermärktler die angebotenen vier Kisten Bier für das Zurückbringen des Maibaums nicht akzeptiert hätten, sei keine Einigung zustande gekommen. Deshalb habe sich die Kirchhaslacher Wehr kurzerhand entschieden, einen neuen Baum zu schlagen.

Laut Feuerwehrvorstand habe dieser 140 Euro gekostet und sei damit erheblich günstiger als Bier und Spanferkel für zusammen rund 500 Euro gewesen. Außerdem hätten die Babenhauser „Bude-Mitglieder“ keinerlei Anstalten gemacht, den beschädigten Zaun um das Oldtimergelände zu reparieren. „Da wir dort nur zu Gast waren, müssen wir uns jetzt selber darum kümmern“, sagt der Vorsitzende des Feuerwehrvereins.

Außerdem hätten die Jugendlichen die Maibaumregeln in vielen Punkten nicht eingehalten. Danach müsse ein Maibaum von den Dieben mit Muskelkraft bis zum Ortsschild gezogen werden, so der Vorsitzende. „Wie der beschädigte Zaun und die Reifenspuren erkennen lassen, wurde unser Baum aber per Traktor vom Gelände abtransportiert. Da der Stamm noch nicht geschält war, konnte man nicht einmal erkennen, dass es sich um einen Maibaum handelt“, sagen die Vorstandsmitglieder.

„Wenn die Diebe ihre Forderungen heruntergeschraubt hätten, wäre bestimmt eine Einigung zustande gekommen. Ihre Pflicht wäre es dann gewesen, den Baum zurückzubringen und uns beim Schmücken zu helfen“, sagt der Vorsitzende des Kirchhaslacher Feuerwehrvereins.

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