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Maria Vesperbild

15.08.2019

Maria Vesperbild: Dienen als Akt der Menschenwürde

Der Augsburger Weihbischof Florian Wörner hielt an Mariä Himmelfahrt im Wallfahrtsort Maria Vesperbild das Pontifikalamt mit anschließender Lichterprozession. Mehrere tausend Gläubige feierten den Abend des Hochfests Mariens.
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Der Augsburger Weihbischof Florian Wörner hielt an Mariä Himmelfahrt im Wallfahrtsort Maria Vesperbild das Pontifikalamt mit anschließender Lichterprozession. Mehrere tausend Gläubige feierten den Abend des Hochfests Mariens.
Bild: Bernhard Weizenegger

Was der Augsburger Weihbischof Florian Wörner über "Maria 2.0" denkt. Guter Besuch im bekannten Wallfahrtsort am Himmelfahrtstag.

Pontifikalamt und Lichterprozession an „Mariä Himmelfahrt“ waren im schwäbischen Wallfahrtsort schon immer groß angelegte Demonstrationen. Hier treffen sich Tausende von gleichgesinnten Menschen. Sie treten lautstark betend und singend für ihr Denken und ihre Position ein. Sie setzen Zeichen und sie fordern einen Gesinnungswandel und die Änderung falscher Entwicklungen. Der Demonstration am Festtag der Aufnahme Marias in den Himmel gab der Augsburger Weihbischof Florian Wörner in diesem Jahr in seiner Predigt eine klare Zielrichtung.

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Vom Himmelfahrtstag in Maria Vesperbild gibt es bei uns eine große Bildergalerie.

Der Augsburger Weihbischof Florian Wörner hält an Mariä Himmelfahrt 2019 im Wallfahrtsort Maria Vesperbild das Pontifikalamt mit anschließender Lichterprozession. Mehrere tausend Gläubige feierten den Abend des Hochfests Mariens.
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Maria Himmelfahrt 2019 in Maria Vesperbild
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Wallfahrtsort Maria Vesperbild - seine theologische Ausrichtung und seine Anziehungskraft: Lesen Sie dazu unseren Kommentar:

Maria Vesperbild: Dienen als Akt der Menschenwürde

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Er brach eine Lanze für das Dienen, das nicht Erniedrigung bedeute, sondern die Menschenwürde bestärke. Er griff hierfür das Bild einer Gottesmutter mit zugeklebtem Mund auf, das unter dem Titel „Maria 2.0“ im Mai Furore gemacht hatte. Dieses Bild prangere an, dass Maria nichts zu sagen gehabt, sich willig der männlichen Unterdrückung gebeugt habe und das sei alles andere als zeitgemäß.

Weihbischof Wörner während der LIchterprozession.
Bild: Bernhard Weizenegger

Energischer Widerspruch mit drei Thesen

Weihbischof Florian Wörner widersprach energisch mit drei Thesen. Die Gottesmutter sei keineswegs schweigsam gewesen. Ihr Wort „Meine Seele preist die Größe des Herrn“ setzte Maßstäbe.

Das Gotteslob vergrößere Gott nicht, sondern denjenigen, der es ausspreche. Gott aus ganzem Herzen zu loben, das befreie, das tue gut, weil es der Sehnsucht des Menschen und der Menschenwürde entspreche.

Eine zweite Aussage Marias scheine den Verfechtern von „Maria 2.0“ recht zu geben. Maria bezeichnet sich als Magd. Das Dienen aber, so der Weihbischof, sei göttlich. Nicht nur Maria als Frau habe gedient, noch mehr sei Jesus als Mann dienend tätig geworden. Er begab sich durch seine Menschwerdung auf das Niveau des Menschen.

Im Stall, unter erbärmlichen Bedingungen, kam er zur Welt. Er half anderen, kümmerte sich um Schwache und Kranke. Er wusch anderen die Füße und schließlich gab er sein Leben hin.

Jeder, der selbst dienend anderen Menschen helfe, spüre, dass dadurch seine eigene Selbstachtung und Menschenwürde bestärkt würde.

Eine besondere nächtliche Stimmung in Maria Vesperbild.
Bild: Bernhard Weizenegger

Mit seiner dritten These prangerte der Prediger all das menschliche Bestreben an, das auf eine von Gott abgelöste Größe strebe. Der Turmbau zu Babel oder der Sündenfall seien gute Beispiele hierfür. Das „Hoch hinaus ohne Gott“ führe zwangsläufig zum Scheitern, ende in Sprachverwirrung und Missverständnis. Ganz anders sei es am Pfingstfest gewesen, als Maria und die Jünger dienend um die Hilfe des Heiligen Geistes baten. Das Ergebnis sei eine schrankenlose Verständigung von allen mit allen gewesen.

Pfingsten sei der Startschuss für die Kirche geworden, aber für eine Kirche und Seelsorge, die alles dienend von Gott her denke und sich als Werkzeug des Willen Gottes verstehe. Die schwäbische Demonstration am Festtag Mariä Himmelfahrt in Maria Vesperbild sollte der Welt zeigen, dass Dienen ein Akt der Menschenwürde sei und den Menschen erhöhe.

Das Pontifikalamt in Maria Vesperbild am Himmelfahrtstag: Im folgenden Bericht erfahren Sie, welche Veränderungen es zuletzt gab und auf welche Linie Wallfahrtsdirektor Reichart setzt.

Warum kommen keine prominenten Kirchenmänner mehr nach Maria Vesperbild?


Der Wallfahrtsort Maria Vesperbild: Grundlegende Informationen

Ursprünge:

Im Gegensatz zu anderen Wallfahrten steht am Anfang von Maria Vesperbild keine Erscheinung oder besondere Legende. Auf der Suche nach den Anfängen Maria Vesperbilds begegnen wir vielmehr dem intensiven Wunsch der Menschen nach Frieden, der über die Zeiten hinweg nichts von seiner Kraft eingebüßt hat. 1650, zwei Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648), stiftete der Pfleger der Herrschaft von Seyfriedsberg, Jakob von Sankt Vincent, eine geschnitzte Pietà, das Vesperbild, als Dank für die Rettung vor plündernden Soldaten.

Kirche:

Die geschnitzte Pietà zog immer mehr Menschen an, sodass bald eine kleine Kapelle, dann eine Kirche und schließlich 1754/56 unter dem Patronat der Grafen von Oettingen-Wallerstein, die seit dem Jahr 1667 Herren von Seyfriedsberg waren, die jetzige Wallfahrtskirche errichtet wurde. Die heutige Wallfahrtskirche Maria Vesperbild wurde unter der Regie des Oettingen-Wallersteinschen Hofbaumeisters Johann Georg Hitzelberger (1714 bis 1792) erbaut.

Vesperbilder Fatimagrotte:

Sie wurde 1957 eingerichtet. Das Marienbildnis in der Grotte wurde von Ludwig Schuster (1913 bis 1997) aus Langenneufnach geschaffen. Der Wallfahrtsort Fatima ist ein bedeutender katholischer Wallfahrtsort in Portugal. Berichtet wird, dass dort vor rund 100 Jahren, am 13. Mai 1917, die Gottesmutter drei Hirtenkindern erschienen sei.

Wallfahrtsdirektor:

Von 1988 bis 2017 war dies Prälat Wilhelm Imkamp. An der Spitze der Wallfahrt Maria Vesperbild gab es zum Jahreswechsel 2017/18 einen Neuanfang. Der 65-jährige Monsignore Erwin Reichart, zuvor Dekan des Dekanates Kaufbeuren und von 1988 bis 2018 Pfarrer in Ebersbach, ist seit Anfang des Jahres 2018 Wallfahrtsdirektor. Reichart hat mehrfach angekündigt, dass er den Wallfahrtsort Maria Vesperbild wieder enger an die Diözese Augsburg binden möchte. So kam zu Reicharts „Premiere“ in Sachen Großereignisse in Vesperbild am Pfingstsonntag 2018 der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa, an Pfingsten 2019 war der Augsburger Weihbischof Anton Losinger zu Gast. Nun zelebrierte Weihbischof Florian Wörner das Pontifikalamt.

Kirchenrenovierung:

In Maria Vesperbild steht eine Innen- und Außenrenovierung der Kirche an. Rund 2,7 Millionen Euro sind veranschlagt. Im Oktober soll es losgehen, im Sommer 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Der Wallfahrtsdirektor berichtete, dass bereits rund 220 000 Euro an Spenden für die Renovierung zusammengekommen sind.

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