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Thannhausen

31.03.2017

Maroder Trinkwasserspeicher muss saniert werden

Der Trinkwasserhochbehälter auf dem Thannhauser Eichberg muss saniert werden. In der Stadtratssitzung regte Manfred Göttner (Gruppierung Weiß) die Bassins mit Edelstahl auszukleiden. Dies sei wirtschaftlicher und hygienischer als die Becken erneut mit einer mineralischen Beschichtung zu versehen.
Bild: Stefan Reinbold

Die Beschichtung der Wasserkammern löst sich auf und muss dringend erneuert werden. Welche Überlegungen dabei angestellt werden und was das für die Bürger bedeutet.

Der Wasserhochbehälter auf dem Thannhauser Eichberg ist dringend sanierungsbedürftig. Schon seit einigen Jahren ist deutlich, dass die Beschichtung der beiden inneren Wasserkammern des Hochbehälters aus den 1960er Jahren beschädigt ist. An manchen Stellen tritt bereits der nackte Beton hervor. Bereits im Sommer vergangenen Jahres entdeckten Kontrolleure des Gesundheitsamt diesen Mangel und mahnten eine Überprüfung und gegebenenfalls eine Erneuerung der Beschichtung an.

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Lüftung über den Wasserbecken sicherheitstechnisch nicht mehr zeitgemäß

Daraufhin beauftragte die Stadt ein Sachverständigenbüro, die Situation zu beurteilen. Insgesamt, so die Gutachter, sei das Bauwerk in einem guten Zustand. Sie empfahlen jedoch, die Wasserbehälter im Inneren zu sanieren und erneut mit einer mineralischen Beschichtung zu versehen.

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Alternativ könnte auch eine Beschichtung mit Flüssigkunststoff erfolgen oder die Behälter mit Edelstahl oder Kunststoffelementen ausgekleidet werden. Wie Stadtbaumeister Stephan Martens-Weh in der Stadtratssitzung erläuterte, geht das Sachverständigenbüro von einer Summe in Höhe von rund 320000 Euro allein für die Erneuerung der Beschichtung aus. Die besonderen Rahmenbedingungen dieser Baustelle würden Kosten von weiteren 50000 Euro verursachen.

Ein Kritikpunkt des Gutachters bezog sich auf die Lüftungsanlage. Bei der Untersuchung wurden in den in die Decke einbetonierten Gussrohren Korrosionsspuren entdeckt. Zudem sei die Lage der Lüftungsrohre als einfache Öffnungen direkt über der Wasserfläche aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr zeitgemäß. Insofern sei eine entsprechende Erneuerung der Anlage empfehlenswert. Dies würde die Stadt weitere 25000 Euro kosten, rechnete Martens-Weh vor.

Die Zugänge zu den Wasserkammern über ungesicherte Leitern entsprechen laut Gutachter nicht mehr den modernen Anforderungen an die Arbeitssicherheit und müssten ebenfalls – etwa durch Treppen mit Podesten – ausgetauscht werden. Zusätzlicher Kostenpunkt: 18000 Euro. Für nicht zwingend erforderlich aber empfehlenswert hielt der Gutachter auch den Austausch der vorhandenen Gussleitungen durch Edelstahlleitungen sowie weitere kleinere Sanierungsmaßnahmen.

Wirtschaftlichkeit soll im Vordergrund stehen

Sollten alle Maßnahmen realisiert werden würden insgesamt Kosten in Höhe von rund 600000 Euro auf die Stadt zukommen, die wie Bürgermeister Georg Schwarz in der Sitzung ausdrücklich zu bedenken gab, über den Wasserpreis auf die Bürger umgelegt werden müssten. Seiner Ansicht nach sollten die Maßnahmen daher auf das Nötigste beschränkt werden, um den Wasserpreis nicht in unermessliche Höhen zu treiben.

Dem stimmte Manfred Göttner (Gruppierung Weiß) grundsätzlich zu, forderte seine Ratskollegen aber auf, „nicht so kurzfristig zu denken“. Er bevorzuge die Auskleidung der Wasserbehälter mit Edelstahl. Dieser Werkstoff besitze gegenüber der bisherigen Betonbauweise eine ganze Reihe an Vorteilen. So seien die Edelstahlbehälter absolut dicht, keimabweisend und müssten über Jahrzehnte hinweg nicht saniert werden. Für ihn stehe allein die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Er bat darum, zu prüfen, welche Kosten diese Variante verursachen würde.

Unterstützung erhielt er dabei von mehreren Ratskollegen. „Ich finde die Idee nicht schlecht“, pflichtete ihm Herbert Fischer (CSU) bei. Ansonsten sollten sich die Sanierungsarbeiten aber auf das Notwendige beschränken.

Von der Edelstahlvariante überzeugt zeigte sich auch Rudolf Haug (Grüne). Keinesfalls wolle er eine Auskleidung mit Kunststoff. Weil darin oft Weichmacher enthalten seien, fürchte er um die Wasserqualität. Dass dies der falsche Ansatz für’s Sparen sei, fand auch Stefan Herold (SPD).

Einstimmig beauftragten die Räte die Verwaltung, eine Kostenschätzung für die Edelstahlvariante einzuholen, die dann in einer der nächsten Ratssitzungen vorgestellt werden soll.

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