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Verkehr

18.07.2010

Mehr Wildunfälle während der Brunftzeit

Während der Brunftzeit häufen sich die Unfälle mit Rehen. Noch bis Mitte August ist das Risiko besonders groß. Von Katja Belitz

Das Szenario treibt Autofahrern den Angstschweiß auf die Stirn: Urplötzlich taucht ein Reh auf der Straße im Scheinwerferlicht vor dem Wagen auf. In diesen Tagen passiert das besonders häufig. Sechs Mal hat es sich in der vergangenen Woche in einer einzigen Nacht im Nachbarlandkreis Augsburg so abgespielt. Bei Leipheim stand am Mittwoch der Bahnverkehr still, weil ein Rehkitz von einem Zug erfasst worden war. Was ist los mit dem Wild?

Es ist Brunftzeit - die Tiere sind auf der Suche nach einem Partner und besonders umtriebig. Bis Ende Juli wird nun ausgefochten, welcher Rehbock zu welcher Ricke passt. Möglicherweise springt der Rehbock gerade einer Ricke hinterher, wenn er auf die Straße läuft. "Es kommt auch vor, dass ein Rehbock sich in das Revier eines anderen begibt, und der schlägt ihn dann ab", erklärt Deuringer und weist auf das dichte Straßennetz hin.

Doch es sind nicht die frisch verliebten Rehe allein, die an den Wildunfällen schuld sind. Karlheinz Fahrenschon ist Jagdberater des Landratsamts Günzburg. "Der Verkehr nimmt zu und es wird viel schneller gefahren als früher", gibt er zu bedenken. "Wenn langsamer gefahren werden würde, täten sich die Tiere auch leichter, ein Auto zu erkennen." Hinzu kämen Entwicklungen in der Landwirtschaft: Steht der Mais hoch und bis an den Fahrbahnrand, haben die Tiere laut Fahrenschon beispielsweise eine schlechte Sicht. Gute Erfahrungen im Kampf gegen Wildunfälle seien mit Reflektoren gemacht worden, wie Fahrenschon erklärt. Sie spiegeln das Scheinwerferlicht der Autos in Blau in Wälder und Flure hinein - ein Licht, das die Tiere aus der Natur nicht kennen. "Für sie bedeutet es Gefahr, sodass das Wild verscheucht wird", sagt Fahrenschon. Allerdings würden sich die Tiere irgendwann daran gewöhnen und vielleicht die Scheu verlieren. Außerdem besteht die Möglichkeit, Duftzäune zu errichten: Dabei werden Duftstoffe am Straßenrand verteilt.

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Duftstoffe an Gefahrenstellen

Doch Fahrenschon hält die Methode für kostspielig. Sie wird an besonders gefährlichen Stellen eingesetzt. Davon gibt es im südlichen Landkreis mehr als im nördlichen Gebiet, glaubt der Fachbereichsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt, Frank Kurtenbach. Er bekommt die Unfallstatistik schwarz auf weiß auf den Schreibtisch. 2008 gab es 746 Wildunfälle im Landkreis, 2009 waren es 744. "Damit sind wir natürlich nicht zufrieden", so Kurtenbach.

Wenn Tempolimits und Markierungen nicht ausreichen, wird in einigen Jagdrevieren die Abschussplanung verändert: Wo viele Unfälle mit Rehen passieren, werden mehr Tiere geschossen. Das Revier Hagenried sei so ein Fall. Kurtenbach berichtet, dass etwa 20 Prozent aller Unfälle im Kreis mit Wild zusammenhängen. Von Katja Belitz

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