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Ursberg

08.06.2018

Mit Fantasie, Mut und Gottvertrauen hat er Mauern überwunden

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Im Rahmen seiner Verabschiedung als stellvertretender Vorstandsvorsitzender wurde Hans-Dieter Srownal mit der Sieben-Schwaben-Medaille des Bezirks Schwaben für seine Verdienste durch Bezirkstagsvizepräsident Alfons Weber ausgezeichnet.
Bild: Stefan Reinbold

In den 36 Jahren, in denen Hans-Dieter Srownal im Vorstand des Ringeisen-Werks wirkte, hat sich die Einrichtung grundlegend modernisiert. Gleichzeitig blieb sie ihren Werten treu.

Treffender hätte der Leitgedanken unter dem der Festgottesdienst zur Verabschiedung Hans-Dieter Srownals am Dominikus-Ringeisen-Werk kaum formuliert werden können, als mit dem Psalmspruch „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern.“ In den fast vier Jahrzehnten – bis auf vier Jahre , in denen Srownal als kaufmännischer Vorstand das Ringeisen-Werk steuerte, hat sich das Bild der Einrichtung von einem geheimnisumwitterten, von der Lebenswelt der ’normalen’ Menschen abgetrennten Ort zu einem offenen und freundlichen Platz gewandelt, wo sich Menschen begegnen. Tatsächlich hat Srownal Mauern überwunden, indem er neue Mauern gebaut hat: Hausmauern. Für rund 142 Millionen Euro wurden unter der Ägide Srownals etwa 70 neue Einrichtungen gebaut und Generalsanierungen verantwortet, wie Vorstandsvorsitzender und Geistlicher Direktor Walter Merkt in der Feierstunde vorrechnete. „Mut, Fantasie und Gottvertrauen“, so Merkt, seien „die drei roten Linien“, die sich durch Srownals berufliches Leben ziehen. Wo kein Tag wie der andere und schon gar nicht vorhersehbar war. Wo mutige Entscheidungen und Maßnahmen getroffen werden mussten, in denen Weitsicht und Kreativität gefragt waren, „um Menschen mit Handicap ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“.

Diese Aufgabe habe er sehr gut bewältigt, befand Landtagsabgeordneter Alfred Sauter, der in seiner Rede die fast 50-jährige Freundschaft mit „HD“ betonte. Er habe erst später verstanden, was es bedeute, einerseits die Zahlen eines Unternehmens zu verantworten, und gleichzeitig „wertorientiert zu führen“. Mit seiner Art, die Menschen mitzunehmen und einzubinden, einem „gesunden Selbstvertrauen ohne Dich selbst zu wichtig zu nehmen, hast Du uns Politikern viel beigebracht“, räumte Sauter ein. Vor allem eines: Nicht immer nur darauf zu schauen, was es kostet. Obwohl Srownal stets ein zäher Verhandler gewesen sei, sei ihm der Konsens stets lieben gewesen, als der Dissens. „Du warst für Ursberg ein Glücksfall“, schloss Sauter. Für die „große Leistung für Menschen mit Behinderung und das Gemeinwohl“, wurde Srownal aus der Hand des Bezirkstagsvizepräsidenten Alfons Weber mit der 7-Schwaben-Medaille des Bezirks Schwaben geehrt.

Generaloberin Schwester Katharina Wildenauer würdigte ebenfalls Srownals Verdienste, in das Ringeisen-Werk eine Struktur zu bringen. „Dabei ging es ihnen nicht nur um Zahlen, sondern um die Menschen.“ Was ihr imponiert habe, war, „dass Sie ein Mensch geblieben sind“, wandte sie sich an Srownal. Sein „schallendes Lachen“, dass sie in der Zeit als Generalvikarin im Büro neben dem Srownals häufiger durch die Wand gehört hatte, habe ihr gezeigt, dass Finanzen auch lustig sein können.

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Zusammen mit seinen Vorstandskollegen habe Srownal das Ringeisen-Werk zu einem der größten Arbeitgeber Schwabens und einer Heimat für viele Menschen gemacht, sagte Finanzstaatssekretär Dr. Hans Reichhardt. Er schätze Srownal als ehrlichen Ratgeber und „Kämpfer für die Menschen, die keine Lobby haben“. Srownals Nachfolger, Michael Winter, der gestern offiziell eingeführt wurde, wünschte er viel Erfolg auf seinem Weg. „Blicken Sie zurück, woher er kommt, aber gehen Sie ihren eigenen Weg.

Drei Gefühle bestimmten derzeit seinen Gemütszustand, erklärte Srownal am Ende der vielen Lobeshymnen. Wehmut, Vorfreude und Dankbarkeit. „Ein Abschied gelingt nicht ohne Wehmut, andererseits ist die Vorfreude groß auf die neue Zeit.“ In gewissem Maße liege nun eine Zeit der „Resozialisierung“ vor ihm, indem er alle die Dinge, die ihm bislang seine Frau Anne-Rose abgenommen hatte, öfters selbst machen muss. Wie eng Wehmut und Dankbarkeit bei Srownal zusammenliegen, wird bei seiner Danksagung an all die Wegbegleiter, Mitarbeiter, Freunde und seine Familie sichtbar, als er immer wieder mit Tränen der Rührung kämpfen muss. Es sei ihm eine Ehre gewesen, 36 Jahre lang im Dominikus-ringeisen-Werk mitzuarbeiten. Mit Blick auf den neuen Vorstand und seinen Nachfolger gab er sich zuversichtlich: „Wir haben jetzt eine top Mannschaft.“

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