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Landkreis Günzburg

11.07.2019

Mit dem Auto sicher in den Urlaub - die Polizei gibt Tipps

Beim Beladen des Autos ist es nicht allein ausschlaggebend, den Stauraum sinnvoll zu nutzen. Sicherheit ist dabei ein großes Thema, denn Fehler oder Leichtsinnigkeit können schwere Unfälle nach sich ziehen.
Bild: Sebastian Gollnow, dpa (Symbolbild)

Plus Zur Urlaubszeit rollen Tausende Autos und Wohnmobile auf den Straßen, viele bis oben voll mit Gepäck. Die Beamten aus der Region erklären, worauf beim Beladen zu achten ist.

Wer sein Auto für einen Urlaub belädt, fühlt sich schnell an das Videospiel Tetris erinnert: Block auf Block aufeinanderstapeln und nur keine Lücke lassen. Doch das Stapeln hat Grenzen – nicht nur bei der Höhe. Denn im Kofferraum verschwinden die aufgestapelten Ebenen nicht wie bei Tetris, wenn sie voll sind. Wer sicher in den Urlaub fahren will, sollte sein Auto nicht geistlos vollstopfen – sonst riskiert er womöglich sein Leben.

Oftmals kommen die Gefahren von Dingen, die absolut profan erscheinen, sagt der Sachgebietsleiter für Verkehr und Verkehrserziehung der Polizeiinspektion Krumbach, Marcus Praschivka. Häufig habe er schon Autofahrer während Kontrollen auf derartige Dinge hingewiesen: „Es genügt schon, eine Wasserflasche auf die Hutablage zu legen. Bei einem Unfall kann die Flasche jemandem den Schädel brechen – egal, ob sie aus Glas oder Plastik ist.“ Wie er erklärt, werden Objekte im Wagen bei einem Unfall stark beschleunigt – und entwickeln dadurch eine gefährliche Menge an Bewegungsenergie. Laut einer Berechnung des ADAC schießen Objekte bei einem Frontalaufprall mit 50 Kilometern pro Stunde mit dem 30- bis 50-Fachen ihres Eigengewichts nach vorne. Eine Wasserflasche mit einem Liter Inhalt entwickelt daher eine Gewichtskraft von bis zu 50 Kilogramm.

Hunde im Auto wehren manchmal Helfer ab

Wie Praschivka sagt, gehe es ihm bei diesem Thema nicht um die Ahndung von Fehlern, sondern darum, Fahrzeugführer über die Risiken aufzuklären. Eine häufig unterschätzte Gefahr seien Tiere im Auto: „Ein Hund auf der Rückbank wird bei einem Unfall regelrecht zu einem Geschoss“, sagt er. Mehrfach habe er auch gesehen, dass Autofahrer kleine Hunde im Fußraum des Beifahrersitzes transportieren – eine große Gefahr, sollte sich ein Auto bei einem Unfall überschlagen. Doch ungesicherte Hunde im Auto stellen nicht nur während eines Unfalls ein Gefahrenpotenzial dar, sondern auch noch danach. „Es ist schon öfter vorgekommen, dass Hunde das verunglückte Auto nach einem Unfall verteidigt hatten, sodass Rettungskräfte nicht zu den Verletzten konnten“, erzählt Praschivka. Tiere sollten daher im Auto gesichert werden – etwa in dafür vorgesehenen Transportboxen.

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Doch wie bringen Autofahrer ihr Gepäck sicher unter? Praschivka rät, schwere Gepäckstücke unter leichteren zu lagern. Der Kofferraum sei der beste Ort dafür – sollte man Taschen auf den Rücksitz stellen, empfiehlt er, diese mit dem Gurt zu sichern: „Wenn man den durch eine stabile Schlaufe an der Tasche zieht, bleibt diese auch bei einem Unfall da, wo sie bleiben soll.“ Im Kofferraum sei es grundsätzlich ratsam, auf den „Formschluss“ zu achten. Also darauf, dass das Gepäck keine „Luft“ hat und zu locker sitzt. Praschivka rät außerdem zur Benutzung von Ladenetzen, die verhindern, dass Gepäck über die Rückbank in den Fahrerraum fliegen kann. Denn gerade Kombis lassen sich oft bis unter das Dach volladen.

Gegenstände auf der Autobahn "eine absolute Katastrophe“

Aber nicht nur das Gepäck im Auto kann gefährlich werden. Laut dem Dienststellenleiter der Autobahnpolizei Günzburg, Werner Schedel, landen mit erschreckender Regelmäßigkeit Gegenstände auf der Autobahn, die etwa von Dachträgern fallen. „So etwas ist eine absolute Katastrophe“, sagt er. Landet Gepäck auf der Windschutzscheibe eines anderen Autos, kann das schlimme Folgen haben. Selbst, wenn Objekte „nur“ auf der Straße zum Liegen kommen, drohen schwerste Unfälle. „Der Gegenstand auf der Straße muss dabei nicht einmal groß oder schwer sein. Auch ein kleines Hindernis kann Fahrer dazu verleiten, stark zu bremsen oder ein Ausweichmanöver zu starten. Das geht dann oft schief“, sagt Schedel.

Daher sei es unerlässlich, vor der Fahrt sämtliche Gepäckträger zu überprüfen – seien es Dachboxen auf dem Auto oder Stauräume bei einem Wohnmobil. Schedel zufolge sind bei langen Fahrten auch zwischendurch Überprüfungen notwendig: „Wer viele Kilometer unterwegs ist, sollte während Fahrpausen kontrollieren, ob noch alles am richtigen Platz sitzt.“ Auch die Polizei habe – verstärkt in der Urlaubszeit – ein Auge auf schwer beladene Fahrzeuge: „Es gibt zum Thema Ladungssicherung eigene Schulungsprogramme und Seminare bei der Polizei. Die Kollegen wissen also genau, worauf zu achten ist.“

Auch auf dem Rücksitz immer angeschnallt bleiben

Schedel ergänzt noch weitere Tipps für Autofahrer: Etwa, dass Verbandskasten, Warndreieck und Warnwesten leicht zugänglich sein müssen. Oder, dass Fahrer regelmäßig überprüfen sollten, ob Gurte zur Ladungssicherung noch richtig funktionieren oder getauscht werden sollten. Darüber hinaus betont er, dass ausnahmslos alle Mitfahrenden angeschnallt bleiben sollen: „Wir hatten leider schon Fälle, in denen sich Passagiere abgeschnallt haben, um auf der Rückbank zu schlafen. Als es dann zum Unfall kam, hat es sie aus dem Wagen geschleudert.“

Einen weiteren Punkt wird er nicht müde zu wiederholen: die Rettungsgasse. Sobald der Verkehr stockt, gilt es diese zu bilden. Wer ganz links fährt, fährt nach links, auf allen anderen Spuren fährt man nach rechts. „Viele Leute denken, dass man auf der Autobahn nicht viel falsch machen kann, da man nur geradeaus fährt. Doch die möglichen Gefahren sollte man nie unterschätzen“, sagt Schedel.

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