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17.07.2010

Mit dem falschen Ausweis am Eingang der Disco gescheitert

Landkreis Die zwei Burschen haben es gleich zu Beginn der Verhandlung eingeräumt: "Es war dumm von uns", sagte einer von ihnen. Doch die Einsicht kam spät. Ende Dezember hatten sie versucht, nach Mitternacht in eine Disco in Augsburg zu kommen. Das Problem: Einer von ihnen war noch keine 18 Jahre alt, darf also nach Mitternacht nicht mehr hinein ohne Aufsicht. Damit der Jüngere nun nicht den Rest der Nacht auf seinen 18-jährigen Kumpel im Auto warten muss, kamen sie auf eine Idee.

Was dabei herauskam, beschrieb der Staatsanwalt im Verhandlungssaal des Günzburger Amtsgerichts jetzt als "Missbrauch von Ausweispapieren". Der Jüngere der Angeklagten - beide kommen aus dem Landkreis Günzburg - schilderte die Geschichte so: Er sei es gewesen, der in die Disco gewollt hatte und er habe seinen Kumpel gebeten, ihm doch dessen Führerschein auszuleihen, um sich am Eingang der Disco durch die Alterskontrolle zu mogeln. Doch der Plan war schief gelaufen: Zwei Jungs, die hintereinander mit denselben persönlichen Daten - ein Mal auf einem Führerschein und ein Mal auf einem Personalausweis - durch die Tür wollten, fielen irgendwie auf.

Das war knapp zwei Monate vor dem 18. Geburtstag des jüngeren Angeklagten. Der darf zwar inzwischen offiziell bis weit nach Mitternacht in Diskotheken feiern, musste nun aber dem Richter Groß erklären: "Hätte ich nicht nach dem Führerschein gefragt, wäre die ganze Sache nie passiert." Der Richter hingegen hatte Bedenken, dass seinen beiden Angeklagten der nötige Ernst während der Verhandlung fehle. Er verwies mit Blick auf das Vorstrafenregister des Einen auf eine Körperverletzung und Beleidigung und belehrte daraufhin beide Angeklagte. "Wenn sie so weiter wurschteln, droht ihnen Freiheitsentzug."

Dieses Mal wurde das Verfahren gegen die zwei Burschen vorläufig eingestellt. Jeder von ihnen bekam Auflagen erteilt: So muss der Jüngere jetzt 20 Arbeitsstunden leisten, während der Ältere 200 Euro für gemeinnützige Zwecke zahlt - fast die Hälfte eines monatlichen Bruttolohns des Auszubildenden. (kabe)

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