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Krumbach

22.12.2019

Mitanand im Duranand beim Krippenschauen

Über eine vielzählige Besucherresonanz bei der Eröffnung der Krippenausstellung im Mittelschwäbischen Heimatmuseum in Krumbach freuten sich von links der Leiter der Beratungsstelle für Volksmusik Christoph Lambertz, Museumsleiterin Anita Roth, Heidi Landsperger, die Vorsitzende der Krippenfreunde im Heimatverein, und Bürgermeister Hubert Fischer.
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Über eine vielzählige Besucherresonanz bei der Eröffnung der Krippenausstellung im Mittelschwäbischen Heimatmuseum in Krumbach freuten sich von links der Leiter der Beratungsstelle für Volksmusik Christoph Lambertz, Museumsleiterin Anita Roth, Heidi Landsperger, die Vorsitzende der Krippenfreunde im Heimatverein, und Bürgermeister Hubert Fischer.
Bild: Werner Glogger

Gewachsene Krippen stehen heuer im Mittelschwäbischen Heimatmuseum im Vordergrund.

Schon bei der Ausstellungseröffnung zum „Krumbacher Krippenschauen“ im Mittelschwäbischen Heimatmuseum wurde deutlich, welche Vielfalt an Krippen in den kommenden Tagen dort zu bewundern sind. Eine große Zahl von Krippenfreunden, Krippenschnitzern und Gästen als Vertreter benachbarter Krippenvereine aus Illerberg, Jettingen-Scheppach, Burgau, Ichenhausen und Günzburg, die die Hausherrin und Museumsleiterin Anita Roth im Saal des Museums willkommen hieß, kamen als Erste in den Genuss, die Werke begabter Schnitzer und Krippenbauer zu besichtigen.

Die Museumsleiterin nahm eingangs Bezug auf das Motto „Mitanand im Duranand“, womit Krippen gemeint sind, die über viele Jahre immer weiter ergänzt werden. Diese Methode war früher üblich, weil zum einen die Zeit fehlte, um auf einmal eine komplette Krippe herzustellen, denn geschnitzt wurde immer nur in den Wintermonaten, wenn die Landwirtschaft ruhte. In der heutigen Zeit finden sich gewachsene Krippen nur noch selten, die Krippenschnitzer nehmen sich das ganze Jahr über Zeit für ihr Hobby bis die Krippe komplett ist. Deshalb seien heuer mit 44 etwas weniger Krippen zu sehen, dafür sind durch das „Wachsen“ teils sehr große bis zu drei Meter breite und mit über 200 Figuren bestückte Exponate zu sehen.

Ein enormer Arbeitsaufwand erforderlich

Kein Wunder, dass allein das Aufstellen der Krippen einen enormen Arbeitsaufwand erforderte. Roth dankte deshalb allen, die ihre eigenen Krippen zur Verfügung stellen und in relativ kurzer Zeit – im Museum fand vor kurzem der Adventsmarkt statt – die termingerechte Ausstellungseröffnung ermöglichten.

Mitanand im Duranand beim Krippenschauen

Nicht unerwähnt ließ Roth die tatkräftige Unterstützung durch den „Krippenkapo“ Josef Strobel, der als „Dirigent“ und Ratgeber den gesamten Aufbau überwachte, aber infolge Krankheit leider nicht anwesend sein konnte. Regelrecht begeistert und überwältigt von der Qualität der Ausstellungsstücke zeigte sich Bürgermeister Hubert Fischer.

Die Entwicklung im schwäbischen Krippenparadies habe phänomenale Ausmaße genommen, deshalb gebühre der Vielzahl von Menschen, die die Krippen bauen, anderen zeigen und damit in einer großartigen Gemeinschaftsleistung Kultur und Tradition fortführen und weitergeben, hohe Anerkennung.

Ein weiteres Highlight im Museum

Die diesjährige Ausstellung sei nach dem Adventsmarkt ein weiteres Highlight im Mittelschwäbischen Heimatmuseum. Schließlich wurden die Weihnachtsdarstellungen großteils gemäß dem diesjährigen Thema „Mitanand im Duranand“ bestückt, mit nach und nach, über Jahrzehnte gewachsenen Krippen mit unterschiedlichem Figurenbestand und vielen historischen, schwäbischen, orientalischen Darstellungen, sowie Kastenkrippen und bachenen Krippenbergen. Ein Beispiel zum Thema sei die sogenannte „Sanktjohanser-Krippe“, seit dem Ankauf 2015 im Heimatmuseum und jetzt in ihrer ganzen Pracht zu sehen, erklärte die Vorsitzende der Krippenfreunde im Heimatverein, Heidi Landsperger.

Die Krippe enthält Figuren und Szenen, an denen mehrere Schnitzer nach und nach zurückgehend bis Ende des 19. Jahrhunderts arbeiteten.

Auch eine offene Kastenkrippe ist ein Vertreter einer gewachsenen Krippe, wo mehrere Schnitzer und Zeitepochen dokumentiert sind. Den großen, historischen Krippenkasten, seit über 130 Jahren als Hauskrippe in Unterwiesenbach beheimatet, bezeichnete Landsperger als ein „Paradebeispiel unserer einmaligen, schwäbischen Simultankrippen“.

Mit ungefähr 280 Figuren

Der steil aufragende Krippenberg, überzogen mit Glimmer von zerstoßenen Glaskugeln, umgibt entsprechend den Evangeliumstexten mehrere Szenen aus dem Tempel, Hochzeit zu Kana, Flucht nach Ägypten und weiteres biblischen Geschehen mit ungefähr 280 Figuren. Nur aus Naturmaterialien besteht die Wandkrippe, die eine zerklüftete Rinde als Gebirge verwendet und die einzelnen Krippenszenen mit winzigen Masse-Figuren auf vier Baumschwämme verteilt.

„Die große Vielfalt an außerordentlichen Krippenleihgaben macht es mir schwer, nur einige wenige herauszupicken“ bedauerte Landsperger. Jedem ist es selbst überlassen, die liebevoll gestalteten „Krippla“ zu erkunden und empfahl vor allem die Kinder an die Krippe zum Schauen zu führen.

Die musikalische Umrahmung

Den musikalischen Part bei der Ausstellungseröffnung im Museum übernahm das Klarinettentrio Christoph Lambertz (Leiter), Ursula Rampp und Evi Heigl von der Beratungsstelle für Volksmusik in Krumbach.

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