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Konzert

24.09.2014

Musik für die Mission

Die Akteure des Benefizkonzerts für den Senegal in der Thannhauser Stadtpfarrkirche: (von links) Stadtpfarrer Hermann Drischberger, Abbe André Latyr Ndiaye, Jürgen Steber (Trompete), Wolfram Seitz (Orgel).
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Spielfreude, Virtuosität und Improvisation begeistern beim Benefizkonzert für den Senegal in Thannhausen

Von einer kleinen Tradition sprach Stadtpfarrer Hermann Drischberger zu Beginn des diesjährigen Auftritts von Jürgen Steber (Trompete) und Wolfram Seitz (Orgel) in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Zum vierten Mal in Folge stellten die beiden Musiker ihre Kunst in den Dienst an der guten Sache, der Erlös der Veranstaltung geht diesmal in den Senegal. Tradition hat aber nicht nur der Konzerttermin im Frühherbst. Tradition hat auch die Art und Weise, wie die beiden musikalisch wunderbar miteinander harmonierenden Künstler zu Werke gehen. Ihre Spiellaune scheint keine Grenzen zu kennen, ihre Virtuosität macht Staunen und erneut erwies sich Wolfram Seitz als genialer Improvisator an der Königin der Instrumente.

Drei Themen erschloss die Musik heuer: Lob des Schöpfers, Verehrung der Himmelskönigin und Innerlichkeit der Seele. Mutig griffen die Künstler dabei in den unerschöpflichen Fundus der Kirchenmusik. Sie präsentierten den festlichen Gestus eines Händel („Let the bright Seraphim“), den Töne, Klänge und Farben sprühenden Bach („Präludium und Fuge in E“), den jazzigen Rutter („Toccata in seven“) samt seinem mitreißend himmelsstürmenden Sog. In den ruhigeren Wellentälern des Konzerts erklangen Purcells „The Queen’s Dolour“ und Brahms’ „Schmücke dich, o liebe Seele“.

Musik für die Mission

Eine Umfrage in Vorbereitung des neuen „Gotteslob“ hatte ergeben, dass „Segne du Maria“ den Spitzenplatz in der Beliebtheitsskala der Gottesdienstbesucher hat. Über diesen liturgischen Hit improvisierte Wolfram Seitz. Er gab der anmutigen Melodie ein hohes, lieblich-zartes „Gewand“, er verlangsamte sie, schattierte sie ab, schickte sie in harmonisch fremde Gefilde. Mal profilierte er sie geradezu überdeutlich, mal versteckte er sie hinter dem vollen Werk der Orgel. Zahllose Register kamen zum Einsatz, um am Ende möglichst viel von dem zu erschließen, was Text und Melodie an Bedeutung in sich bergen.

Der lang anhaltende Applaus am Ende des Konzerts galt den Künstlern in doppelter Hinsicht. Als Anerkennung und Dank für den Genuss so schöner Musik und als Dank für das soziale Engagement der Künstler. Das zählt zu den schönen Seiten der Globalisierung, dass der Glanz eines Konzerts am Abend eines verregneten Herbsttages in Mittelschwaben in barer Münze ankommt in einer Krankenstation im Busch, 200 Kilometer von Dakar entfernt. (hli)

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