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Musikpicknick

30.06.2015

Musik und Gemeinschaft trotzen dem Regen

Der Chor Popchorn trotzte beim Musikpicknick im Krumbacher Stadtpark den widrigen Wetterumständen.
Bild: Marc Hettich

Sintflutartige Regenschauer konnten den Chor Popchorn, die Trommelgruppe Djabara, das Subkult-Team und auch das Publikum nicht vom Stadtpark fernhalten

Der Regen geht in Strömen auf den noch am selben Morgen vom Sonnenlicht gebadeten Rasen nieder. Pfützen auf dem Dach des Pavillons und im Zelt stehen dicht gedrängt die Sänger des Krumbacher Chores Popchorn.

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Für den Abend haben sie, die Trommelgruppe Djabara und das Subkult-Team ein Musikpicknick geplant. Mit unerschütterlichem Optimismus hielten die Veranstalter an ihrem Plan fest – und sollten belohnt werden. Gegen 19 Uhr hat der Regen nachgelassen – die Motivation der Musiker dagegen nicht. Eine beachtliche Zahl Gäste hatte sich gegen 19.30 Uhr im Krumbacher Stadtpark eingefunden und an den Biertischgarnituren Platz genommen. Stadträtin Ursula Bader hat diese kurzerhand bereitgestellt, Johanna Herold kümmerte sich um die Anlieferung.

Nicht rumjammern, sondern handeln. Dieses Credo schien über der gesamten Veranstaltung zu liegen. Entsprechend gut war die Stimmung im Publikum. Die etwa 150 Gäste lauschten zunächst den Chorarrangements bekannter Hits der Popgeschichte. Lieder von Abba und Boney M., aber auch Bryan Adams’ Klassiker „Summer of 69“. In dem Song beschreibt der Kanadier, wie er im Sommer 1969 seine erste Gitarre gekauft haben will. Chorleiter Charly Schur erläuterte schmunzelnd: „Im Sommer 69 war Brian Adams grade mal 10 Jahre alt. Ich kann mich noch gut an den Sommer 69 und meine erste Gitarre erinnern. Dann denk ich mir immer: Brian Adams hat den Song wohl über mich geschrieben.“ Seit vier Jahren ist der Chor als Unterabteilung des Liederkranzes Krumbach aktiv.

Musik und Gemeinschaft trotzen dem Regen

Eigentlich hatte Jürgen Langer schon mit einer Regenpleite gerechnet. Deswegen hatte der Leiter seine Trommeln weggepackt und seiner Band Djabara frei gegeben. Von der Hartnäckigkeit des Popchorn-Teams angesteckt, ist er aber doch geblieben und hat dann beschlossen, in kleiner Besetzung ein paar Stücke zu spielen. Und das war gut so. Die mitreißende Trommeldarbietung war ein interessanter Kontrast zu den Pop-Hymnen des Chores. Djabara kennt man unter anderem durch ihren Auftritt im Jugendzentrum. Seit zwei Jahren gibt es das Projekt in dieser Konstellation. Die Idee, afrikanische Trommelmusik zu machen, kam Jürgen Langer schon 1999, als er einen entsprechenden Workshop belegte. Inzwischen gibt er selbst Kurse.

Nachdem das Subkult-Team dann zwei Picknickkörbe mit gespendetem Inhalt versteigerte, ging erneut Regen nieder. Einige Besucher suchten das Weite – eine Menge Gäste harrte aber tapfer aus. Mikrofone und Boxen wurden schnell abgedeckt und der Chor sang einfach ohne Bühnentechnik weiter.

Direkt vor der Bühne, näher am Publikum und ohne die Mikrofontechnik auch ungehemmter, wirkte die Darbietung jetzt gelöster und inbrünstiger. Eine Ansammlung völlig durchnässter Menschen aller Altersklassen bewies, dass es für einen gelungenen Konzertabend kein 10 000-Plätze-Stadion und keine Millionen-Euro-Werbemaschinerie in einer hippen Großstadt braucht.

„Ihr wart ein tolles Publikum“, bedankte sich Charly Schur am Ende des Abends. Selten war dieser Standardsatz aus dem Floskel-Repertoire eines Musikers so ehrlich und treffend. (het)

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