1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Musikalischer Höhepunkt in Krumbacher Kirche

Krumbach

03.12.2018

Musikalischer Höhepunkt in Krumbacher Kirche

Mit der selten zu hörenden Kantate „Willkommen süßer Bräutigam“ von Vincent Lübeck demonstrierte das Vokalensemble der Berufsfachschule beim Adventskonzert große Stimmkultur.
Bild: Heinrich Lindenmayr

Die Musikerinnen und Musiker der Krumbacher Berufsfachschule für Musik beeindrucken bei ihrem Adventskonzert in Maria-Hilf die Besucher.

Innigkeit und Leichtigkeit finden gemeinhin eher selten zusammen. Beim Finale des diesjährigen Adventskonzerts der Berufsfachschule für Musik in der Stadtpfarrkirche „Maria Hilf“ war das anders, als das Salonorchester unter der Leitung von Thomas Frank „Panis angelicus“ von Cesar Franck interpretierte. Das bei Musikliebhabern so beliebte „Engelsbrot“ servierten die Krumbacher in einer Weise, als wäre die wundersame Stärkung durch solch immaterielle Speise die natürlichste Sache der Welt.

Begegnung mit selten aufgeführten Komponisten

Ein Salonorchester, von dem man eher etwas aus der Feder von Johann Strauß oder Franz Lehar erwartet, spielt geistliche Musik? Erstaunt war darüber wohl niemand mehr und auch das Überraschen hatte sich im Verlauf des Konzertes längst abgenutzt, denn hier dominierte das Außergewöhnliche.

Hier durfte man sich mit frappierenden Besetzungen anfreunden, selten aufgeführte Komponisten kennenlernen, darunter etliche moderne Tonsetzer, deren Werke erstaunlich gut und lustvoll ins Ohr gingen. Vivaldis „Winter“, inszeniert von drei Marimbas, erlaubte ein ungekanntes auditives Erleben der kalten Jahreszeit. Da pocht und klopft und knackt es und da scheint ein Eisregen niederzugehen, wenn an entsprechender Stelle im Original die Streicher lautmalerisch das wärmende Händereiben vorführen. Johann Sebastian Bachs 4. Brandenburgisches Konzert, ausgeführt von sechs Klarinetten, das ist eine echte Herausforderung.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Die beiden Blockflöten sind gewiss noch gut ersetzbar, aber der Part der Solo-Violine mit den nicht enden wollenden Klangstrudeln fordert ein Höchstmaß an Konzentration, Koordination sowie schier endlosen Atem. Das Konzert ist ein Forum, die Ausbildungsqualität der Berufsfachschule zu demonstrieren und dafür eignen sich derlei Arrangements bestens.

Daneben kam nicht zu kurz, was man sich speziell von einem Adventskonzert erwartet. Das Querflötentrio spielte ein „Minuetto“ von Quantz, als schwebten drei Engel und spielten mit dem Wind. Das Vokalensemble brachte in der Kantate „Willkommen süßer Bräutigam“ viel Anrührendes, Wiegendes, Flehendes zum Ausdruck, passend zur Hoffnungskultur des Advents. Und selbst das Blasorchester hatte es zur Aufgabe, mit viel Blech und Pauken „Rest“, also Ruhe, zu vergegenwärtigen.

Die Kunst und ihre humanitäre Nachwirkung

Die Gesamtkomposition des Konzertes tat ein Übriges: Beginnend mit festlichen Bläserklängen, einleitend durch die adventlichen Chorsätze über viele attraktive Stationen hinweg bis zum finalen „Engelsbrot“. Das Konzert erwies sich als austarierter Reigen an Gotteslob, Weihnachtsstimmung, Wohlklang, Harmonie, rhythmischer Präzision, Virtuosität und Stimmkultur. Lang anhaltender Applaus und das gute Gefühl, dass die Kunst der Ausführenden mittels der Patenschaft des Rotary-Clubs Krumbach und das Sponsoring der Raiffeisenbank Schwaben Mitte eine humanitäre Nachwirkung haben und der Arbeit des Offenen Tafelkreises Krumbach und der Kartei der Not zugutekommen wird.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren