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Krumbach

16.05.2018

Mut zu neuen Klängen in Krumbach

Ungewöhnliche Musik entstand zur Eröffnung der Ausstellung „Faszination Farbe“. Sigurd Rakel (links) zeigte sich fasziniert von der Arbeit der beiden Klangkünstler Markus Christ (Bildmitte) und Moritz Illner (rechts).

Zwei Tonkünstler malen bei der Vernissage des Krumbacher Malers Rakel ungewöhnliche Klangteppiche.

Die Verwandtschaft zwischen Malerei und Musik hat viele berühmte Künstler inspiriert, Paul Klee beispielsweise oder Wassily Kandinsky. Dort, wo ein Maler der Farbe hartnäckig den Vorzug gibt, ist die Nähe zur Musik besonders gut zu erspüren. Insofern scheint es konsequent, dass Sigurd Rakel zur Vernissage seiner Ausstellung mit dem Titel „Faszination Farbe“ zwei Klangkünstler eingeladen hatte. Beide hatten übrigens vor drei Jahren Textpassagen aus Kandinskys Buch „Klänge“ für den Bayerischen Rundfunk vertont.

Schon die Anordnung war vielversprechend, auf der einen Seite Markus Christ mit Schlagzeug und Trompete, auf der anderen Seite Moritz Illner am Bassetthorn, dazwischen zwei Vinyl-Schallplattenspieler. Was die beiden Künstler im Rahmen der Vernissage veranstalteten, mutete durchaus an wie Klangmalerei. Aus den Lautsprecherboxen kamen lange Töne beziehungsweise gleichförmige Rhythmen, die sozusagen die Grundierung der Bildfläche leisteten, in welche die Musiker mit den Instrumenten melodiös hinein malten. Es entstanden dadurch natürlich keine Bilder, aber atmosphärisch aufgeladene Klangräume, die korrespondierten mit den großformatigen Farbarrangements an den Wänden und dem, was diese an Stimmung erzeugen.

Diese Ton-Kunst lebt von der Improvisation, der Freiheit und dem Wagnis. Sie erfordert gleichermaßen ein Übermaß an Gespür und ein besonderes feinfühliges aufeinander Hören und Eingehen auf den Partner. Das Publikum zur Ausstellungseröffnung zeigte sich aufgeschlossen und dankbar für eine Kunst, die neue Wege geht. Wer sich auf diese Klänge einlässt, fühlt sich tatsächlich in eine andere und erfrischend fremde Welt versetzt, wie Sigurd Rakel kommentierte. Auf eben diesen Mut zum Neuen und Andersartigen komme es ihm an, erklärte Rakel. In die Tiefe gelange nur, wer die Beschränkungen des Wahrnehmens immer wieder durchbreche. Dass Picasso im Alter von 92 Jahren sein gesamtes künstlerisches Schaffen auf den Kopf gestellt habe, das hätte ihn seinerzeit befremdet. Heute nehme er sich das zum Vorbild. (hli)

Info Die Ausstellung „Faszination Farbe“ ist bis zum 27. Mai während der Öffnungszeiten der Galerie Rakel auf dem Lettenberg, Mittwoch und Sonntag von 15 bis 17 Uhr, zu sehen.

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