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Mopsfledermäuse

21.02.2015

Nach fast 40 Jahren wiederentdeckt

Die sehr gefährdete Mopsfledermaus konnte nach fast 40 Jahren wieder im südlichen Landkreis Günzburg nachgewiesen werden.
Bild: Untere Naturschutzbehörde

Warum Naturexperte von einer sensationellen Entwicklung spricht

Sie sind klein, tragen ein schwarzes Kleid, schweben nahezu lautlos durch die Nacht und wurden zuletzt vor fast 40 Jahren im Landkreis Günzburg beobachtet. Die seltenen Mopsfledermäuse galten in unserer Region über so viele Jahre als vermisst. Im vergangenen Jahr konnten mehrere adulte Tiere im südlichen Landkreis nachgewiesen werden und die Experten gehen davon aus, dass es auch eine Wochenstube gibt. Ottmar Frimmel von der Unteren Naturschutzbehörde spricht von einer sensationellen Entdeckung im Landkreis Günzburg.

Ein aufmerksamer Blick durch den Landkreis Günzburg offenbart eine struktur- und artenreiche Landschaft, die sofort ins Auge sticht. Hinter den Dörfern und Städten wechseln sich Wald und Gewässer mit offenen Wiesen, Feldern und Heckenrändern ab. Unzähligen Tieren bietet der Landkreis Günzburg, nicht zuletzt aufgrund vieler begeisterter Naturschützer, geeigneten Lebensraum. ,,Im südlichen Landkreis Günzburg kam es nun im vergangenen Jahr zu einer sensationellen Entdeckung“, berichtet Ottmar Frimmel von der Unteren Naturschutzbehörde. Experten ist es gelungen, mehrere erwachsene Individuen der Mopsfledermaus nachzuweisen. Besonders erfreulich ist dies, da die Mopsfledermaus zu den gefährdetsten Fledermausarten Mittel- und Westeuropas zählt.

Nicht zuletzt der Mensch trägt zu dieser Gefährdungslage bei. ,,So raubt beispielsweise die intensive Nutzung der Kulturflächen den Fledermäusen den Lebensraum, während der Einsatz von Pestiziden die Nahrungsgrundlagen entzieht“, erklärt Frimmel. Auch die Straßen- und Gebäudebeleuchtungen mit hohem UV-Anteil führen zu einer Dezimierung des Insektenangebotes. Alte Bäume, die mit ihren Höhlen nicht nur den Fledermäusen als Quartiere dienen, werden entfernt und fehlen den Tieren. Deshalb ist ein hoher Alt- und Totholzanteil auch in den Privatwäldern von großer Bedeutung, der beispielsweise auch den Spechten zugutekommt. Ausgediente Spechthöhlen werden wiederum gerne von Mopsfledermäusen als Quartiere genutzt.

In ganz Bayern sind laut Frimmel 23 Fledermausarten nachgewiesen. Insgesamt waren in den letzten Jahren im Landkreis Günzburg 12 Fledermausarten beheimatet. Darunter befinden sich Arten wie beispielsweise das große Mausohr, das graue Langohr, die Zwergfledermaus oder der große Abendsegler. ,,Nun ist Nummer 13 wieder da“, freut sich Naturschützer Ottmar Frimmel über den Nachweis der Mopsfledermaus im Landkreis. ,,Historische Unterlagen belegen, dass die Mopsfledermaus in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts sicherlich im Landkreis Günzburg heimisch war.

Das einzige Winterquartier im Landkreis

Sie wurde in Groß- und Kleinanhausen, Schnuttenbach, Stoffenried, Reifersweiler und Ettenbeuren beobachtet“, schildert Ottmar Frimmel. Hierbei handelt es sich allerdings vorwiegend um Einzelnachweise. In Oberwaldbach gab es eine Wochenstube und das einzige Winterquartier, das im Landkreis Günzburg nachzuweisen war. Die letzte belegbare Wochenstube befand sich im Jahr 1977 in Oberwaldbach. Seither wurde die Mopsfledermaus im Raum Günzburg nicht mehr gesehen.

Dem Schutz der Fledermäuse hat sich die Fledermausgruppe Günzburg verschrieben. ,,Neue Mitglieder sind uns sehr willkommen“, betont Frimmel und hofft auf zahlreiche Unterstützer. Zum Programm der Fledermausgruppe zählen unter anderem die Mithilfe bei der Reinigung der Fledermauskästen im Frühjahr sowie die Kontrolle der Fledermauskästen und der Wochenstuben im Sommer. Zudem stehen Angebote zur Aus- und Fortbildung in Sachen Fledermausschutz zur Verfügung. Im März begibt sich die Fledermausgruppe auf die Jahrestagung der südbayrischen Fledermausschützer nach München. Interessenten wenden sich am besten schriftlich unter o.frimmel@landkreis-guenzburg.de an Ottmar Frimmel. Telefonisch kann man sich unter 08221/95307 melden.

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