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Krumbach

12.02.2020

Neuer Chefarzt im Krankenhaus: Für ihn ist es auch eine Rückkehr

Dr. Sebastian Hafner ist neuer Anästhesie-Chefarzt in der Krumbacher Kreisklinik. Für Hafner, in Ichenhausen aufgewachsen, ist die Rückkehr in den Kreis Günzburg auch mit besonderen Heimatgefühlen verbunden.
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Dr. Sebastian Hafner ist neuer Anästhesie-Chefarzt in der Krumbacher Kreisklinik. Für Hafner, in Ichenhausen aufgewachsen, ist die Rückkehr in den Kreis Günzburg auch mit besonderen Heimatgefühlen verbunden.
Bild: Peter Bauer

Plus Dr. Sebastian Hafner ist neuer Anästhesie-Chefarzt in Krumbach. Wie die Krumbacher Klinik den Generationswechsel meistert.

„Es ist auch das gute Gefühl, nach Hause zu kommen.“ Als Dr. Sebastian Hafner über seine neue Aufgabe in der Klinik Krumbach spricht, dann wird schnell spürbar, dass diese für ihn mit einem besonderen Heimatgefühl verbunden ist. Hafner ist seit Februar der neue Chefarzt für den Bereich Anästhesie. Lange war er an der Uniklinik Ulm tätig, nun kehrt der 37-Jährige, der in Ichenhausen aufgewachsen ist, in den Landkreis Günzburg zurück.

Weiterhin in der Anästhesie tätig bleibt der bisherige Chefarzt Dr. Dieter Scheffelmeier. Auch das ist wichtiger Bestandteil dieses besonderen Generationswechsels. Doch der 64-Jährige, der seit 2005 Chefarzt der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin war, hat seine Stunden reduziert, er möchte, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung betont, künftig mehr Zeit für seine Familie haben. Dr. Volker Rehbein, Vorstand der Kreiskliniken in Günzburg und Krumbach, und Hafner freuen sich, dass Scheffelmeier der Klinik weiterhin als Oberarzt zur Verfügung steht. Auf diese Weise sei auch ein nahtloser personeller Übergang gewährleistet.

Erklärend, mit Nachdruck und Humor: Volker Rehbein, der Vorstand der Kreiskliniken Günzburg–Krumbach.

Dr. Sebastian Hafner ist am 3. Juli 1982 in Günzburg geboren, seine Familie ist mit Ichenhausen fest verwurzelt. Sein Vater führte zusammen mit seinem Bruder eine Futtermittelfabrik, seine Mutter war als Krankenschwester tätig. Landrat Hubert Hafner ist sein Onkel. Der Landrat habe sich aber aus dem Auswahlverfahren bei der Vergabe der Chefarztstelle strikt herausgehalten, hebt Klinikenvorstand Rehbein hervor. Im Auswahlverfahren habe sich klar herausgestellt, dass Sebastian Hafner die besten Qualifikationen mitbringe.

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Abitur in Günzburg im Jahr 2001

In Sebastian Hafners familiärem Hintergrund gibt es eine durchaus bemerkenswerte medizinische Komponente. Seine mittlerweile verstorbene Tante war unter anderem als Anästhesistin in der Krumbacher Klinik tätig. Sein Onkel ist Frauenarzt in Villingen-Schwenningen. Nach dem Abitur am Günzburger Dossenberger-Gymnasium 2001 begann Hafner mit dem Medizinstudium in Ulm (mit einem Auslandsaufenthalt in Bern). Sein weiterer Weg führte Hafner zu Professor Michael Georgieff, den Leiter für den Bereich Anästhesiologie der Uniklinik Ulm. Es folgte die entsprechende Facharztausbildung, ferner auch die Ausbildung zum Notarzt. Ein besonderer Höhepunkt für Hafner wurde der Forschungsaufenthalt im Labor von Professor Peter Radermacher, wo es unter anderem vertiefte Einblicke in die molekulare Medizin gab. Es folgte die Habilitation, damit kann Hafner als Privatdozent einen Lehrauftrag an der Uni Ulm wahrnehmen und Vorlesungen halten. Hafner beschäftigte sich auch intensiv mit der Kinderanäthesiologie und übernahm als Oberarzt an der Uniklinik auch zunehmend Personalverantwortung.

Planungsstudie für das neue Ärztehaus, das Bereich der Krumbacher Kreisklinik gebaut wird.
Bild: Jakob Architekten

Nun zieht es ihn beruflich in die Heimat zurück. Und damit erhält der Generationenwechsel bei den leitenden Ärzten in der Krumbacher Klinik sozusagen ein weiteres Gesicht. Mit Dr. Christian Vollmer wurde bekanntlich vor einigen Monaten im Bereich der Gastroenterologie ein kompetenter Nachfolger für den langjährigen Chefarzt Dr. Gerhard Richter gefunden. Ferner positioniert sich die Klinik Krumbach in der Gynäkologie (Frauenheilkunde) und Geburtshilfe mit Chefarzt Dr. Sebastian Mayer und der Leitenden Oberärztin Dr. Julia Haager neu (wir berichteten).

Neue Operationssäle und neues Ärztehaus

Gegenwärtig werden in der Krumbacher Klinik für rund zwölf Millionen Euro neue Operationssäle und eine neue Sterilisation gebaut. Errichtet wird ferner ein neues Ärztehaus, hier werden 5,5 Millionen Euro investiert. Eingerichtet werden hier unter anderem Räume für drei Günzburger Urologen und für das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ).

Klinikmanager Hermann Keller in dem Bereich in dem die neuen Operationssäle und die Zentralsterilisation entstehen.
Bild: Peter Bauer

Kliniken-Vorstand Dr. Volker Rehbein und der Krumbacher Klinikmanager Hermann Keller sehen die Krumbacher Kreisklinik auf einem guten Weg. Diesen Weg hat auch der bisherige Anästhesie-Chefarzt Dr. Dieter Scheffelmeier maßgeblich geprägt. Der in Temmenhausen bei Ulm aufgewachsene Scheffelmeier begann seine Tätigkeit als Arzt in Krumbach im Jahr 1985. 2005 wurde er Chefarzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Als Oberarzt bleibt er mit einer reduzierten Stundenzahl weiterhin für die Klinik tätig. Rehbein und Keller freuen sich, dass es möglich war, eine solche Lösung auf den Weg zu bringen. Medizinier in Teilzeit: Diese Möglichkeiten sollen weiter ausgeweitet werden.

Sie bauen derzeit in der Kreisklinik Krumbach die neue Hauptabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe auf: Chefarzt Dr. Sebastian Mayer und Leitende Oberärztin Dr. Julia Haager.
Bild: Peter Bauer

Initiator des Fördervereins Rettungsdienst

Scheffelmeier ist vielen auch bekannt als Initiator des Fördervereins Rettungsdienst Krumbach, der vor einigen Jahren für seine Tätigkeit mit der Silberdistel unserer Zeitung ausgezeichnet wurde. Nun reicht Scheffelmeier sein Wissen und seine langjährige Erfahrung weiter an eine junge Generation von Medizinern. „Die Motivation ist sehr hoch“, sagt der neue Anästhesie-Chefart Dr. Sebastian Hafner mit Blick auf seine neue Aufgabe in der Krumbacher Kreisklinik. Hafners Frau ist als Allgemeinärztin in Teilzeit in einer Praxis in Jungingen/Baden-Württemberg tätig. Die Familie Hafner hat zwei Töchter im Alter von sieben und vier Jahren.

Dr. Dieter Scheffelmeier
Bild: Monika Leopold-Miller

In seiner Freizeit ist Hafner unter anderem gerne mit dem Mountainbike unterwegs. In der Krumbacher Klinik mit rund 180 Betten sind nach Auskunft von Klinikmanager Herrmann Keller etwa 400 Mitarbeiter in Vollzeit und Teilzeit beschäftigt.

Weitere Informationen zur aktuellen Entwicklung in der Krumbacher Kreisklinik finden Sie hier:

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