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Ellzee

04.09.2019

Neuer Glanz für Ellzeer Kirche St. Katharina

Die Pfarrkirche St. Katharina in Ellzee präsentiert sich im „Gerüstkleid“. Außen ist die Renovierung nach dreimonatiger Bauzeit abgeschlossen.
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Die Pfarrkirche St. Katharina in Ellzee präsentiert sich im „Gerüstkleid“. Außen ist die Renovierung nach dreimonatiger Bauzeit abgeschlossen.
Bild: Kirchenverwaltung/Bisle

Wie der Stand der Arbeiten an der Ellzeer Kirche St. Katharina aussieht und warum der nächste Schritt besonders aufwendig ist.

Nach rund zweijähriger Prüfungs-, Planungs- Genehmigungs- und Finanzierungszeit konnte in dreimonatiger Bauzeit die umfassende Außenrenovierung der Pfarrkirche St. Katharina unfallfrei abgeschlossen werden. Kirchenpfleger Ferdinand Bisle zieht ein positives Fazit: Dem beauftragten Planer Gerhard Scherner aus Balzhausen und den beteiligten Fachfirmen ist es gelungen, den herausfordernden Zeitplan einzuhalten und weitgehend im Kostenrahmen zu bleiben. Die Ellzeer Kirchenverwaltung und das Pfarramt in Ichenhausen, zu dem die Pfarrei St. Katharina gehört, haben durch engagierte Mitarbeit und Organisation ihren Teil dazu beigetragen. Höhepunkt der Außenrenovierung war das Wiederanbringen des Turmkreuzes und der vergoldeten Turmkugel mit den darin befindlichen Dokumenten.

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Bereits bei der Demontage der Turmkugel im Juli war es spannend, welchen Inhalt sie preisgibt. In einer Kupferkapsel befand sich dann ein Zeitungsausschnitt der Mittelschwäbischen Nachrichten, eine Urkunde und ein verschlossener Briefumschlag. Alle Unterlagen waren aus dem Jahre 1963. Damals erfolgte unter Pfarrer Wilhelm Seiter, Kirchenpfleger Leonhard Seitz und Bürgermeister Leonhard Ost eine umfassende Generalrenovierung der Pfarrkirche in Ellzee.

Urkunde aus den Jahren 1687/88 berichtet über den Bau der Kirche in Ellzee

In der Urkunde vom 17. Juli 1963 ist Folgendes dokumentiert: „Um 1500 hatten die Bauern von Ellzee auf einem der burgauischen Landeshoheit unterstehenden Gemeindeplatz eine Kirche (Kapelle) mit dem Patrozinium St. Katharina erbaut. Der heutige Bau der Kirche stammt aus den Jahren 1687/88. Im Jahre 1787 wurde der seitherige ichenhausische Filialort Ellzee zu einer Lokalkaplanei umgewandelt. Nach dem Übergang des Dorfes an Bayern 1806 wurde Ellzee als selbständige Pfarrkuratie anerkannt“.

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Im Dezember 1961 fiel der Beschluss zur „Generalkirchenrenovierung der hiesigen Pfarrkirche St. Katharina mit zweigeschossigem Vorzeichen, Renovierung des Turmes mit einem Kupferblechdach, neues Ziegeldach des Kirchenschiffes, neuer Verputz an den Außenseiten der Wände“. Die Arbeiten dafür begannen im Mai 1963. Die Baukosten beliefen sich auf 52 000 Mark.

Bleibt noch die Frage nach dem verschlossenen Brief. Er stammt von der Bauschlosserei Alois Heichlinger aus Burgau, die damals mit vier namentlich erwähnten Helfern den gesamten Turm mit einem Kupferblechdach eingekleidet hat. Kirchenpfleger Ferdinand Bisle konnte mit der Firma Heichlinger leider keinen Kontakt mehr aufnehmen, weil es die Firma nicht mehr gibt und die Firmengebäude in Burgau abgerissen wurden. Alle alten Unterlagen wurden zusammen mit einem neuen Dokument, der Ellzeer Dorfgeschichte und einem Lokalteil der Mittelschwäbischen Nachrichten sowie den aktuellen Euro-Münzen im Wert von 3,88 Euro wieder in der Turmkugel untergebracht und sind damit für die Nachwelt erhalten.

Renovierung der Ellzeer Kirche in tagelanger Kleinarbeit

Für die Handwerker und Künstler verbleibt noch die schwierige Aufgabe die Decke des Langschiffes mit dem Gemälde „Die Dreifaltigkeit thronend über der hl. Katharina, dem hl. Josef und dem Bischof Ulrich“ von Konrad Huber wieder originalgetreu herzustellen. Die dazu erforderliche Vorarbeit, nämlich die sogenannte „Bockshaut“ zu stabilisieren – das ist die Tragschicht für das Gemälde – wurde von der Firma Cornelius Holzbock aus Thannhausen in tagelanger, mühevoller Kleinarbeit bereits erledigt. Nach der Renovierung des Gemäldes kann auch das Innengerüst entfernt und die Kirche in ihrer ursprünglichen Schönheit erstrahlen.

Die Ellzeer Kirchengemeinde freut sich schon auf das Patrozinium der hl. Katharina am 25. November, das dann in der neu renovierten Pfarrkirche besonders festlich gefeiert werden soll.

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