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27.09.2016

Neuer Thannhauser Pfarrer ist nicht nur „Manager des Glaubens“

Zahlreiche Geistliche aus der näheren und weiteren Umgebung waren zur Amtseinführung Stefan Finkls nach Thannhausen gekommen.
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Zahlreiche Geistliche aus der näheren und weiteren Umgebung waren zur Amtseinführung Stefan Finkls nach Thannhausen gekommen.
Bild: Christine Polleichtner-Hornung

Wie der neue Stadtpfarrer in Thannhausen eingeführt wurde und was er vor seinem Priestertum beruflich machte.

 Bis über ihre Kapazitäten hinaus gefüllt war die Thannhauser Stadtpfarrkirche bei der Amtseinführung des neuen Stadtpfarrers Stefan Finkl am vergangenen Sonntag. Neben vielen Bürgern aus Burg, Nettershausen und Thannhausen durfte Finkl auch zahlreiche Mitbrüder begrüßen. Auch aus seiner Heimatpfarrei Stadtbergen und seiner bisherigen Wirkungsstätte Marktoberdorf waren viele Gäste gekommen.

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Dekan Martin Finkel oblag im Auftrag von Bischof Dr. Konrad Zdarsa die Installation des neuen Pfarrers. Musikalisch umrahmt wurde die Abendmesse vom Kirchenchor Thannhausen sowie einigen Solisten unter der Leitung von Kirchenmusiker Robert Sittny. Die Begrüßung vonseiten der Pfarrgemeinde übernahm Pfarrgemeinderatsvorsitzende Barbara Müller. Sie freue sich auf ein gutes Miteinander und viele neue Impulse.

Das wünschte sich auch Stefan Finkl, der in seiner Predigt persönliche Worte an die Gemeinde richtete. Als gebürtigem „Augschburger“ sei ihm das hier gesprochene Schwäbisch nicht fremd, und auch sonst hoffe er auf ein faires Miteinander und viele schöne Begegnungen. In den letzten Wochen konnte er bereits erste Kontakte knüpfen und sei bereits gut aufgenommen worden. Thannhausen sei seine erste Pfarrstelle und auch als Priester könne er letztlich erst auf drei Jahre an Erfahrung zurückblicken. Deshalb freue er sich auf Tipps, Anregungen und Rückmeldungen.

Neuer Thannhauser Pfarrer ist nicht nur „Manager des Glaubens“

Geboren am 21. Dezember 1973 besuchte Finkl das Gymnasium St. Stephan in Augsburg. Nach dem Abitur 1993 und dem Zivildienst beim Malteser Hilfsdienst verbrachte er ein Jahr im Priesterseminar. Mit dem Wunsch, vielleicht doch eine Familie zu gründen, verließ er dieses und absolvierte eine Lehre als Bankkaufmann. Nach einigen Jahren in der Finanzbranche sattelte er um und war vier Jahre als Restaurantmanager bei McDonald´s tätig. Dort habe er Verantwortung für rund 50 Mitarbeiter gehabt und dabei viele Bic Mäcs und noch viel mehr Pommes Frites gesehen. Richtige Erfüllung brachten ihm dann allerdings zwei Jahre bei einer Ordensgemeinschaft in Österreich.

„Ich bin kein begnadeter Sänger“

Er trat erneut ins Augsburger Priesterseminar ein und wurde 2013 zum Priester geweiht. Nach Stationen als Diakon in Senden und als Kaplan in Marktoberdorf freue er sich jetzt auf seine eigene Pfarrei in Thannhausen und Burg. „Ich bin echt gern katholisch und sehr gerne Priester“, sagte Finkl und gab in seiner Ansprache auch einiges aus seinem Privatleben preis: Er trinke keinen Alkohol und keinen Kaffee. Einige seiner Hobbies seien Lesen, Auto fahren, Spielfilme und Kino. „Und ich bin kein begnadeter Sänger“, sagte er schmunzelnd. Aktuell wohne er noch nicht im Pfarrhof. Dieser werde bis November umgebaut. Während im Erdgeschoss Amtsräume und Büros geplant seien, werde er dann das Obergeschoss bewohnen. Er werde keine Haushälterin haben und sich selbst versorgen und er freue sich ab und an auch über eine Essenseinladung.

Den Gläubigen gab er den Rat, den irdischen Lebensweg ganz bewusst mit Gott zu gehen. Und sollte man sich einmal von Gott entfernt haben, könne man jederzeit zurückkommen. Er sei gerne bereit, hier zu unterstützen.

Beim anschließenden Begegnungsabend im Pfarrheim gab es dann Gelegenheit, ein persönliches Wort mit Stefan Finkl zu wechseln. Die stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab sagte, sie freue sich, dass sich Finkl Thannhausen als Pfarrstelle ausgesucht habe. Sie wünschte ihm, er möge sich die Freude an der Arbeit mit Menschen bewahren.

Auch Bürgermeister Georg Schwarz gratulierte Finkl zur neuen Pfarrstelle und wünschte ihm für die anstehenden Aufgaben viel Erfolg. Bei den vielfältigen Aufgaben sei ein Pfarrer heutzutage in gewisser Weise auch Manager. Und als solche könne er sich sogar eine Kooperation mit der Stadt vorstellen und spielte dabei auf Finkls berufliche Erfahrungen als Restaurantmanager an. Immer wieder kämen Jugendliche auf ihn zu und monierten, dass es in der Mindelstadt keine McDonald´s Filiale gebe: „Mit Ihnen als Manager des Glaubens und den entsprechenden Kontakten „nach oben“ und unseren Grundstücken, sollte dieses Unterfangen doch möglich sein“, sagte Schwarz augenzwinkernd.

Als Vertreterin des evangelischen Kirchenvorstands überbrachte Elfriede Koch Grüße der evangelischen Kirchengemeinde. Sie freue sich, dass so schnell ein neuer Pfarrer seinen Dienst antrete. Hier sei die katholische der evangelischen, aktuell vakanten, Gemeinde einen großen Schritt voraus. Mit Verweis auf die Selbstversorgung Finkls lud sie ihn zur wöchentlichen Mahlzeitgemeinde ein: „Wenn Sie mal Hunger haben, kommen Sie gerne vorbei.“

Dass Finkl der Ökumene aufgeschlossen gegenübersteht, lässt sich daraus ableiten, dass er zu seiner Amtseinführung auch zwei befreundete evangelische Pfarrer aus Markoberdorf begrüßen konnte.

Mit einem musikalischen Beitrag begrüßte die Pfarrei Heilig Kreuz den neuen Stadtpfarrer. Diakon Franz Gleich überreichte ihm einen Ortsplan von Burg: „Gott hat einen Plan, Sie haben jetzt auch einen“.

Für die vielen Ministranten hatte Finkl noch eine besondere Überraschung. Zu deren großer Freude erhielten sie im Anschluss an den Gottesdienst Wertgutscheine von McDonald´s. Der neue Stadtpfarrer also ein Manager des Glaubens? „Nicht nur“, wird mancher Gottesdienstbesucher sagen, der Finkl in seiner freundlichen, humorvollen und verbindlichen Art erlebt hat.

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