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Niederraunau

18.04.2019

Neues Gesicht für den Niederraunauer Kreuzweg

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3 Bilder
Nach der Renovierung des Kreuzweges wurde der Platz von Pfarrer Hermann Ehle im Rahmen einer Andacht gesegnet.
Bild: P. Bauer

Die Anlage auf der Höhe im Nordosten von Niederraunau wurde erneuert. Die Kreuzwegstationen sind mit einer wechselvollen Geschichte verbunden.

„Inmitten von schlanken Tannensäulen erhebt sich ein Kreuz mit einem aus Lindenholz geschnitzten Korpus. Kreuz und Stationenbilder sind eine Stiftung der Familie Plötz aus München-Vaterstetten.“ Eine Chronik der Ursberger St. Josefskongregation berichtet von der Einweihung eines Kreuzwegs auf der „Kultur“ nordöstlich von Niederraunau im Jahr 1934. Die eher nüchtern formulierten Sätze lassen allenfalls erahnen, was dieser Ort der Stille für so manche Menschen bedeutet. Die Geschichte dieses Kreuzweges gleicht einer kleinen Odyssee. 2006 wurden die im Krumbad eingelagerten Kreuzweg-Stationen wieder aufgebaut und vom Niederraunauer Pfarrer Hermann Ehle feierlich eingeweiht. Nun wurde der Kreuzweg von Elisabeth Merk und einer weiteren Gruppe von Helfern erneuert. Unter anderem wurden die Wege ausgekiest, Wurzelhindernisse wurden beseitigt, zwei neue Bänke aufgestellt. Im Rahmen einer Andacht wurde der Platz von Pfarrer Hermann Ehle gesegnet.

Als einen Ort, „von dem Zuversicht, Mut und Hoffnung ausgehen“, hat Ehle den Kreuzweg wiederholt beschrieben. Viele Menschen, die Not und Verlassenheit spüren, könnten hier Beistand und Trost finden. 13 Jahre nach der Einweihung stand Ehle bei der Kreuzwegandacht vor einigen Tagen wieder auf diesem Platz. Vorausgegangen waren, so berichtet Elisabeth Merk, rund sechsmonatige Arbeiten.

Ein Anliegen der Ursberger St.-Josefs-Kongregation

Im vergangenen Jahr hatte die 51-jährige Landwirtin, Wege- und Landschaftspflegerin (vielen auch durch ihre geschnitzten Werke bekannt) die Einrichtung der Grotte am Mühlberg auf den Weg gebraucht. Die Neugestaltung des Kreuzwegs war nun das nächste Niederraunauer Projekt, das Elisabeth Merk wiederum gemeinsam mit weiteren Helfern durchgeführt hat. Ziel sei es gewesen, den ursprünglichen Charakter der Anlage zu erhalten, aber beispielsweise die Wege so zu gestalten, dass sich dort auch Menschen mit Behinderungen besser bewegen könnten. Dies sei auch für die Ursberger St.Josefs-Kongregation ein wichtiges Anliegen. Mit dieser seien die Maßnahmen eng abgestimmt. Mit Blick auf die Arbeiten im Wald sei ein Ursberger Forstberater konsultiert worden. Elisabeth Merk betont, dass die Wege nicht verbreitert worden seien. Nach dem Auskoffern seien die Wege ausgekiest worden und nun wesentlich besser begehbar. Der umliegende Wald sei durchforstet worden, um seine dauerhafte Entwicklung sicherzustellen. Entlang der Wegränder wurde Rindenmulch als Umrahmung platziert, ferner wurden die Wege mit Blumen verziert, die von Liebl Gartenbau zur Verfügung gestellt wurden. Die Zahl der Bänke wurde von zwei auf vier erhöht, hier war auch der Krumbacher Bauhof aktiv. Dank des umfassenden ehrenamtlichen Einsatzes fielen, so Elisabeth Merk, lediglich Materialkosten in einer Höhe von rund 8000 Euro an, die Ursberger St. Josefskongregation übernahm davon 4000 Euro.

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Elisabeth Merk freut sich über die umfassende Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer. Darunter sind ihr Mann Anton, Roland Micheler, Michael Kratky, Thomas Schmidt und Josef Schiller. Klemens Funk hat die Andacht zur Segnung des Platzes organisiert.

Mit der Neugestaltung des Kreuzweges findet eine ungewöhnliche Geschichte ihre Fortsetzung. In den 30er Jahren waren Korpus, Kreuz und Stationenbilder von der Familie Plötz aus München-Vaterstetten gestiftet worden. Aus dieser Familie stammte Schwester Frieda Plötz, die von 1933 bis 1936 Oberin im Krumbad war. Der Kreuzweg blieb bis 1999 erhalten, dann wurde er wegen anstehender Waldarbeiten abgebaut, die Kreuzwegstationen wurden im Krumbad eingelagert.

"Lothar" fegte über Mittelschwaben hinweg

Das war ein glücklicher Umstand. Denn nur kurze Zeit später fegte der Sturm „Lothar“ über Mittelschwaben hinweg und richtete riesige Schäden an. Mit Blick auf die vielen Arbeiten, die danach im Wald anstanden, war die Wiederaufstellung der Stationen kein Thema mehr.

Doch viele vermissten den Kreuzweg, Niederraunauer Bürger gründeten eine Initiative zu seiner Wiederaufstellung. Unterschriften wurden gesammelt. Intensiv brachte sich auch der Heimatverein Krumbach unter der Federführung von Willi Fischer mit zahlreichen ehrenamtlichen Stunden in das Projekt ein. Schließlich wurde der Kreuzweg im Jahr 2006 an alter Stelle neu errichtet und eingeweiht. Dabei wurden unter anderem die Fundamente für die Bildstöcke neu gesetzt. Auf der Suche nach dem alten Kreuz in der Mitte der Stationen wurde man allerdings nicht fündig, so wurde ein neues Kreuz geschaffen.

Nach der jüngsten sechsmonatigen Renovierung präsentiert sich nun die Anlage in neuem Glanz. Gewissermaßen gerade rechtzeitig zur vor uns liegenden warmen Jahreszeit, in der so mancher Radler und Wanderer hier gerne Station macht.

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