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Krumbach

23.11.2019

Neues Krumbacher Gräberfeld für tot geborene Babys

Gemeinsam machen sie es möglich, dass Eltern tot geborener oder kurz nach der Geburt verstorbener Babys einen Ort der Trauer und des Gedenkens auf dem Krumbacher Westfriedhof haben: (von links) Marlies Schultheiß, Margret Strobl, Rosi Schlosser, Alexandra Eheim, Bürgermeister Hubert Fischer, Heimatvereinsvorsitzender Willi Fischer, Hospizkoordinatorin Monika Drexler, Paula Keller und Maria Heller.
Foto: Hans Voh

Auf dem Krumbacher Westfriedhof können früh Verstorbene oder tot Geborene würdig bestattet werden

Der Tod eines ungeborenen oder wenige Tage nach der Geburt gestorbenen Kindes ist unbegreiflich und tut unglaublich weh. Erst seit dem Jahr 2012 besitzen tot zur Welt gekommene „Sternenkinder“ ein Persönlichkeitsrecht, nachdem das Bundeskabinett eine Änderung im Personenstandsrecht beschlossen hat, die eine normale Bestattung der sogenannten Sternenkinder ermöglichte. Bis dahin galten Totgeburten unter 500 Gramm als organischer Abfall, sogenannter Krankenhausmüll, der ordnungsgemäß entsprechend den Hygienevorschriften entsorgt werden musste, falls die Eltern keinen aufnahmebereiten Friedhof fanden.

Heute haben Sternenkinder einen Rechtsanspruch auf eine würdige Bestattung auf allen deutschen Friedhöfen. Wenn das verstorbene Kind mehr als 500 Gramm gewogen hat, ist es gar bestattungspflichtig, das heißt, es muss in einem Familien- oder Kindergrab beigesetzt werden. Unter 500 Gramm kann es in einem solchen Grab beigesetzt werden.

Die Stadt Krumbach bietet seit 2008 auf Anregung der damaligen Stadträtin Ulrike Seifert-Kraus auf dem Westfriedhof ein kostenloses Grabfeld für Säuglinge unter 500 Gramm an. Nachdem der Heimatverein sich schon länger für den Erhalt kultur- und stilgeschichtlich interessanter Grabstellen auch nach deren Auflassung starkgemacht hatte, konnte das Familiengrab Hilber als Säuglingsgrabfeld gewonnen werden. Damit hatten alle Betroffenen einen Ort der Trauer und des Gedenkens. Inschriften oder Namensschilder sind nicht gewollt, die Hinterbliebenen dürfen jedoch für ihr Kind eine Engelsfigur oder Ähnliches aufstellen. Dieses Grab ist mittlerweile voll belegt, sodass Ersatz gesucht werden musste.

Auch hier waren Stadtverwaltung und Heimatverein wieder behilflich, sodass das aufgelassene Familiengrab Sixt mit seinem markanten schmiedeeisernen Kreuz als neues Säuglingsgrab genutzt werden kann. Die zuletzt verstorbene Barbara Sixt blieb zwar kinderlos, galt aber nach Aussage von Personen, die sie noch kannten, als ausgesprochen kinderlieb. Wie bisher werden ehrenamtlich wirkende Frauen, teilweise aus den Reihen des Obst- und Gartenbauvereins oder der Hospizinitiative, das Grab anpflanzen und pflegen. Den Blumenschmuck sponsert wie bisher Gartenbau Liebl. Damit haben in Krumbach weiterhin die Angehörigen verstorbener „Frühchen“ unter 500 Gramm einen Ort der Trauer und des Gedenkens, falls sie kein eigenes Kinder- oder Familiengrab besitzen. Für weitere Informationen sind Monika Drexler von der Hospizinitiative oder das Standesamt Krumbach die geeigneten Ansprechpartner.

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