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18.06.2009

Neues Rathaus in alter Optik

Thannhausen "Muss", "soll" und "maßgeblich": Wie das neue Rathaus in Thannhausen aussehen soll, haben die Stadträte am Dienstag in einer dreistündigen Sitzung definiert. Demnach müssen sich die Entwürfe der acht Architekten maßgeblich am Hotelgebäude gemäß dem Genehmigungsplan von 1896 orientieren. Das neue Verwaltungsgebäude soll außerdem einen Sitzungssaal erhalten, der sich auch als Trauzimmer nutzen lässt. Ob noch im nächsten Jahr mit dem Bau begonnen werden kann, ist fraglich.

Den angedachten Zeitplan erläuterte Stadtbaumeister Stephan Martens-Weh. Die acht Architekten - die ortsansässigen Büros Schoblocher, Schwab und Glogger ( Balzhausen), Dreier ( Krumbach), Harris und Kurrler ( Stuttgart - die Sieger des ersten Wettbewerbs) sowie Nething & Winkler aus Günzburg, Kling Consult und Konrad Kling aus Krumbach - müssen ihre Entwürfe bis Mitte September abgeben. Anschließend begutachtet und analysiert ein kleines Gremium aus Vertretern des Stadtrats und der VG-Gemeinden die Pläne. Der Stadtrat entscheidet dann und gibt das Ergebnis als Empfehlung an die VG-Versammlung weiter. Schließlich muss das Gremium entscheiden - Bauherr ist die Verwaltungsgemeinschaft. Stadtbaumeister Martens-Weh bezweifelte, ob der Neubau bis zum Winter 2010 noch ein Dach erhält.

Das neue Gebäude in alter Optik hat eine Nutzfläche von rund 650 Quadratmetern. Der Kostenrahmen wird bei rund drei Millionen Euro liegen. Eingeplant werden soll ein Aufzug und kindergerechte Wartebereiche. Die frequentierten Ämter werden sich im Erdgeschoss befinden, eine Tiefgarage ist nicht vorgesehen.

Für die größten Diskussionen im Auslobungstext für den freien Architektenwettbewerb sorgte freilich die Optik. Wie viel Spielraum soll den Architekten zugestanden werden? Karl Thiel (Freie Wähler) sprach von fünf Prozent. Die wollte Dr. Markus Wilhelm (CSU) genau definiert wissen. Fraktionskollege Manfred Göttner sprach sich für eine engere Fassung aus, während Bernhard Maurmeir die Pläne nicht auf das 19. Jahrhundert eingedampft wissen wollte. Auch Erwin Däubler (SPD) sprach sich für eine "bisschen moderne Variante" aus. Im Grundsatz ist aber klar: Die neue Gebäudehülle orientiert sich am ursprünglichen "Engel" - bis zur Brandmauer.

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Ab dem ehemaligen Sudhaus ist mehr planerische Kreativität gefragt. "Ein gegebenenfalls erforderlicher Anbau kann unter Maßgabe des städtebaulichen Gesamtzusammenhangs frei gestaltet werden", heißt es buchstäblich im Auslobungstext.

Explizit eingegangen wird auch auf den Vollsortimenter im Osten des neuen Rathauses - auf einem Privatgrundstück. Wichtig: die fußläufige Erschließung. Auch das Thema öffentlicher Platz spielt eine Rolle: Den Architekten bleibt überlassen, ob sie sich nur auf den Raiffeisenplatz konzentrieren oder beispielsweise einen weiteren Platz im "Engel"-Hof forcieren. Gerd Olbrich (SPD) sagte: "Es spricht nichts dagegen, dass das neue Gebäude zwei Schokoladenseiten hat." Wie der Vollsortimenter erschlossen werden kann, ist ebenfalls Aufgabe der Architekten.

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