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Ichenhausen - Kötz

24.02.2015

Neues Ringen um die B-16-Trasse

Die Umgehung für die Bundesstraße 16 war am Montag Thema im Kreisausschuss. In Kleinkötz wird gegen die Osttrasse protestiert.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Umgehung Ichenhausen – Kötz soll unbedingt im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans bleiben. Auf die Ostumgehung wollen sich die Kreisräte bisher nicht festlegen

Seit Jahrzehnten wird um den Bau einer Umgehung für Ichenhausen und Kötz gerungen. Bisher ohne Erfolg. Im vergangenen Jahr hat es bei den Planungen für die neue B16 einen Rückschlag gegeben. Das Bundesverkehrsministerium erteilte der geplanten Westtrasse eine deutliche Abfuhr. Und gegen die letzte verbliebene Möglichkeit, den Bau einer Ostumfahrung, haben zuletzt viele Bürger in Ichenhausen und Kötz vehement protestiert.

Am Montag war das Straßenbauprojekt Thema in der Kreisausschuss-Sitzung. Die Freien Wähler hatten eine Resolution vorgelegt, die der Kreistag am 23. März beschließen soll. Darin heißt es: „Der Kreistag des Landkreises Günzburg unterstützt die Bemühungen der Bayerischen Straßenbauverwaltung zur Aufnahme der B-16-Ortsumgehung Ichenhausen – Kötz in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes 2015 und fordert die Bundesrepublik Deutschland auf, der Aufnahme zuzustimmen.“

Alles andere wäre eine Beerdigung der Umgehung

Alles andere wäre wohl eine Beerdigung für die geplante Umgehung, die bisher schon im vordringlichen Bedarf aufgelistet war. FW-Fraktionsvorsitzender Josef Brandner sagte: „Wir müssen unbedingt vermeiden, dass die Umfahrung aus dem Bundesverkehrswegeplan fällt.“ So sah es auch Ichenhausens Bürgermeister Robert Strobel ( CSU).

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Werner Gloning ( SPD) hielt die Resolution für sinnvoll. Allerdings müsse der Kreistag sich schon festlegen, welche Trasse er haben will. Ebenso argumentierte Gerhard Jauernig (SPD): „Wir müssen sagen, ob wir die Osttangente wollen und sie durchsetzen.“ Diese Entscheidung könnten die Kreisräte nicht „wegdrücken“. Das Bundesverkehrsministerium habe eine Unmenge an Straßenbauprojekten auf dem Tisch. „Das Geld wird dort verbaut, wo es klare Strukturen gibt.“

Den Räten dürfte in der Kreistagssitzung eine Trassendiskussion bevorstehen. CSU-Fraktionschef Dr. Hans Reichhart ließ es offen, ob bis dahin eine Festlegung auf die Ostumgehung in die Resolution hineingeschrieben werden soll. Welche Trasse gebaut werde, liege nicht in den Händen der Lokalpolitiker, sondern des Bundes. Das Ministerium in Berlin habe sich gegen die Westtrasse ausgesprochen. Auch Ichenhausens Rathauschef Strobel sagte, dass das Signal aus Berlin klar gewesen sei. Die Behörde hatte eine Westumgehung aus naturschutzrechtlichen Gründen abgelehnt. Außerdem, so hieß es, seien die Kosten für eine Ostumgehung niedriger als beim Bau der Westtrasse.

Herbert Blaschke (FDP) sagte, er habe ernsthafte Probleme mit einer Empfehlung. Das Bundesverkehrsministerium habe ja bereits ausgeschlossen, dass die Umfahrung im Westen von Ichenhausen und Kötz gebaut wird. Und jetzt soll eine schlechte Lösung im Westen durch eine andere schlechte Lösung im Osten ersetzt werden, klagte Blaschke. Der Burgauer wagte die Prognose: „Es sieht fast so aus, als ob es keine Umgehung geben wird.“ Danach nahm sich Blaschke auch noch die Mittelschwabenbahn vor, denn die verschlinge so viel Geld, dass man dafür viele Straßen bauen könne. „Das ist die unsinnigste Bahnlinie in ganz Deutschland“, sagte der FDP-Politiker.

Mehrheit für die Resolution

Die Mehrheit sprach sich schließlich für die Resolution aus, die der Kreistag beschließen soll. Nur Blaschke und Harald Lenz (Grüne) stimmten dagegen. Der Grünen-Kreisrat meinte, dass eine Ostumgehung besser als die Westtrasse sei. Er forderte aber, dass sofort Lösungen für die Verkehrsprobleme in Ichenhausen und Kötz gesucht werden müssten. Dazu seien Gespräche zwischen Landratsamt, Staatlichem Bauamt und der Stadt Ichenhausen nötig. Lenz nannte ein besonderes Rezept für eine Verkehrsentlastung: „Man muss auch über eine Sperrung für den Lkw-Verkehr diskutieren.“

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