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Landkreis

10.02.2016

Nur ein paar Betrunkene sorgen für Ärger

Ein paar Betrunkene machten auch in dieser Faschingssaison großen Ärger.
Bild: Rolf Vennebernd/dpa (Symbolbild)

Polizei und Rotes Kreuz ziehen nach der Faschingssaison Bilanz. Warum Alkohol ein Problem bleibt.

Sie wollten vor allem Präsenz zeigen: Die Einsatzkräfte im Landkreis waren nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln sensibilisiert. Nach der Faschingssaison ziehen sie eine weitestgehend positive Bilanz. Der Fasching verlief in der Region in weiten Teilen ruhig und friedlich – mit einigen Ausnahmen.

Stefan Müller, Leiter der Polizeiinspektion in Burgau, zieht das Fazit: „Es war etwas entspannter als in den vergangenen Jahren.“ Es habe weniger Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gegeben. Das Lob des Burgauer Polizeichefs geht vor allem an die Veranstalter. „Die haben einen tollen Job gemacht.“ Auch die Wagenbauer seien sehr einsichtig und vernünftig, wenn es um die Einhaltung der Auflagen gehe. „Niemand hat ein Interesse daran, dass es aus dem Ruder läuft.“

Dennoch könne man nie ausschließen, dass „einige Probleme machen“. So gab es auch in diesem Jahr laut Müller wieder eine große Menge an stark alkoholisierten Faschingsnarren – auch Jugendliche waren darunter. So musste laut Polizeibericht beispielsweise noch vor dem Rosenmontagsumzug in Burgau ein 15-Jähriger ins Krankenhaus gebracht werden, weil er stark betrunken war. Am Abend gegen 20.15 Uhr war es dann ein 29-Jähriger, der in Landensberg von einer Faschingsveranstaltung kam und derart betrunken war, dass er Hilfe brauchte. Er kam laut Polizei mit auf die Dienststelle, dort wurden seine Angehörigen informiert. Aber auch wenn es um übermäßigen Alkoholkonsum an Fasching geht lenkt der Burgauer Polizeichef schnell ein: Es sei nicht mehr so schlimm, wie noch vor einigen Jahren. Nach den Vorfällen von Köln in der Silvesternacht waren viele besorgt, ob ein friedlicher Fasching stattfinden kann. „Wir haben ein vernünftiges Sicherheitskonzept“, sagt Müller dazu. Die Polizei stelle sich personell immer so auf, dass sie sicher reagieren könne.

Nur ein paar Betrunkene sorgen für Ärger

Für Kinder deutlich ungefährlicher 

Ebenfalls eine positive Bilanz zieht Michael Nagl, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Günzburg. Die Umzüge in Waldstetten und Kötz, bei denen die Günzburger Beamten vor Ort waren, seien friedlich und reibungslos verlaufen. Probleme habe es dann allerdings nach dem Umzug in Kötz gegeben. Wie berichtet, kam es beim anschließenden Faschingstreiben vor der Günzhalle zu einer handfesten Auseinandersetzung. Die „gereizte Stimmung“ vor der Halle führt Nagl vor allem auf den übermäßigen Alkoholkonsum mancher Besucher zurück. Ansonsten sprach der Dienststellenleiter der Günzburg Polizei aber von einem friedlichen Fasching. „Wir haben versucht, sichtbar präsent zu sein“, sagt Nagl. Etabliert hat sich nach seinen Worten das Glasflaschenverbot, das seit einigen Jahren bei Faschingsumzügen gilt. Vor allem für Kinder seien die Veranstaltungen deshalb deutlich ungefährlicher. Wagenbauer und Veranstalter akzeptierten dieses Verbot mittlerweile, „das ist ein guter Beitrag zur Sicherheit“.

Das Rote Kreuz war immer vor Ort 

Bei jedem Umzug vor Ort war auch das Bayerische Rote Kreuz. Florian Hartke, der für die Sanitätsdienste zuständig ist, hat die Erfahrung gemacht, dass die Faschingsumzüge selbst ruhig und harmonisch verlaufen. Zu Problemen komme es wenn überhaupt beim Faschingstreiben danach. Dann müssen sich die Sanitäter vor allem um junge Erwachsene kümmern, die zu tief ins Glas geschaut haben. Bei den meisten Umzügen blieb es aber auch hier ruhig. Nur in Kötz hatten die Einsatzkräfte etwas mehr zu tun. „Aber auch hier was es im Vergleich zu anderen Jahren relativ harmlos“, sagt Hartke. Die anderen Umzüge seien dagegen sehr ruhig gewesen. In Unterknöringen und Waldstetten hatten die Sanitäter beispielsweise kaum etwas zu tun, heißt es von Seiten des Roten Kreuzes.

Unspektakulär kam auch die Krumbacher Polizei durch den Fasching. Bis auf die üblichen Ruhestörungsmeldungen zeichnet auch Polizeihauptkommissar Werner Deuring ein ruhiges Bild der Einsatzlage. Es gab keine größeren Schlägereien und bis auf den Unfall, den ein junger Mann sonntagnachts im Suff in der Nähe der Polizeidienststelle in Krumbach gebaut hatte, blieb es auch in diesem Bereich ruhig. „Alles im normalen Rahmen“, sagt Deuring. Ohnehin hatte die Krumbacher Polizei in dieser Faschingssaison mit dem Balzhauser Umzug nur eine Großveranstaltung. Der Nachtumzug in Münsterhausen findet erst im kommenden Jahr wieder statt. Probleme mit Ausländerfeindlichen Parolen oder volksverhetzenden Motiven auf Faschingswagen wie bei einem Umzug bei Pfaffenhofen gab es nicht. „Wir schauen uns die Wagen auch vorher an“, sagt Deuring. „Da war nichts Verwerfliches dabei.“

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