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Konzert

30.11.2015

Orgel und Sopran für die heilige Cäcilie

Zwei junge Künstler, die Sopranistin Stefanie Wagner und der Orgelvirtuose und Kirchenmusiker Wolfram Seitz, haben den Besuchern des 3. Cäcilienkonzerts in Uttenhofen eine besondere Konzertstunde geboten.
Bild: Peter Voh

Märtyrerin sammelte christliche Lieder und musste dafür sterben. Zwei Künstler lassen alte Musikstücke und Lieder aufleben

Ein bemerkenswertes Konzert für Orgel und Gesang mit zwei jungen Künstlern fand vor Kurzem in der Kapelle St. Josef in Uttenhofen statt. Die Kapelle mit ihrer Akustik, die neue elektrisch betriebene Orgel mit ihrem umfangreichen Klangvolumen und Wolfram Seitz auf der Bank, dazu die Jung-Sopranistin Stefanie Wagner, sie bilden eine staunenswerte Einheit. Pfarrer Thoma erinnerte in seiner Begrüßung an die heilige Cäcilia, die als Märtyrerin im frühchristlichen Mittelalter dafür sterben musste, dass sie christliche Lieder gesammelt und weitergegeben habe. Er freue sich, dass es sich beide Künstler zur Aufgabe gemacht haben, ebenfalls alte Musikstücke und Lieder weiterzutragen.

Mit „Caro mio be“ erlebten die Zuhörer in der voll besetzten Kapelle einen trillernden, von Tremoli durchsetzten Vortrag der Sängerin, die Orgel hielt sich vornehm zurück. „Nun beut die Flur das frische Grün“, aus Haydn´s Schöpfung, verleitete Stefanie Wagner, sich in höchste Töne hinauf zu wagen. Der Organist, Leiter der Kirchenmusik in „Heilig Geist“ in Günzburg, überraschte mit herrlich lieblichen Zwischenstücken. Flinkes Fingerspiel über mehrere Oktaven mit sehr melodischem Umfang und einem kräftigen Finale ließ die Besucher aufhorchen. „Ich liebe dich so wie du mich“, ein liebliches Lied von L. v. Beethoven, wurde von der an der Hochschule für Musik in Würzburg Opern- und Liedgesang studierenden Stefanie Wagner in sehr gelungenen Tonsprüngen dargebracht. In einem Intermezzo wie auch mit der Improvisation eines Liedes aus dem Gotteslob und überwiegend zweimanualig gespielt, gab sich Wolfram Seitz ganz der Orgel hin. Mit Fingern und Füßen wirbelte er förmlich über Tasten und Pedale. Der Absolvent am Mozarteum in Salzburg ist in Thannhausen geboren und zu Hause. Er erweist sich trotz seiner erst 26 Jahre als ein begnadeter und nahezu vollendeter Orgelvirtuose.

Dem Totensonntag angepasst, die Sängerin in „Ruhe sanft in Gottes Frieden“ mit einem sehr andächtigen Lied von R. Schumann. Und dann ein Ohrwurm aus der Opernszene, „Lascia chìo pianga“ aus G. F. Händel´s Oper „Rinaldo“. Lebhaft und mit purer Freude gesungen, von der Orgel im Hintergrund begleitet, eine gelungene Symbiose. Wie auch beim Ave Verum von Mozart – ein meisterlicher Vortrag, der Gesang vernehmbar im Vordergrund. Beim abschließenden „Tu virginum corona“ aus Mozart´s „Exultate Jubilate“ ließ Stefanie Wagner mit ihrem engagierten Auftritt noch mal ganz leise den Hauch eines Vortrags in einem großen Opernhaus aufkommen.

Das Ave Maria von Camille Saint-Saens war Zugabe und ein weiterer Höhepunkt zugleich. Abschließend konnten die Konzertbesucher den begeisternden Künstlern den verdienten Lohn mit lang anhaltendem kräftigen Beifall zukommen lassen. In seinen Schlussworten betonte Pfarrer Thoma die Notwendigkeit der Harmonie von Kirchenbauten und Kirchenmusik.

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