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13.03.2009

Pfarrer als "Spielertrainer" der Ehrenamtlichen

Landkreis (grr) - Das Thema kam sperrig daher. Der neue evangelische Regionalbischof im Kirchenkreis Augsburg und Schwaben, Michael Grabow, referierte vor der Dekanatssynode in Neu-Ulm über "Gelingendes Miteinander - Gedanken zu einer verantwortlichen Haushalterschaft in gemeinsamer Verantwortung von Ehren-, Haupt- und Nebenamtlichen".

Was der Bischof vortrug, war zwar am Ersten Petrusbrief des Neuen Testaments festgemacht und bezog sich wesentlich auf die Arbeit in den Kirchengemeinden. Doch die Essenz aus den Überlegungen ließe sich nahtlos auf alle Organisationen übertragen, in denen Haupt- und Ehrenamtliche zusammenwirken.

Zwar sei im Lande statistisch jeder Zweite ehrenamtlich engagiert. "Aber die Motivation hat sich verändert". Die einstige Auffassung "Mein Lohn ist, dass ich darf" funktioniere nicht mehr überall - auch nicht in den Kirchengemeinden. Das Spektrum sei breiter geworden, meinte der Bischof. Es gebe zwar immer noch jene konservative Variante, die es nach Herausforderung verlange. Viele andere aber wollten eher Geselligkeit, möchten Feste anschieben oder auch nur der gute Nachbar sein.

Grabow entwickelte seine Ideen an den beiden Polen des kirchlichen Amtsinhabers und des "allgemeinen Priestertums" der christlichen Gemeinde, das Petrus begründet und Luther vertieft habe. "Gleich den zwei Brennpunkten einer Ellipse müssen diese beiden Pole gedacht werden". Um sie herum entfalte sich dann die Gemeinde.

Die Brennpunkte müssten im Gleichgewicht sein. Es müsse verhindert werden, dass aus der Ellipse ein Kreis mit nur einem Brennpunkt werde oder dass die Ellipse gar zerreiße. Augenhöhe forderte der Bischof für das Verhältnis der beiden Brennpunkte. Gleichwertigkeit und Wertschätzung von Haupt- und Ehrenamt führten zum Gleichgewicht. Dabei gehe es nicht darum, Rollenunterschiede aufzuheben. "Entscheidend ist Gleichwertigkeit, dann können alle mit diesem Unterschied gut leben". Jeder müsse seine besonderen Gaben einbringen können. Ein Fehler sei es, "wenn die einen entscheiden und die anderen putzen". Es gehe nicht um Machtverteilung in der Gemeinde, sondern darum, sich wechselseitig dienlich zu sein. Der hauptamtliche Pfarrer der Gemeinde werde zum Spielertrainer seiner Ehrenamtlichen. Der anfängliche Zeitaufwand zahle sich bald aus. "Es bringt ihm mehr Zeit für das, was er einmal studiert hat". Am Ende entstehe die Gemeinde als Glaubens-, Lern- und Dienstgemeinschaft.

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