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Landkreis Günzburg 

11.01.2019

Räumdienste sind im Landkreis Günzburg im Dauereinsatz

Der Winter hat den den Landkreis fest im Griff. Für Schüler der FOS/BOS in Krumbach gab es heute schneefrei.

Schnee ist im Januar nichts Ungewöhnliches. Aber die starken Schneefälle, die gerade vom Himmel kommen, stellen Menschen im ganzen Landkreis Günzburg vor Herausforderungen. Gerade auf den Straßen werden die Schneemassen zum Problem. Die Räumfahrzeuge auf der Autobahn sind derzeit im Dauereinsatz. Jeweils drei Fahrzeuge halten die Fahrbahnen in Richtung Augsburg und Ulm frei, berichtet Robert Schmidt von der Betreibergesellschaft Pansuevia. Zwei weitere Fahrzeuge sind auf den Park- und Rastplätzen entlang der Autobahn im Einsatz. Vor allem der Mittwoch war für die Betreibergesellschaft turbulent. Pünktlich zum Berufsverkehr setzte am Morgen der Schneefall ein. Bis zum Donnerstagnachmittag hatte sich die Lage entspannt, sagte Schmidt. Dennoch fahren die Räumfahrzeuge auch präventiv und streuen die Strecke. Tückisch sei vor allem die wechselnde Wetterlage: Während in Günzburg keine Flocke zu sehen ist, könnte die Strecke bei Zusmarshausen schneebedeckt sein. „Wir appellieren an die Vernunft der Autofahrer und an eine angepasste Geschwindigkeit.“ Mit Argusaugen werden die Bäume entlang der A8 beobachtet. Diesen macht der schwere Schnee zu schaffen. Eine Gefahr für die Autofahrer bestehe laut Betreiberfirma aber nicht: Der Sicherheitsabstand sei groß genug. Schmidt bemängelt in erster Linie die Ausrüstung vieler Lastwagen. „Nur wenige haben Anfahrhilfen.“ Ohne fremde Hilfe kämen diese bei einem solchen Wetter und an Steigungen fast nicht mehr vom Fleck.

Auch abseits der Autobahn ist viel Arbeit nötig, um die Straßen befahrbar zu halten. Für den Bauhof in Krumbach etwa beginnt der Tag schon um drei Uhr, wie der stellvertretende Leiter Reinhold Mader sagt: „Zuerst fährt der Einsatzleiter die Straßen ab, um sich ein Bild über die Lage zu verschaffen. Ab vier Uhr sind dann alle Fahrzeuge im Einsatz.“ In Krumbach sind das fünf Großfahrzeuge, vier kleinere Wagen und vier Handmaschinen. Vorrang haben dabei die Hauptstraßen sowie Bergstrecken. „Am wichtigsten ist es, dass Rettungsfahrzeuge die Straßen benutzen können“, sagt Mader. Bei andauernden Schneefällen kann es daher sein, dass die Räumfahrzeuge zwei Mal hintereinander die Hauptstrecken räumen müssen. Dadurch dauert es länger, bis Nebenstraßen geräumt werden. Dort liegt dann oft bereits viel Schnee – der dann zwangsläufig auch auf Grundstücke geschoben wird. „Dadurch sind wir nicht überall beliebt. Aber das können wir einfach nicht völlig vermeiden“, erklärt Mader. Die Schneeräumer rollen von vier bis 12.30 Uhr über die Straßen. Nach einer Pause nehmen sie ab 16.30 Uhr die Arbeit wieder auf – allerdings nur bis 21 Uhr. Danach wird in Krumbach und den Ortsteilen bis zum frühen Morgen nicht mehr geräumt. „Die Arbeit ist gerade sehr herausfordernd. Wenn es mit dem Schnee noch zwei bis drei Tage so weitergeht, sind wir total am Limit“, sagt Mader.

Um drei Uhr nachts begann für die Raumdienste im nördlichen Landkreis gestern Nacht der Dienst. Elf Fahrzeuge sind dort unterwegs, um die Bundes-, Staats- und Kreisstraßen vom Schnee zu befreien, erklärt Franz Schnatterer von der Günzburger Straßenmeisterei. Das derzeitige Wetter ist für ihn aber nichts Ungewöhnliches. „Das ist ein ganz normaler Winter in unserer Region.“ 300 Kilometer an Straßen müssen die Mitarbeiter der Räumdienste freihalten. Gefahren wird von 3 bis 22 Uhr, nur in Extremsituationen wird rund um die Uhr geräumt. „Aber das kommt nur bei einer extremen Wetterlage vor. Aktuell ist für uns das Wetter nichts Außergewöhnliches.“

Schneefrei an der Krumbacher FOS/BOS

Trotz der Schneefälle konnte der Schulunterricht im Landkreis wie gewohnt stattfinden – mit einer Ausnahme: Krumbachs staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule (FOS/BOS) hatte gestern geschlossen – Grund für die Entscheidung waren die schlechten Straßenverhältnisse. Aber heute findet der Unterricht wieder wie gewohnt statt. Mit dem Schnee zu kämpfen hat das bekannte Heilbad Krumbad. „Im Schnee versunken“ ist es zwar ein geradezu zauberhaftes, romantisches Bild, doch im Alltag bringen die Schneemassen Probleme. „Etliche Patienten haben Ihre Termine abgesagt“, berichtet Geschäftsführer Peter Heinrich. Im Krumbad ist der Januar in der Regel aber ein insgesamt ruhiger Monat. Das Krumbad nutze die Zeit, acht bis neun Zimmer zu removieren, wie Heinrich mitteilt. Derzeit würden die entsprechenden Arbeiten laufen.

Trotz der Arbeit der Räumdienste ereigneten sich auf den Straßen mehrere Unfälle – wie die Polizei berichtet, kam es von Mittwoch bis Donnerstagnachmittag im Landkreis und auf der Autobahn zu insgesamt zehn Vorfällen. Einige Autofahrer fielen dabei durch besonderen Leichtsinn auf. Auf der B16 bei Günzburg überholte eine 77-Jährige mit ihrem Auto auf teilweise glatter Fahrbahn einen Lastwagen mit Sattelanhänger. Ein entgegenkommender Verkehrsteilnehmer musste eine Gefahrenbremsung einlegen, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Als die 77-Jährige nach dem Überholen vor dem Lastwagen wieder einscheren wollte, schätzte sie allerdings den Abstand falsch ein und stieß mit ihrer Heckstoßstange gegen die Front des Lastwagens. Darauf drehte sich ihr Auto auf der Fahrbahn und kam von der Straße ab – verletzt wurde dabei niemand.

Auf der B300 bei Thannhausen scheiterte eine 48-Jährige Autofahrerin bei der glatten Fahrbahn an einer Steigung – was laut Polizei wohl daran lag, dass auf der Vorderachse ihres Autos Sommerreifen montiert waren. Da sie zur Arbeit musste, entschloss sie sich, ihr Auto stehen zu lassen – fast komplett auf der Fahrbahn, ohne Beleuchtung oder Absicherung. Die Polizei ließ den Wagen letztendlich abschleppen, auf die Fahrerin kommt nun eine Anzeige zu.

Die Feuerwehr hatte im Gegensatz dazu weniger mit Schnee-Vorfällen zu tun. Wie Kreisbrandrat Robert Spiller sagt, mussten die Feuerwehren wegen des Schnees noch nicht ausrücken: „Wir hatten andere Einsätze, bei denen die Anfahrt durch die Straßenverhältnisse etwas länger gedauert hat, aber auch das hielt sich in Grenzen.“

Zeitungsausträger müssen sich durch verschneite Einfahrten kämpfen

Besonderer Unannehmlichkeiten müssen Menschen in Kauf nehmen, die schon auf den Beinen sind, bevor die Räumdienste in den Tag starten. Therese Wieser trägt jeden Morgen ab 3 Uhr in Krumbach Zeitungen aus. Normalerweise fährt sie dazu auf ihrem Fahrrad – gestern war das allerdings undenkbar. „Ich musste das mit den Zeitungen beladene Rad die komplette Strecke schieben. Das war eine totale Kraftanstrengung.“ Besondere Schwierigkeiten habe sie, wenn sie zum Austragen durch ungeräumte Grundstückseinfahrten muss – dann kämpft sie sich im Storchenschritt Meter für Meter voran. „Es würde viel Helfen, wenn die Leute in der Früh ihre Schneeschaufeln in die Hand nehmen könnten.“ Gleichzeitig hofft sie auf etwas Verständnis von den Abonnenten: „An verschneiten Tagen kann es womöglich eine halbe Stunde länger dauern, bis die Zeitung da ist. Das lässt sich manchmal nicht vermeiden.“

Richtig viel Freude am Schnee hat die Krumbacher Jugendpflegerin und Quartiersmanagerin Birgit Baumann. Am Samstag ab 13 Uhr veranstaltet sie im Stadtgarten einen „Schneemann Showdown“, bei dem Teilnehmer Preise gewinnen können, wenn sie einen besonders tollen Schneemann bauen. „Für uns ist das Wetter perfekt“, sagt Baumann: „Auch wenn 30 Familien kommen sollten, haben wir Schnee genug für alle.“

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