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Krumbach

17.05.2017

Rauf auf’s Rad und los geht’s

Wie fahre ich in einen Kreisverkehr ein? Seit 14 Jahren erklärt Peter Zanker von der Polizeiinspektion Krumbach in der Jugendverkehrsschule das richtige Verhalten im Straßenverkehr.
Bild: Peter Wieser

Seit über 40 Jahren gibt es im Landkreis die Jugendverkehrsschule. Was diese für die Schulkinder bedeutet und warum sie so wichtig ist.

„Ihr müsst schon umschauen und auch Handzeichen geben“, ermahnt Peter Zanker freundlich aber bestimmt die beiden Buben, die gerade doch etwas zu rasant mit ihrem Fahrrad in die Kreuzung eingefahren sind. Der sogenannte „Rundumblick“, wie Zanker schmunzelnd bemerkt: Seinen beobachtenden Augen, aber auch denen seiner Kollegin Ulrike Reisch entgeht nichts. An diesem Vormittag sind es Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b der Grundschule Niederraunau, die auf dem Verkehrsübungsplatz in Krumbach ihre Runden drehen. Sie sind übrigens hoch konzentriert und absolut bei der Sache – und alle haben natürlich ihren Fahrradhelm auf, so wie es sich gehört.

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Verkehrsübungsplatz wurde saniert

Die Radfahrausbildung ist das Kernstück der Verkehrserziehung in der Grundschule. „Ein wichtiger Grundstein zur Teilnahme am Verkehr“, wie Burkard Sterk, Fachberater für Verkehrserziehung und Unfallverhütung, betont. Seit rund 40 Jahren ist in Krumbach eine stationäre Jugendverkehrsschule eingerichtet. „Der Verkehrsübungsplatz wurde gebaut, als ich noch zur Grundschule ging“, erinnert sich Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer lachend. Zuletzt war der Platz, der auch als eine kleine Parkanlage für die Wohngebiete nördlich der Lichtensteinstraße dient, stark in die Jahre gekommen. Die Baumwurzeln hatten an manchen Stellen den Asphalt aufgebrochen und die Markierungen auf den Strecken waren verblasst, weshalb die Stadt dem Gelände eine Frischzellenkur verpasste. Seit Kurzem erstrahlt der Verkehrsübungsplatz nun wieder in neuem Glanz. Rund 25000 Euro hat die Stadt für die Sanierung des Platzes ausgegeben, wie Tiefbauamtsleiter Max Schmid mitteilt.

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Im restlichen südlichen Landkreis ist die Jugendverkehrsschule dagegen mobil. Sie kommt samt Fahrräder, Verkehrszeichen und mit allem, was dazugehört, direkt an die Grundschulen. Die Theorie, das Lernen der Verkehrszeichen oder „wie biege ich ab und wie fahre ich an einem Hindernis vorbei“, aber auch die Problematik mit dem toten Winkel, wird im Schulunterricht vermittelt. In der Praxis geht es dann in vier Mal zwei Doppelstunden auf den Verkehrsübungsplatz mit praktischer Prüfung und anschließendem „Fahren in der Verkehrswirklichkeit“ – eine Kooperation der Schulen mit der Polizei. Ziel ist aber auch das Erlernen von Bewegungs- und Koordinationssicherheit. „Handlungsorientiert und praxisnah“, bemerkt Schulamtsdirektorin Evelyn Schier – die Kinder müssen selbst entscheiden, wie sie sich richtig verhalten.

Immerhin sind es gut 20 Klassen mit rund 400 Schülern, die die Polizeiinspektion Krumbach in diesem Jahr auf die „Fahrradprüfung“ vorbereitet. Im vergangenen Schuljahr waren es sogar 451 Kinder von denen 441 die Prüfung bestanden haben – eine Erfolgsquote von 97 Prozent. Jedoch: „Sie ist kein Freifahrtschein. Es ist die Aufgabe der Eltern, die Kinder weiter zu begleiten“, fügt Peter Zanker hinzu. Und vor allem: Die Kinder sollten nicht vorher alleine mit dem Fahrrad zur Schule geschickt werden.

Fast keine schweren Unfälle mit Kindern im Schulalter

Was sagen die Kinder an diesem Donnerstagvormittag zu ihrem Unterricht auf dem Krumbacher Verkehrsübungsplatz? „Papa und Mama haben mir gezeigt, was ich alles machen muss, aber jetzt muss ich es alleine tun“, sagt die neunjährige Lara aus Aletshausen. Und Jana (9) meint, dass gerade das Umschauen vor dem Abbiegen ganz wichtig sei. „Die Kinder profitieren unheimlich davon“, bestätigt Klassenlehrerin Silke Prautzsch. Sie haben nicht nur Spaß, jeder lacht, sie verhalten sich sogar außerordentlich diszipliniert, wenn sie in die Kreuzung oder in den Kreisverkehr einfahren. Oder wenn sie an dem abgestellten Handkarren vorbei müssen: Es könnte ja ein anderer Verkehrsteilnehmer entgegenkommen, wenn man die Fahrbahn wechselt.

Klar, immerhin sind ja auch zwei Polizisten in der Nähe, die einem sagen, was man falsch gemacht hat und wie man sich richtig verhalten sollte. Und wenn man die Prüfung besteht und einen Wimpel oder gar einen Ehrenwimpel erhält, dann spornt das noch zusätzlich an. In der nächsten Übungsstunde werden noch die Ampeln eingeschaltet. Dann geht es vor der Prüfung noch einmal richtig zur Sache. Peter Zanker betrachtet die Jugendverkehrsschule als großartigen Erfolg: In den vergangenen Jahren habe es im Vergleich zu früher fast keine schwerwiegenden Unfälle im Straßenverkehr mit Kindern im Schulalter mehr gegeben. Und was für ihn auch für die Zukunft ganz wichtig ist: „Hauptsache, die Kinder kommen unbeschadet und wohlbehalten ans Ziel.“

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