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Thannhausen

07.02.2015

Regionale Bankgeschichte mitgeschrieben

Als Vorstandsmitglied hat Herbert Klein die Geschicke der Raiffeisenbank Thannhausen maßgeblich mitbestimmt. Am heutigen Samstag feiert der Billenhauser seinen 60. Geburtstag.
Bild: Stefan Reinbold

Herbert Klein hat als Vorstandsmitglied die Geschicke der Raiffeisenbank Thannhausen maßgeblich beeinflusst. An seinem 60. Geburtstag blickt er trotzdem in die Zukunft

Von dem großen Holzschreibtisch im ersten Stock der Raiffeisenbank Thannhausen blickt Vorstandsmitglied Herbert Klein auf den Parkplatz des neugestalteten Rathauses. Vieles hat sich verändert, seit dem 1. September 1971, dem Tag, an dem Klein als Auszubildender bei der Raiffeisenbank in Neuburg an der Kammel über die Türschwelle ins Berufsleben trat. Damals hießen die Azubis noch Lehrlinge und mussten im dazugehörigen Lagerhaus mitunter einen recht handfesten Kundenservice leisten. „Wir hatten keinen eigenen Lagerhalter. Wenn ein Bauer Dünger bestellt hat, ist man schnell raus und hat zehn bis 20 Säcke hingestellt“, erinnert sich Klein. Nach der Lehrlingszeit blieb Klein bei der Raiffeisenbank in Neuburg, wechselte 1985 nach Balzhausen in den Vorstand und nach der Fusion der Balzhauser Raiffeisenbank mit Thannhausen im Jahr 2001 als Prokurist in die Mindelstadt. Bald ein halbes Jahrhundert hat Klein die Geschichte der Raiffeisenbanken in der Region miterlebt und mitgeschrieben. Das Warengeschäft spielt für die Genossenschaftsbanken inzwischen kaum mehr eine Rolle.

Heute feiert Klein seinen 60. Geburtstag. „Von diesem Standpunkt aus, ist die Spanne, die hinter mir liegt, deutlich länger als die, die vor mir liegt“, sagt er. Doch als Vorstand dürfe er nicht zurückschauen, sondern müsse sich auf das konzentrieren, was kommt. Die anspruchsvollste Aufgabe sehen Klein und sein Vorstandskollege Gerhard Böck darin, sich für den Onlinebereich und das mobile Bankgeschäft zu rüsten. „Das wird unsere größte Geschäftsstelle werden“, sagt Klein.

In der aktuellen Niedrigzinsphase sehen die beiden Banker ihre Stärke vor allem in der Nähe zu ihren Kunden. „Wenn wir etwas umsetzen, dann geht es oft schneller und flexibler“, sagt Böck. Nicht zu unterschätzen sei auch die Bindung an den Ort und zur Bevölkerung. Schwieriger sei es, die Mentalität der Menschen, die sich jahrzehntelang ans Sparen gewöhnt haben, zu ändern. „Jemand der 40 oder 50 Jahre gespart hat, wird sein Geld nicht in Aktien anlegen“, sagt Klein. Umso wichtiger sei die persönliche Beratung. Zumal sich im Immobilienbereich inzwischen eine „gewisse Sättigung auf dem Land“ eingestellt habe. Noch sei die Entwicklung aber weit entfernt von einer Immobilienblase.

Um die Zukunft macht sich Klein keine Sorgen: „Wir sind personell und wirtschaftlich gut aufgestellt.“ Mit dem vergangenen Geschäftsjahr sind beide Vorstandsmitglieder sehr zufrieden. Noch zwei Jahre will Klein die Geschicke der Thannhauser Genossenschaftsbank lenken. Dann will er sich verstärkt seinem Hobby, der Jagd, widmen. Er liebe es, in der Natur zu spazieren und im Wald zu sein. Beim Ansitzen finde er immer wieder Zeit, in Ruhe nachzudenken. Zusammen mit seiner Frau, die er vor gut dreißig Jahren in Nattenhausen in der Dorfdisco „Queenspub“ kennengelernt hat, will er hin und wieder verreisen.

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