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Reicharts neue Akzente in Maria Vesperbild

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Kommentar Von Peter Bauer
06.04.2018

Warum bereits nach wenigen Wochen eine klare Handschrift des neuen Wallfahrtsdirektors sichtbar wird.

Er sei „kein Revoluzzer“ hat der neue Maria Vesperbilder Wallfahrtsdirektor Erwin Reichart betont. Doch hinter seinem zurückhaltenden und bedächtigen Auftreten steht eine durchaus bemerkenswerte Nachhaltigkeit. Bereits in den ersten Wochen nach der Amtsübernahme zeichnet sich ab, dass Reichart eine sehr klare Vorstellung von der weiteren Entwicklung des Wallfahrtsortes hat. Nahe bei den Sorgen der Menschen sein, ein gutes Verhältnis zu den benachbarten Pfarreien aufbauen und den guten Draht zur Diözese zu pflegen: Das sind „Eckpfeiler“ für Reicharts Arbeit, die bereits jetzt eine deutliche Kontur annehmen.

Die Verdienste seines Vorgängers Imkamp hat Reichart wiederholt gewürdigt. Aber der Wechsel in Maria Vesperbild ist auch der Wechsel zwischen zwei Persönlichkeiten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier Imkamps sprachlich pointierte, auch provozierende, intellektuelle Scharfzüngigkeit. Dort Reicharts nachdenkliche, das scharfe Wort eher meidende Zurückhaltung. Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass es in vielen Dingen in Maria Vesperbild Kontinuitäten geben wird. Lateinische Elemente im Gottesdienst, der Pfarrer auf der Kanzel: Reichart sagt, dass viele dies mit Maria Vesperbild verbinden und der Wallfahrtsort hier zu einer Art Marke geworden sei. Im Glaubensverständnis gibt es zwischen Imkamp und Reichart durchaus Parallelen. Doch in seiner Art des Auftretens setzt Reichart einen deutlich unterschiedlichen Akzent und genau das wird von den Menschen wohl durchaus sehr intensiv wahrgenommen.

Maria Vesperbild als eine Art autarke Glaubensinsel? Nicht wenige hatten in der langen Amtszeit Imkamps diesen Eindruck. Häufig waren bei Imkamp hochkarätige Geistliche aus Rom zu Gast – und auch das hat den Wallfahrtsort zweifellos über Mittelschwaben hinaus bekanntgemacht. Aber so mancher Gläubige hat auch kritisiert, dass Maria Vesperbild die Region selbst dabei zunehmend aus den Augen verloren hat.

Reichart wird, wenn es etwa um die bedeutenden Veranstaltungen zu Pfingsten und Mariä Himmelfahrt geht, deutlich intensiver die Abstimmung mit der Diözese suchen. Bischof Konrad Zdarsa ist selbst an Pfingsten in Maria Vesperbild zu Gast: Das ist ein klares Signal. Auch dafür, dass die Diözese den Wallfahrtsort wieder stärker an sich binden möchte. Vesperbild, das sozusagen „ein bisschen Rom“ war, wird wieder stärker in die Region „zurückkehren“. Das muss kein Nachteil sein.

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