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10.07.2010

Reise zum Ort der Anstrengung

Äußerst spartanisch wurden die rein vegetarischen Mahlzeiten im Ashram eingenommen. Foto: Sascha Edl
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Äußerst spartanisch wurden die rein vegetarischen Mahlzeiten im Ashram eingenommen. Foto: Sascha Edl
Bild: Sascha Edl

Krumbach Aussteigen aus dem Alltag, einfach mal das tun, was einem wirklich wichtig ist, zum Beispiel auf Reisen gehen und selbst bestimmen, wie lange diese dauern. Diesen Luxus gönnte sich der im Krumbad arbeitende Physiotherapeut und Yoga-Lehrer Sascha Edl nach seinem Schulabschluss an der Fachoberschule: Seine erste Reise ging nach Indien und Nepal. Er begeisterte sich derart für dieses Land, dass die zweite Expedition nach Indien gleich anschließend nach seiner Ausbildung zum Physiotherapeut stattfand.

Das Hobby beruflich genutzt

Ein verständnisvoller Chef, der ehemalige Geschäftsführer des Heilbads Krumbad, Thomas Götz, verzichtete auf seinen Mitarbeiter damals ganze vier Monate. Nun zog es Sascha Edl wieder in dieses große Land, aber nicht nur zum Ausspannen. Bei diesem Trip wollte der begeisterte Yoga-Anhänger sein Hobby beruflich nutzen und sich zum Yoga-Lehrer ausbilden lassen.

Wieder war es ein aufgeschlossener Vorgesetzter - der aktuelle Geschäftsführer des Heilbads Krumbad, Karl Josef Honz - der Edl zeitlich und dieses Mal auch finanziell unterstützte. Sascha Edl wurde sein vierwöchiger Lehrgang als Weiterbildung vom Heilbad Krumbad anerkannt.

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Vrindavan gehört zu den heiligsten Plätzen Indiens

Zur Gewöhnung an das Essen und an das tropische Klima weilte Edl schon zwei Monate vor Beginn des Kurses in Indien. Dann kam der große Tag, der Einzug in den Ashram: Ein klosterähnliches Meditationszentrum in Vrindavan. Dieser Ort liegt zweieinhalb Stunden von Delhi entfernt. Vrindavan gehört zu den heiligsten Plätzen Indiens. Die Atmosphäre wird getragen vom spirituellen Reichtum Hunderter Tempel. Seit vielen Jahrhunderten kommen Yoga-Praktizierende nach Vrindavan, um tief in die spirituelle Praxis einzutauchen.

Die Bedeutung des Wortes Ashram ist "Ort der Anstrengung". Richtig anstrengend sollte es die nächsten vier Wochen dann auch werden. Täglich von fünf Uhr morgens bis zehn Uhr abends wurden die Schüler unterrichtet. Täglicher Unterricht in Praxis, Theorie und Philosophie der vier klassischen Yogawege und natürlich das Yoga-Training gehörten dazu. Die 135 Teilnehmer - darunter 60 Deutsche - erfuhren auch viel über die Anatomie und eine ausgewogene Ernährung.

Lehrmethoden und Unterrichtspraxis in Yoga-Grundstellungen, Atemübungen und geführte Entspannung rundeten die Lehrinhalte ab. Doch jeder Schüler hatte während seines Aufenthalts auch alltägliche Aufgaben zu verrichten, die ein Swami anordnete. Swami ist ein hinduistischer Titel oder religiöser Titel. Der Titel wird dem Namen vorangestellt und zeigt an, dass jemand in einem - meistens religiösen oder spirituellen - Bereich gelehrt ist. Viele angesehene Yogis und Gurus tragen diesen Titel.

Körper und Geist erreichen eine Grenze

So erhielt Sascha Edl die Aufgabe, jeden Tag die Toiletten zu reinigen. Dies gehörte aber auch zur Ausbildung und nennt sich "Karma-Yoga", es wird oft auch als Yoga des selbstlosen Dienstes verstanden. Eine Ausbildung, die sowohl den Geist und auch den Körper schon mal an seine Grenzen bringen konnte. Sascha Edl erinnert sich, dass eine Schülerin schon nach einer Woche kapitulierte und den Kurs abbrach. Auch entstanden nach einer gewissen Zeit des Zusammenseins Spannungen zwischen den Teilnehmern.

Doch es gab auch sehr fröhliche und ausgelassene Momente: Durch die regelrechte Pavianplage, die dort herrscht, wurde einem der Teilnehmer seine Sonnenbrille von eben solch einem Primaten vom Kopf gestohlen. Der Bestohlene überlegte kurz und warf dann eine Mandarine zu diesem Affen hoch, dieser schnappte sich das Obst und ließ dabei die Brille wieder fallen. Auch hatten sie einen Lehrer, der durch sein ansteckendes Lachen die Schüler so mitriss, dass kein Unterricht mehr möglich war.

Auf jeden Fall lernte Sascha Edl in diesen vier Wochen sehr viel Neues: über sich selbst, fürs Leben und natürlich über Yoga.

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