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Edenhausen/Ursberg

24.12.2020

Reizvoll durch das Hasel- und Mindeltal wandern

Die Kirchtürme von Bayersried (rechts) und Ursberg sind die nächsten Anlaufpunkte unserer Wanderung zwischen Edenhausen und Ursberg.
9 Bilder
Die Kirchtürme von Bayersried (rechts) und Ursberg sind die nächsten Anlaufpunkte unserer Wanderung zwischen Edenhausen und Ursberg.
Bild: Ulrike Bosch

Plus Was die Runde zwischen Edenhausen und Ursberg so reizvoll macht und was wir in den Kirchen und Kapellen am Wegesrand entdecken können.

Etwas Abwechslung in die heuer so stark von der Corona-Krise geprägten Feiertage soll unser Wandervorschlag bringen, der von Edenhausen über Premach, Bayersried und Ursberg zurück in den Krumbacher Stadtteil Edenhausen führt – mit vielen „stillen“ Höhepunkten wie die Premacher Kapelle Maria Heimsuchung und die Kirchen in Ursberg. In der Kirche St. Johannes Evangelist können wir die geradezu legendäre Kreuzigungsgruppe aus dem 13. Jahrhundert bewundern. Sie ist eines der herausragenden Kunstwerke in der Region Mittelschwaben.

Tourensteckbrief

Schwierigkeitsgrad: 2 von 5.

Start/Ziel: Pfarrkirche Edenhausen.

Streckenlänge: 9,6 Kilometer.

Höhenmeter: 140 Meter.

Belag: gekieste Wald- und Feldwege, asphaltierte Nebenstraßen.

Gehzeit: etwa drei Stunden.

Geeignet für … Angesichts des steilen Abstiegs nach Edenhausen für Familien mit größeren Kindern. Gut auch für Mountainbiker (genannten Abstieg aber schieben!).

GPS-Daten: Sie können hier heruntergeladen werden. Zum Nachwandern sind sie sehr hilfreich.


Martin Kropf

Auftakt für unsere Wanderung ist die Pfarrkirche Edenhausen mit dem bei uns nicht alltäglichen Patroziniumsheiligen Thomas von Canterbury. Zuerst laufen wir nach Süden am Kinderspielplatz vorbei und weitere 150 Meter zur links abgehenden Straße „Kugelberg“, wo wir die Hasel überqueren und in östlicher Richtung leicht bergauf das Dorf verlassen. Zuerst am Waldrand und dann wenig später im Forst gelangen wir nach einem Kilometer auf die Höhe, wo wir bei einem unübersehbaren Baumstumpf (links) eine Nord-Süd-Waldlinie erreichen. Wir folgen ihr scharf rechts nur 100 Meter und biegen dann links (Schildchen Ellerngehau) in einen nach Osten führenden Hauptweg ein. Etwa 500 Meter sind es bis zu einer Kreuzung, die wir einfach überqueren, und wir kommen nach 100 Metern zu den ersten Premacher Wiesen.

Vorbei am bekannten Gockelwirt

Vor uns sind schon einige Dächer des Weilers erkennbar, den wir immer dem Waldrand folgend, bei einem Feldkreuz mit alter Kastanie erreichen. Auf der Dorfstraße geht es in einem Halbbogen hinab zur Kapelle. Leider ist das Kirchlein zumeist geschlossen und so ist seine neubarocke Ausstattung nicht zu sehen. Auf gleichem Weg zurück - vorbei am bekannten Gockelwirt - geht es wieder zum Dorfausgang. Jetzt aber geradeaus auf asphaltiertem Weg durch die Premacher Flur nach Norden, passieren wir ein großes Feldkreuz, errichtet zum Dank für die glückliche Heimkehr aus dem Krieg im Jahre 1947.

Die Kirchtürme von Bayersried (rechts) und Ursberg sind die nächsten Anlaufpunkte unserer Wanderung zwischen Edenhausen und Ursberg.
Bild: Ulrike Bosch

In Bayersried folgen wir der Straße bis zum Autohaus, biegen dort rechts, 100 Meter später links ein und haben die Dorfkirche St. Georg vor uns (die Tür war offen). Sie stammt aus dem Jahre 1724 und besitzt eine bemerkenswerte barocke Ausstattung. Unser Weg geht als schmales Sträßchen nach Osten durch die Kirchgasse direkt zum Steg über die Kleine Mindel, der wir links einbiegend bis zur Ursberger Schreinerei folgen. Kurz rechts, dann links geht es durch die Isabel-Gestering- und Monika-Seemüller-Straße nach Norden zum Klosterladen, von wo es bis zu Gasthof, Mutterhaus und Pfarrkirche nur noch wenige Schritte sind. Zu „normalen“ Zeiten eine gute Gelegenheit zur Einkehr oder zum Besuch der Basilika.

Wir wandern zur Kapelle Herrgottsruh

Das Zentrum des Klosters verlassen wir durch die Unterführung der Kreisstraße. Stets in westlicher Richtung marschierend kommen wir zum Schulzentrum, das links umgangen wird. Dann geradeaus leicht bergauf und links von einem alten Baumsaum begleitet, nach 600 Metern zur über 100 Jahre alten Kapelle Herrgottsruh. Bemerkenswert sind ihr idyllischer Standort, ihr Äußeres und die Bänke für eine Rast zum Vespern (leider ist auch sie geschlossen). Wir wandern hinaus auf die Flur, dem Waldrand folgend, und später durch die Felder nach Süden zur großen Freileitung. Unter ihr biegen wir rechts ab und kommen zum Wald, der uns bis Edenhausen begleitet. Hier gilt: immer geradeaus nach Westen.

Die Premacher Kapelle Maria Heimsuchung wurde 1807 errichtet. Im Premacher Kirchlein ist monatlich noch eine Messfeier.
Bild: Ulrike Bosch

Nach dem Überqueren der zweiten großen Waldweg-Kreuzung vertrauen wir uns einem unscheinbaren Weg an und sehen unmittelbar danach rechts einen Bildstock aus Holz. Er erinnert an den „tugendsamen Jüngling“ Josef Miller aus Bayersried, der am 22. Januar 1859 beim Graben in einem Fuchsbau tödlich verunglückte. Wenig später geht es steil hinab ins Dorf, das wir beim Gasthof Günzer und wenig später beim Landgut Drexel erreichen. Zwei gute Einkehrmöglichkeiten, wenngleich nicht in diesem Jahr.

Tipps für unterwegs

Kultur

Edenhauser Pfarrkirche Geweiht wurde sie dem in unserem Bereich nicht alltäglichen Heiligen Thomas von Canterbury. Im Inneren interessant ist das Bild Maria Schnee über dem rechten Seitenaltar. Es stammt noch aus der Vorgängerkirche, die vor 1665 abgebrochen wurde. Das Gemälde ist ein Geschenk der Äbtissin von Edelstetten.

An ein Unglück vor 160 Jahren erinnert dieser Bildstock westlich von Ursberg.
Bild: Ulrike Bosch

Kapelle Maria Heimsuchung, Premach Das Kirchlein wurde 1807 errichtet und zeigt als Besonderheit im Inneren ein Bild der bekannten Ursberger Kreuzigungsgruppe von 1220. An schönen Tagen ist die Kapelle zumeist geöffnet.

Die Bayersrieder Kirche besitzt einen interessanten Hochaltar.
Bild: Ulrike Bosch

Filialkirche St. Georg, Bayersried Bemerkenswert ist, dass der 1666 errichtete Turm um einiges älter als die Kirche ist, die von 1724 stammt. Im Inneren befindet sich ein Chorgestühl aus der Bauzeit und an der Nordwand ein nicht alltägliches Epitaph für einen kaiserlichen Amtmann aus dem Jahr 1597.

Basilika St. Johannes Evangelist, Ursberg Die romanischen Grundelemente der dreischiffigen Kirche und auch des Turms stammen aus der Gründerzeit des Klosters um 1225. 1775 wurde das Gotteshaus barockisiert. Wichtigstes Detail im Inneren ist die Kreuzigungsgruppe (um 1200), die, aus Fichtenholz geschnitzt, als einzigartig gilt.

Idyllische Feldkapelle: Herrgottsruh westlich von Ursberg.
Bild: Ulrike Bosch

Flurkapelle Herrgottsruh 1911 erbaut, ist sie aufgrund ihres idyllischen Standorts ein beliebtes Ausflugsziel. Der neubarocke Raum ist leider fast immer geschlossen.

Bildstock Das kleine Gedenken zwischen Ursberg und Edenhausen erinnert an einen „tugendsamen Jüngling“ aus Bayersried, der an dieser Stelle 1859 tödlich verunglückte.

Einkehr

Die Corona-Krise hält uns seit Monaten in Atem und so ist es ratsam, bei dieser Runde eine Brotzeit im Gepäck zu haben. In „normalen“ Zeiten bieten sich bei der Tour viele Einkehrmöglichkeiten.

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